Weihnachtsmann im Stress Schafft der das eigentlich?

Kann der Weihnachtsmann es eigentlich schaffen, alle Kinder in Deutschland am Heiligen Abend mit Geschenken zu versorgen? Dein SPIEGEL hat Physiker gefragt, was der Mann mit dem Rauschebart alles leisten muss, wenn er sein Ziel erfüllen will. Ergebnis: Das wird ein verdammt heißer Ritt.
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Was macht ein Physiker, wenn man ihn fragt, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt? Er fängt an zu rechnen. Experten vom Wissenschaftsmuseum Phaeno in Wolfsburg haben überprüft, ob der dicke Mann auf dem Schlitten es überhaupt schaffen kann, Millionen braver Kinder am Heiligen Abend mit Geschenken zu versorgen. Ergebnis: Das wird ein ziemlich heißer Ritt.

Foto: Illustration: CAEPSELE
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Es gibt in Deutschland rund elf Millionen Kinder bis 15 Jahre. Deutschland hat eine Fläche von 357.000 Quadratkilometern, allerdings ist nur ein kleiner Teil davon besiedelt. Alles andere sind Straßen, Felder und Wald.

Für die Rechnung kann man das weglassen, denn dort liefert der Weihnachtsmann nichts ab. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in den Häusern jeweils genau ein Kind wohnt. In Wahrheit leben in manchen Häusern mehr Kinder, dafür in anderen gar keines. Um besser rechnen zu können, nehmen die Physiker gern einen Durchschnitt. Also: Im Schnitt steht alle 62 Meter ein Schornstein, wo genau ein Geschenk hindurchmuss.

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Elf Millionen Kinder, alle 62 Meter eins. Das macht eine Gesamtstrecke von 682.000 Kilometern für den Weihnachtsmann. Ein ICE fährt beinahe so viel in einem Jahr, der Weihnachtsmann hat nur einen Tag Zeit. Er muss also wahnsinnig schnell sein, genau 28.416 Kilometer pro Stunde.

Das ist nicht ganz so schnell wie die Raumsonde Galileo, aber immer noch mehr als doppelt so flott wie das schnellste jemals gebaute Flugzeug. Das könnte erklären, weshalb man den Weihnachtsmann nie zu Gesicht bekommt: Wenn man hochguckt, ist er schon weg.

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Wenn jedes Kind auch nur ein Geschenk bekommt, zum Beispiel zehn Tafeln Schokolade, dann muss der Schlitten elf Millionen Kilogramm Geschenke tragen. Dazu braucht man etwa 150 große Transportcontainer. Die Kraft von mindestens zwei starken Dieselloks wird benötigt, um den Schlitten zu ziehen – oder umgerechnet: 3000 stramme Rentiere.

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"Ho, ho, ho!", ruft der Weihnachtsmann und treibt seine Rentiere an – angeblich. Physikalisch ist das Quatsch: Er fliegt mit 23facher Schallgeschwindigkeit, die Rentiere können ihn gar nicht hören. Sie sind längst weg, bevor der Schall sie erreicht.

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Und wie kriegt er die Geschenke in die Schornsteine? Zum Absteigen und Klettern hat er keine Zeit. Die Lösung: Parabelflug. Das heißt: Vor dem Schornstein steil nach oben fliegen, danach wieder steil nach unten. Am höchsten Punkt gibt es einen kleinen Moment der Ruhe, da kann er das Geschenk fallen lassen. Parabelflüge werden auch beim Training von Astronauten eingesetzt – die Flugzeuge werden "Kotzbomber" genannt. Den Passagieren wird nämlich ziemlich schlecht.

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Die hohe Geschwindigkeit bringt noch ein Problem: Der Weihnachtsmann müsste eigentlich verglühen wie eine Sternschnuppe, so groß wird die Reibungshitze. Aber offenbar hat er ein Hitzeschild. Woher sonst sollten denn der Mantel und die rotglühende Nase stammen?

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Die Texte und Bilder entstammen dem neuen DeinSPIEGEL Nr. 1/2010 - Titelthema: "S.O.S. im Eismeer"

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Foto: Foto [M] Wildlife
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