Geschichte des Weihnachtsmanns Vom Wohltäter zur Werbefigur

Füllig, freundlich, fröhlich präsentiert ein großer Brausekonzern seit fast einem Jahrhundert Santa Claus. Aber ist der Weihnachtsmann wirklich ein Geschöpf der Werbung? Die Vorbilder sind viel älter. Eine Spurensuche.
1 / 16

Dauerbrenner: Der Grafiker Haddon Sundblom entwarf 1931 das erste Santa-Claus-Motiv für Coca-Cola. Es sollte so erfolgreich werden, dass Sundblom über 30 Jahre lang immer neue zeichnete. Auf dieser Zeichnung ist auch Santas Ehering zu erkennen. Als Sundblom den Ring auf einem seiner anderen Bilder vergaß, fragten besorgte Menschen beim Unternehmen, was mit Mrs. Claus passiert sei.

Foto:

Coca-Cola

2 / 16

Hochprozentig: 1923 erfrischt sich der Weihnachtsmann in dieser Werbung des Getränkeherstellers White Rock beim Lesen der Post nicht nur mit Mineralwasser, sondern genehmigt sich auch eine Flasche Whiskey. Mitten in Zeiten der Prohibition. Mit Santa Claus als Werbeträger war White Rock dem Konkurrenten Coca-Cola einige Jahre voraus. Anders als viele glauben, ist der Weihnachtsmann keineswegs die Erfindung eines Getränkekonzerns. Die Vorbilder sind viel älter. mehr... 

Foto: White Rock Collectors Association
3 / 16

Erfrischungspause: 1963 wurde Santa Claus selbst beschenkt. Haddon Sundblom malte für den Brauseproduzenten 1963 diese Szene, die Santa beim nächtlichen Wohnzimmer-Stopp zeigt. Kinder haben ihm eine Cola als Erfrischung bereitgestellt. Dafür unterbricht Santa sogar kurz das Studium seines Notizbuchs.

Foto: Coca-Cola
4 / 16

Frisch und Fromm: Die Figur und das Aussehen des Bischofs Nikolaus von Myra gelten als historisches Vorbild für den modernen Weihnachtsmann. Die Darstellung des heiligen Nikolaus, der im vierten Jahrhundert angeblich Wunder gewirkt hatte, als alter Mann mit Bischofsmantel, Hut und christlichen Insignien wandelte sich über die Jahrhunderte zum gütigen und rundlichen Santa mit Anzug, Zipfelmütze und Bart.

Foto: Corbis
5 / 16

Santas Premiere: 1821 erschien Santa Claus in dem anonym verfassten Gedicht "The Children's Friend" erstmals als Gabenbringer im roten Mantel. Er bringt Geschenke für die artigen Kinder und hinterlässt Ruten für die Unartigen. Über die Gaben dichtete der Autor: Trommeln oder Schwerter würden Mütter und Schwestern unnötig terrorisieren, deshalb hinterlasse Santa Bücher.

6 / 16

"Merry Christmas to all and to all a good night": Diese Zeilen wurden durch das Gedicht "A Visit from St. Nicholas" von Clement Clark Moore aus dem Jahr 1823 bekannt. Die illustrierte Edition von 1864 zeigt Santa im hellbraunen Anzug, wie er seinen frohen Wunsch in die Welt ruft.

7 / 16

Pfeife rauchend am Kamin: So war der Weihnachtsmann 1844 in einem New Yorker Wochenblatt zu sehen. Die Zeichnung "Santa Claus, The Night before New Year" zeigt ihn im fellbesetzten Mantel mit Stiefeln und einem Rucksack voller Geschenke auf dem Rücken, seine Mütze ziert ein Kreuz. Es ist die einzige bekannte Darstellung, die Santa mit dem Neujahrsfest in Verbindung bringt.

Foto: Corbis
8 / 16

Geschenke im Armeequartier: Mitten im amerikanischen Bürgerkrieg veröffentlichte die New Yorker Zeitschrift "Harpers Weekly" 1863 die Darstellung des deutschstämmigen Zeichners Thomas Nast auf ihrem Titelblatt. Santa besucht die Soldaten an der Front und beschenkt sie mit Hampelmännern, Socken und Clowns. Es war Nasts erste Santa-Claus-Zeichnung. In den kommenden Jahren entwickelte er das Aussehen des Weihnachtsmannes stetig weiter.

Foto: Thomas Nast/HarpWeek
9 / 16

Fleißiger Gabenbringer: Im Innenteil der "Harpers Weekly" gab Nasts doppelseitige Zeichnung "Santa Claus bei der Arbeit" die einzelnen Stationen der Weihnachtsvorbereitungen wieder - Santa hält nach braven Kindern Ausschau, führt Buch über ihr Benehmen, bastelt Spielzeug und trimmt den Weihnachtsbaum, ehe er mit dem Schlitten seine Geschenke ausliefert.

Foto: HarpWeek
10 / 16

Weihnachtsszenen: Zwei Jahre nach der ersten Darstellung zeichnete Thomas Nast ein detaillierteres Porträt von Santas Gesicht. Es ist ein lächelnder und doch irgendwie schaurig wirkender Weihnachtsmann mit gedrungener Figur im dunklen Pelz. Santa blickt auf Szenen mit artigen Kindern, Tanz und Spiel in der Vorweihnachtszeit.

Foto: Thomas Nast
11 / 16

Die Zügel in der Hand: Als ein New Yorker Konfekthersteller 1868 mit dem Weihnachtsmann für seine Pflaumen warb, erschien Santa bereits in Begleitung von Rentieren. Die erste Erwähnung eines Rentiers als Zugtier für seinen Schlitten geht auf das anonym verfasste Gedicht "The Children's Friend" aus dem Jahr 1821 zurück.

12 / 16

Freudige Begrüßung: In europäischen Darstellungen tritt der Weihnachtsmann bescheidener auf als auf der anderen Seite des Atlantiks. Auf dieser Lithografie aus der Zeit um 1850 ist er einfach gekleidet und zu Fuß unterwegs, hat einen Weihnachtsbaum geschultert und lässt die Geschenke von einem Esel tragen. Begleitet von Kindern und Erwachsenen erfolgt sein Einzug offenbar tagsüber statt heimlich in der Dunkelheit.

13 / 16

Gütiger Gabenbringer: Die wohl bekannteste Zeichnung von Thomas Nast stammt aus seinen späteren Jahren. 1881 hatte Nast zu seiner Vorstellung von Santa gefunden: ein gütig blickender, pausbäckiger und rundlicher alter Mann mit weißem Haar und Bart. In einer späteren Kolorierung erscheint der Mantel leuchtend rot.

Foto: Thomas Nast
14 / 16

Musikalische Unterhaltung: 1889 zeichnete Nast Santa beim Klavierspiel. Anders als in seinen früheren Zeichnungen trägt der Weihnachtsmann jetzt einen hellen flauschigen Anzug, der vom charakteristischen breiten Gürtel mit großer Schnalle zusammengehalten wird.

Foto: Library of Congress
15 / 16

Direkter Draht: "Hallo! Kleine(r)!" nannte Thomas Nast seine Zeichnung, die den Weihnachtsmann am Telefon zeigt. Bestens gelaunt nimmt Santa offenbar inmitten seiner Werkstatt Geschenkwünsche entgegen. Die Mütze ist mit einem Mistelzweig geschmückt.

Foto: Corbis
16 / 16

Beschwipst: Auf dem Cover des Satiremagazins "Puck" von 1896 hat der Weihnachtsmann seine Arbeit offenbar schon getan: Entspannt lümmelt er auf einem Sofa, die Stiefel hat er längst abgestreift. Seinem Gesichtsausdruck nach ist er nicht nur von Weihnachtsfreude, sondern auch von dem Getränk in seinem Krug beseelt.

Foto: Charles Jay Taylor
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.