Design-Phänomen Web-Brutalismus Das gehört so

Blaue Links, Standardschrift, einfarbiger Hintergrund - so sahen Webseiten früher aus. Doch der Look der Neunzigerjahre lebt wieder auf. Und dabei geht es um mehr als Web-Ästhetik.
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Es darf auch farbig sein: Webseiten im brutalistischen Stil müssen mit einfachen Mitteln gestaltet sein, aber es bleibt Gestaltungsspielraum, wie diese Seite zeigt.

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"Was zum Teufel wollen Sie noch?": Diese Webseite transportiert die Botschaft des Web-Brutalismus auch textlich. Ist doch alles da, was man bei einer Webseite braucht, oder?

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Könnte auch das Hausaufgabenheft eines 16-Jährigen Emos sein: So sieht die Webseite des "Tijuana Bible Fanclub" aus.

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Einfarbiger Hintergrund, Systemschrift, keine Ablenkung: Diese Seite des Walker Art Centers zeigt typische Merkmale des Brutalismus-Stils.

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Pascal Deville aus der Schweiz hat auf seiner Seite  auch Beispiele für Web-Brutalismus aus Deutschland zusammengetragen. Diese Webseite gehört zum Essener Nachtklub "Hotel Shanghai".

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Die Seite des "Hotel Shanghai" enthält auch animierte Elemente, bleibt aber dem Stil des Web-Brutalismus treu.

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Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron ist weltbekannt, die Architekten haben zum Beispiel die Hamburger Elbphilharmoie und das Miami Art Museum gebaut. Auch sie setzen auf einen bewusst reduzierten Internetauftritt.

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Diese Seite setzt auf Typografie in Schwarz-Weiß als wichtigstes Gestaltungselement. Sieht irgendwie trashig aus, aber man darf annehmen, dass der Besitzer der Seite, ein Grafikdesigner, weiß, was er tut.

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Der Neunzigerjahre-Look im Internet von heute: die Webseite des Künstlers Jeroen Doorenweerd.

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Die Macher von "Txti" versprechen, dass man dank ihrem Angebot innerhalb von kürzester Zeit eine - extrem reduzierte - Seite aufbauen kann. Das verringert Zugangshürden: An Orten mit wenig Bandbreite können schicke Webseiten mit hochauflösenden Bildern ohnehin nicht geladen werden. So trägt der Web-Brutalismus auch dazu bei, Zugangshürden abzubauen.

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Auch diese Seite von Künstlerin Rachel de Joode hat es in Pascal Devilles Auswahl von brutalistischen Seiten geschafft.

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"Hacker News ist designt, um sich auf interessante Inhalte zu fokussieren", beantwortete der Macher der Seite Devilles Frage, warum die Seite so aussieht, wie sie aussieht.

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"Die hierarchische HTML-Struktur wird von uns als Metapher fürs Speichern von Informationen eingesetzt und ist gleichzeitig ein praktischer Weg für unsere Nutzer, Dinge hochzuladen", sagte der Macher von Posthtlml.org Deville über seine Seite, die mit dem Dreamweaver-Editor entstanden ist.

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"Ich nenne es roh", sagte Grafikdesigner Anton Schnaider Deville über seine Homepage.

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Auch große Medienseiten setzen auf den brutalistischen Stil, zum Beispiel "Bloomberg".

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Erinnert an die 8-Bit-Pixel-Optik von Spielen aus der Frühzeit des Internets: die Seite yellow5.com.

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Große Seiten wie Craigslist.com hätten einen unglaublichen Druck, sich anzupassen und optisch zu modernisieren, glaubt Deville. Offensichtlich widersetzt man sich dem seit Jahren.

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Diese Seite zeigt Momente, in denen sich bekannte Sportler verletzt haben, in Dauerschleife und mit einer unnachahmlich trashigen Neunzigerjahre-Optik. Web-Brutalismus, urteilte Deville.

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Dieser australische Produktmanager setzt ebenfalls auf eine extrem reduzierte Seite. Bevor eine Seite in Devilles Sammlung aufgenommen wird, sieht er sich immer auch den Code an, wie er sagt.

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"Ein detailreiches Webdesign wäre zu viel gewesen für die Seite", sagte Künstler King Zog im Interview mit Webseiten-Sammler Deville über seine Seite, auf der man mit einer stark vergrößerten Maus sich bewegende Objekte erwischen muss.

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"Pillars of Creation" heißt dieses Bild, das vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen wurde und von einem Mitarbeiter einer Webdesign-Firma in San Francisco für seine Homepage verwendet wird.

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Diese Seite  ist eines von Sammler Devilles Lieblingsbeispielen für den Stil, den er zu erfassen versucht.

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Die Seite eatock.com stellt ihre Bilder der Woche in einem denkbar reduzierten Webdesign vor.

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Auffällig viele Webdesigner, also Experten auf dem Gebiet der Gestaltung von Webseiten, setzen bei ihrer eigenen Homepage auf einen brutalistischen Stil, so auch Fictive Kin.

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Grelle Farben, große Schriften: Die Pariser Organisation Liberté beweist, dass eine brutalistische Webseite nicht langweilig aussehen muss. Auf Bilder wird aber konsequent verzichtet.

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Auf theimportanceofbeingcontext.info werden verschiede Kunst-Performances aufgelistet. Die Optik mit blauen Links und Systemschrift auf weißem Grund wirkt veraltet - und ist doch herrlich klar und übersichtlich.

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