20 Jahre Kurznachricht HB2U, liebe SMS!

"Merry Christmas." Am 3. Dezember 1992 schickte Neil Papworth diese Worte an ein Handy und läutete eine Revolution ein, die den Alltag von Milliarden veränderte. einestages sprach mit dem Versender der ersten SMS - und zeigt die Pionier-Botschaften, die per Telefon, E-Mail und Co. abgesetzt wurden.
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"Merry Christmas!" "Frohe Weihnachten!" lautete die weltweit erste SMS. Sie wurde am 3. Dezember 1992 verschickt. Ihr Empfänger war allerdings nicht der Weihnachtsmann, sondern Richard Jarvis. Der Vodafone-Manager war an jenem Tag auf einer Firmenweihnachtsfeier in Newbury, England.

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"Das Pferd frisst keinen Gurkensalat." Diese bedeutsamen Worte sprach Philipp Schmidt im Jahr 1860 in den hölzernen Nachbau eines Ohrs mit einem Trommelfell, das aus der Blase eines Hasen bestand - und startete damit die Ära des Telefons. Zusammengebastelt hatte das erste Telefon der Welt ein deutscher Tüftler namens Philipp Reis (Illustration).

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"Mr. Watson, kommen Sie her, ich möchte Sie sehen", sprach Alexander Graham Bell am 10. März 1876 in New York in seine Telefonkreation. Natürlich ein Scherz. Denn sein Gesprächspartner an diesem Tag saß im knapp 1300 Kilometer entfernten Chicago.

Während der eigentliche Begründer des Telefons, Philipp Reis, letztlich leer ausging, war es der schottische Immigrant Alexander Graham Bell, der 1876 in den USA ein Telefon zum Patent anmeldete - und zum Millionär wurde.

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"CQD! CQD! Shipwrecked!" Mit diesem Notruf von der sinkenden RMS "Republic" sendete Funker Jack Binns den ersten Hilferuf per Funk. Sein Handwerk...

Foto: www.RMS-Republic.com
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...hatte er bei dem italienischen Physiker und Elektroingenieur Guglielmo Marconi gelernt, der als Pionier der drahtlosen Telekommunikation gilt. Der Tüftler ließ sich sein System zur drahtlosen Übermittlung von Nachrichten in England patentieren.

Durch die Funknachricht von Binns konnte die Besatzung der RMS "Republic" gerettet werden.

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"Joel, ich rufe dich von einem echten Mobiltelefon aus an! Einem tragbaren Telefon, das ich in meiner Hand halte!", rief Martin Cooper, CEO und Gründer von ArrayComm, am 2. April 1973 in New York in den Hörer - und foppte mit diesem ersten Handy-Gespräch der Geschichte seinen Konkurrenten Joel Engel von AT&T.

Bei dem gigantischen Knochen in Coopers Hand handelt es sich um ein "Motorola DynaTAC", den Prototypen des ersten Mobiltelefons. Es wog 1,1 Kilogramm und kostete damals 3500 Dollar. Captain Kirks "Communicator" habe ihn zu diesem Gerät inspiriert, verriet Cooper einmal in einem Interview.

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"Was hat Gott bewirkt?" lautete die erste telegrafierte Nachricht der Welt. Verschickt wurde der Satz aus dem 4. Buch Mose am 24. Mai 1844 über eine 60 Kilometer lange Telegrafenleitung, die von Baltimore, Maryland, nach Washington D.C. reichte. Der Sender der Nachricht war…

Das Bild zeigt den original Papierstreifen, der 1844 in Washington D.C. ankam.

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…Samuel Morse, eigentlich Professor für Malerei und Bildhauerei, der mit seinem Morsecode die Basis für die elektrische Telegrafie schuf - und damit eine Revolution in der Kommunikationstechnik einläutete.

Die Botschaft hatte Annie Ellsworth, die Tochter eines Freundes von Morse, ausgesucht. In seiner Erfindung sah der Wissenschaftler ein Mittel für den Weltfrieden. Der US-Amerikaner war überzeugt davon, dass der Telegraf die Menschen näher zusammenbringen würde.

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"QWERTYUIOP" - oder doch was anderes? Computertechniker Ray Tomlinson, war es, der Ende 1971 die erste E-Mail der Welt verschickte. Was er genau schrieb, weiß der US-Amerikaner nicht mehr - doch sei es wahrscheinlich, dass er einfach die dadaistisch-sinnfrei anmutende Buchstabenfolge "QWERTYUIOP" eingegeben habe, erklärte Tomlinson einmal in einem Interview.

Die erste Mail ging damals durch ein nur 23 Rechner umfassendes Netzwerk. Tomlinson entwickelte übrigens nicht nur das Mail-System, sondern führte auch das @-Zeichen ein.

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"Michael, dies ist deine offizielle Begrüßung in CSNET!" So begann die erste elektronische Nachricht (das Foto zeigt den Originalausdruck) an einen eigenen deutschen Mailserver. Sie wurde am 2. August 1984 über das Forschungsnetz CSNET verschickt und in den Räumen der Universität Karlsruhe empfangen.

Mit Michael war der deutsche Internet-Pionier Michael Rotert gemeint, der damals als Technischer Leiter der Informatikrechnerabteilung an der Universität Karlsruhe arbeitete. Senderin der Grußbotschaft war die US-Amerikanerin Laura Breeden, Mitarbeiterin des CSNET Koordinations- und Informationszentrums am MIT in Boston.

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Fass-Post: Die Ära der Flaschenpost läutete Christoph Kolumbus (Gemälde von Karl Theodor von Piloty aus dem 19. Jahrhundert) ein - allerdings mit einem Fass. Kolumbus fürchtete, dass ein Orkan sein Schiff versenken und niemand je von seiner Entdeckung erfahren würde.

Also schrieb er am 14. Februar 1493 einen Brief und warf ihn in einem abgedichteten Fass ins Meer. Kolumbus kam wider Erwarten doch zu Hause an - das Fass dagegen blieb verschollen.

Das erste offizielle Flaschenpost-Formular...

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...setzte das Amt für Seeschifffahrt, damals hieß es noch Deutsche Seewarte, 1864 bei Australien aus. Drei Jahre später kam der vorgedruckte Zettel, der in der Flasche gesteckt hatte, ausgefüllt in London an. Ihr Finder war ein Arbeiter namens Michael O'Donohue.

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"richte gerade mein twttr ein" lautet der ziemlich uninspirierte erste Tweet der Welt. Abgesetzt wurde die Twitter-Botschaft von dem US-amerikanischen Software-Unternehmer und Twitter-Co-Gründer Jack Dorsey (Foto) am 21. März 2006.

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"Ich habe doch nur meinen Job gemacht." Am 3. Dezember 1992 schickte der britische Ingenieur Neil Papworth, damals 22 Jahre alt, in Newbury, England, die allererste SMS ab. Heute lebt Papworth in Kanada, hat drei Kinder - und freut sich noch immer, dass ausgerechnet er die Kurznachrichten-Revolution eingeläutet hat. Der historischen Dimension war er sich damals nicht bewusst: "Ich habe doch nur meinen Job gemacht", sagt er im einestages-Interview.

Foto: Neil Papworth
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"Von allen ausgelacht": Die Erfindung der SMS war nicht gerade ein Geistesblitz auf den die Welt gewartet hat. 1985 präsentierte Friedhelm Hillebrand, ein Manager der damaligen Bundespost, das Konzept der Kurznachricht. Der deutsche Mobilfunkpionier gilt neben Bernard Ghillebaert (PTT), Finn Trosby (Telenor), Kevin Holly (Cellnet) und Ian Harris (Vodafone) als Mit-Erfinder des SMS-Dienstes und Systems.

Wegen der Einschränkung auf 160 Zeichen wurde er "damals von vielen ausgelacht", erinnert sich Hillebrand im einestages-Interview. Doch gelang es Hillebrand, seine Kritiker zu überzeugen, dass...

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...160 Zeichen völlig ausreichend seien, um interessante Nachrichten zu transportieren: "Ich argumentierte damit, dass bei Fax und Postkarte meist auch nicht mehr Zeichen verwendet werden", so Hillebrand.

Einer der Verwendungszwecke von SMS, die Hillebrand ursprünglich vorschwebten: "Per Kurznachricht auf ihr Autotelefon sollten etwa Handwerker über neue Aufträge informiert werden." Doch statt für geschäftliche Verabredungen werden Kurznachrichten heute eher genutzt, um mit Freunden und Familie zu "smalltalken". Mediziner haben übrigens festgestellt, dass dieses Dauer-Simsen zu Deformationen der Fingergelenke führen kann.

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