Grafische Analyse Warum Deutschland das Endspiel verpasste

Die DFB-Elf dominierte das Halbfinale gegen Frankreich, verlor es aber trotzdem. Alles also nur unglücklich gelaufen? Die grafische Analyse zeigt, dass es ganz so simpel auch nicht ist.
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Deutschland - Frankreich 0:2 (0:1): Der EM-Gastgeber setzte sich am Donnerstagabend in Marseille gegen Weltmeister Deutschland durch. Zwei Treffer des überragenden Antoine Griezmann entschieden die Partie zugunsten Frankreichs. In fast allen anderen Statistiken lag am Ende allerdings die DFB-Elf vorn.

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Deutschland verlor nach vier Jahren wieder ein Turnierspiel, obwohl es das Halbfinale klar dominierte. Mehr Ballbesitz (68 zu 32 Prozent), mehr Torschüsse (18 zu 16), mehr Ecken (6 zu 5), dazu die besseren Zweikampf- (52 zu 48 Prozent) und Passquoten (88 zu 78 Prozent). Was ist da schiefgelaufen?

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Stand die DFB-Elf also zu hoch und wurde klassisch ausgekontert? Nein, auch das nicht. Trotz aller Offensivwucht stimmte auch am Donnerstag die Spielbalance. Die meisten Umschaltsituationen der Franzosen wurden bereits im Ansatz unterbunden. Nach etwa zehn Spielminuten hatte das DFB-Team die Partie im Griff.

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Knackpunkte in diesem Duell waren zwei individuelle Fehler. Der erste war Bastian Schweinsteigers überflüssiges Handspiel nach einem französischen Eckstoß in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte. Schiedsrichter Nicola Rizzoli zeigte zu Recht auf den Elfmeterpunkt, von dem aus Antoine Griezmann souverän zum Führungstreffer verwandelte (45.+2).

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Der zweite individuelle Fehler war ein Ballverlust Joshua Kimmichs am eigenen Strafraum, den Paul Pogba zu einem starken Dribbling gegen den in dieser Szene etwas zu naiven Shkodran Mustafi nutzte, ehe erneut Antoine Griezmann (72.) zur Stelle war und zur Vorentscheidung traf.

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Ist das bereits die ganze Geschichte? Zwei unnötige Patzer und ein eiskalter Goalgetter namens Antoine Griezmann, der jetzt mit sechs Treffern die Torschützenliste der EM-Endrunde anführt? Nur teilweise. Es erklärt nämlich nicht, warum die deutsche Mannschaft es am Donnerstagabend nicht besser verstand, ihre Feldvorteile in klare Torchancen zu verwandeln.

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Es war jedoch nicht der Tag des Thomas Müller, so wie es insgesamt nicht das Turnier des Thomas Müller war. Auch in der neuen Rolle als Gomez-Ersatz blieb er glücklos.

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Ging Deutschland dann vielleicht einfach nur zu leichtfertig mit seinen Chancen um? So wie Benedikt Höwedes bei seinem Kopfball in der 82. Minute?

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Auch der Bundestrainer dürfte noch eine Weile über dieses Spiel rätseln, in dem vieles passte - aber eben nicht alles. Zum fünften Mal in Folge hat Joachim Löw ein deutsches Team mindestens ins Halbfinale eines Turniers geführt. Ob er einen sechsten Anlauf nimmt? Unklar. Wie so vieles an diesem Abend.

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