Weltkarte Die Fahrzeit bis in die nächste Stadt

Sie wollen ihre Ruhe und ganz weit weg von Städten wohnen? Diese Karte könnte Ihnen helfen: Wissenschaftler haben weltweit die einsamsten Ortschaften errechnet. Der Blick auf Deutschland offenbart Überraschendes.
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Britische Wissenschaftler haben eine Weltkarte mit aktuellen Daten erstellt, um die jeweilige Reisezeit in das nächstgelegene von insgesamt 13.840 urbanen Zentren zu illustrieren. 81 Prozent der Weltbevölkerung, also rund 5,9 Milliarden Menschen, leben höchstens eine Stunde von Städten entfernt.

Für ihre Karte nutzten die Forscher Daten aus Open Street Map (OSM) und Google. Gemessen wurde die Reisezeit auf dem Land- und Wasserweg. Als städtische Ballungsräume haben die Forscher ein zusammenhängendes Gebiet mit 1500 oder mehr Einwohnern pro Quadratkilometer oder Bevölkerungszentren mit mindestens 50.000 Einwohnern definiert.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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Kaum rote Flecken in Deutschland: Die weißen, grünen und gelben Flächen stellen Reisezeiten von weniger als einer Stunde dar. Im Ruhrgebiet sind die Menschen bestens versorgt. Auch die Ballungsgebiete um die Großstädte Berlin, Hamburg und München sind gut als weiße Flecken erkennbar.

Rote Flecken ergeben sich dagegen entlang der Nordseeküste in Nordfriesland und Friesland. Die Farbe steht für Anfahrtszeiten von mindestens einer Stunde. Die größten roten Flächen finden sich der Studie zufolge nördlich und nordwestlich von Berlin. Weil die beiden 50.000-Einwohner-Städte Greifswald und Stralsund den Autoren zufolge nicht als Ballungsraum zählen, ist Vorpommern fast vollständig rot.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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In den USA zeigen sich die Naturparks in den westlichen Bundesstaaten Montana, Idaho und das Gebiet zwischen Utah, Colorado, Arizona und New Mexico in dunklen Farben. Hier kann es an einigen Stellen mehr als sechs Stunden dauern, bis Bewohner eine Stadt erreichen. Kurze Fahrzeit haben dagegen die Menschen in den Ballungsgebieten an Ost- und Westküste sowie in den Industriegebieten um die großen Seen.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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In Brasilien ist die Küste dicht bevölkert, besonders um São Paulo herum sind die Wege kurz. Im Amazonas-Gebiet kann es dagegen auch mehr als einen Tag dauern, bis die nächste Stadt erreicht ist, wie die schwarzen Flächen zeigen.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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Schwarze Sahara: Auch in den Wüstengebieten Afrikas liegen größere Ballungszentren mehr als eine Tagesreise entfernt. In ärmeren Ländern, die sich hauptsächlich südlich der Sahara befinden, brauchen 51 Prozent der Bevölkerung eine Stunde oder weniger, um in die nächstgelegene Stadt zu kommen. In Ländern mit hohen Einkommen, beispielsweise in Europa und Nordamerika, sind es 91 Prozent der Einwohner.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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In China sind eindeutig die Wüste Gobi und das Hochland von Tibet zu erkennen, wo Menschen auch einen Tag bis zur nächsten Stadt brauchen. Im Osten dagegen, in der Küstenregion um Schanghai und um die nördlich gelegene Hauptstadt Peking sind die Bewohner gut angebunden.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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Indien ist dagegen fast komplett erschlossen. Bis auf einige Regionen im Norden brauchen die Menschen hier meist weniger als eine Stunde, um in eine Stadt zu kommen.

Foto: Malaria Atlas Project/ University of Oxford
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In Indonesien ist vor allem das Ballungszentrum um die Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java gut angebunden. Auf den anderen Inseln wie Sumatra (nordwestlich gelegen) und Borneo (nördlich) dauert es dagegen mitunter mehrere Stunden bis zur nächsten großen Stadt, in den Regenwäldern der Inseln auch mehrere Tage. Anhand der Entfernung zu größeren Städten lassen sich auch Schutzeffekte für die Natur erkennen.

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