"Wetten, dass..?" "Wir wollten das ZDF bloßstellen"

Für das ZDF und "Wetten, dass..?" war es ein Desaster: 1988 schockierte Satire-Redakteur Bernd Fritz die Fernsehnation mit seinem Buntstift-Fake. einestages sprach mit ihm über den Skandal - und präsentiert die spektakulärsten und absurdesten Wetten.
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Wettskandal vor laufender Kamera: Am 3. September 1988 wettete der Münchner Grafiker Thomas Rautenberg, er könne 36 verschiedene Farbnuancen von Buntstiften am Geschmack erkennen. Er schaffte das Unglaubliche - nur um nach gewonnener Wette zuzugeben, sein Name sei in Wirklichkeit Bernd Fritz, Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic". Er habe bei der Wette geschummelt - mit einem Trick, der in der nächsten Ausgabe seines Magazins offengelegt werden solle. Wettpate Jürgen Prochnow hatte auf das Gelingen der Wette gesetzt. Trotz der Schummelei musste er nicht seinen Wetteinsatz einlösen und Kapitän auf einem Bodensee-Ausflugsdampfer spielen.

Foto: B2931 Weissbrod/ dpa
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Bus-Bläser: Wolf Becker und drei Freunde pusteten in der Sendung am 26. September 1987 in Hof in fünf Minuten einen VW-Bus um - es war die erste "Wetten, dass..?"-Ausgabe, die Thomas Gottschalk moderierte, nachdem Show-Erfinder Frank Elstner abgedankt hatte. Der Fotograf, Milliardär und Playboy Gunter Sachs hatte richtig getippt, dass das Team es schaffen werde und musste seinen Wetteinsatz, einen Vormittag lang Frischvermählte vom Standesamt Hof abzulichten, nicht einlösen.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Turmbau zu Basel: Hubert Wenninger und sein Team traten am 23. Januar 1988 bei der Sendungsaufzeichnung in Basel mit einer Wette an, die vor allem Muskelkraft erforderte. Die sicherlich gefragten Umzugshelfer behaupteten, in fünf Minuten aus 55 Waschmaschinen eine Pyramide bauen zu können. Die Waschmaschinen-Architekten konnten das Bauwerk rechtzeitig aufstellen und Wettpatin Désirée Nosbusch, die an die Jungs in den silbrig-glänzenden Trainingsanzügen geglaubt hatte, umging somit, "schmutzige" Wäsche im Ruhrgebiet waschen zu müssen.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Baden gegangen: Johannes Spreng und sein fünfköpfiges Team versuchten am 2. April 1988 in Berlin, eine handelsübliche Badekappe so weit auseinanderzuziehen, dass vier der Wettteilnehmer hineinpassen würden. Sängerin Nina Hagen glaubte nicht, dass die gelbe Haube sich so weit dehnen lasse. Die Kandidaten verloren die Wette tatsächlich - und die Sängerin musste nicht einen Tag als "lebende Wachspuppe" in einem Wachsfigurenkabinett ausharren.

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Hochstapler: Stefan Lentz errichtete in der "Wetten, dass..?"-Sendung vom 8. Oktober 1988 in Linz mit 30 Bierkästen einen Turm, ohne dabei mit den Füßen den Boden zu berühren. Der Balanceakt glückte - und das Publikum war von Lentz' Leistung so begeistert, dass es ihn zum Wettkönig kürte. Wettpate Ansgar Wessling, Olympia-Goldmedaillengewinner im Rudern, hatte indes falsch gewettet und musste deswegen die Besucher beim "Ball des Sports" zwei Stunden lang bedienen.

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Baggern mit Gefühl: Bei "Wetten, dass..?" am 13. Mai 1989 in Innsbruck wetteten Patrick Heinz und Ralf Schuhmann, dass sie innerhalb von zwei Minuten den Arm eines Plattenspielers genau zwischen zwei Lieder auf eine LP legen könnten - mit der Schaufel eines Baggers. Die beiden schafften es tatsächlich.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Erst quetschen, dann auslösen: Ullrich Grath und sein Team wetteten am 9. Dezember 1989 in Hannover, zehn Leute auf ein Bild dieses Fotoautomaten bannen zu können. Das Massen-Motiv glückte, wie Wettpatin Hannelore Kohl vorausgesagt hatte. Der Einsatz der Bundeskanzlergattin wäre gewesen, mit 50 Kindern eines Kinderdorfes in einem Bus auf den Bonner Weihnachtsmarkt zu fahren und sie dort zu beschenken.

Foto: ZDF/Georg Meyer-Hanno
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Aus Papier gebaut: Andrea Schager, Andreas Reiser und Monika Schrak stiegen am 15. September 1990 in Saarbrücken wagemutig in ihr selbstgefaltetes Papierboot und paddelten darin 50 Meter durch ein Schwimmbecken - ohne zu versinken. Das Dompteur-Duo Siegfried und Roy, die das Geschehen staunend als Wettpaten beobachteten, hatten ihr Vertrauen ebenfalls in die Schwimmtauglichkeit des Schiffchens gesetzt. Hätten die zwei Magier verloren, hätten sie an einem Tag im Phantasialand in Brühl alle Kinder mit ihren Namen zu ihrer Tiger-Show eingeladen.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Zerreißprobe: Am 27. November 1993 riss der Kraftsportler Franz Bierbaum aus Pressbaum, Niederösterreich, in 2,5 Minuten 50 Telefonbücher der Stadt Wien in zwei Teile. Wettpate Phil Collins, der falsch getippt hatte, musste daraufhin ein Geburtstagsständle für eine Zuschauerin trällern.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Blow Job: Mark Kälin und Thomas Stettbacher schnaubten am 16. April 1994 in zwei Minuten drei Kondome mit der Nase so lange auf, bis die Gummis platzten. Die Designerin Britta Steilmann hatte Vertrauen in die Blase-Fähigkeiten der zwei Männer - und so musste die Blondine nicht zum Elfmeterschießen im Saarbrücker Studio antreten.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Zitterpartie: Mit einem 15 Tonnen schweren Bagger erklomm Rupert Ebner aus Österreich am 22. März 1997 ein 15 Meter hohes Stahlgerüst. Die Spice Girls hatten richtig gesagt: Ja, das schafft er. Trotzdem löste die Mädchenband ihren Wetteinsatz - eine Darbietung ihrer Sangeskunst - am Abend in der Halle in Wien ein.

Foto: ZDF/Werner Feldmann
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Spiel mit dem Feuer: Nico Haddad löschte in der Sendung am 13. Dezember 1997 in Mannheim eine brennende Holzhütte in drei Minuten - mit Wasser, das er aus seinem Mund spritzte. Sparsamer als jede Feuerwehr brauchte der 61-Jährige nur fünf Liter und gewann damit die Wette. Moderator Johannes B. Kerner hatte jedoch gemeint, dass er es nicht packen werde und musste deswegen Gottschalks Job übernehmen: den nächsten Showact ansagen, während er einen Handstand macht.

Foto: ZDF/Renate Schäfer
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Zellen-Teilung: Am 14. Oktober 2000 zwängten sich Uwe Gobbers aus Heidenheim und vier seiner Band-Kumpanen in nur zwei Minuten mitsamt ihren Instrumenten und Verstärker in eine Telefonzelle. Hinter verschlossenen Tür gaben sie anschließend "I Will Survive" zum Besten. Fußball-Chef Rudi Völler tippte richtig, dass die Jungs das beengte Kabinen-Konzert meistern werden.

Foto: ZDF/ Carmen Sauerbrei
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Herr der Fliegen: Der 34-jährige Österreicher Martin Levonyak schnappte in der Show am 26. Februar 2002 in fünf Minuten nur mit dem Mund fünf Fliegen - ohne auch nur einer etwas zuleide zu tun. Millionen Zuschauer gefiel die Darbietung des Fliegenfängers aus Gumpoldskirchen so gut, dass sie ihn zum Wettkönig krönten. Johannes B. Kerner hatte dagegen Bedenken, dass die Wette gelingen würde. Als Wetteinsatz musste der Hobby-Marathonläufer bis zum Ende der Sendung auf einem Laufband joggen.

Foto: ZDF/Carmen Sauerbrei
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Mit Schnaps am Steuer: Eine recht komplizierte Technik für eine einfache Tätigkeit hatte sich Wettkandidat Bruno Reutegger für die Sendung am 20. Januar 2001 aus Bremen ausgedacht. Er wollte drei Gläser mit Schnaps füllen. Allerdings sollte die Flasche dabei an einem Lkw befestigt sein, der auf einer Wippe steht, deren Enden dabei nicht den Boden berühren durften. Tatsächlich gewann der Schweizer seine Wette und hatte nach der Sendung noch genug Schnaps übrig, um bei der After-Show-Party einen auszugeben.

Foto: ZDF/Carmen Sauerbrei
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Mann mit Fingerspitzengefühl: Bauer Manfred Dorner aus Eysölden fummelte am 7. Dezember 2002 an den Eutern von 50 Kühen aus seinem Stall - und konnte daraufhin die Namen aller 50 Rinder-Damen richtig nennen. "Herzblatt"-Moderator Rainhard Fendrich hatte getippt, der Landwirt würde mit seiner Außenwette scheitern. Weil er daneben lag, musste der Wettpate auf Dorners Bauernhof einen Tag lang ackern.

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Tränenreiche Wette: Der 30-jährige Peter Siener aus Landau trat in der Sendung vom 28. Februar 2004 mit der ungewöhnlichen Behauptung an, in nur zwei Minuten zehn Kerzen ausweinen zu können. Es schien unglaublich, doch vor den Augen von Millionen Zuschauern sog Landau mit seiner Nase Wasser aus einem Glas auf und spritzte es dann tatsächlich durch seinen Tränenkanal präzise auf die zu löschenden Kerzen.

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Der Mais-Popler: Tobias Brucker aus Lauterbach im Schwarzwald wettete am 4. März 2006, dass er nur mit Hilfe der Zunge 16 Maiskörner in seine Nasenlöcher - acht ins linke, acht ins rechte - stecken kann, ohne dass sie wieder herausfallen: Die Nummer klappte - und ersparte Wettpate Heiner Lauterbach eine Lesung beim Landfrauenverband. Auf die Frage, wie Brucker denn auf die Idee gekommen sei, antwortete er später: "Ich mag keinen Mais. Da habe ich ihn mir in die Nase gesteckt." Moderator Gottschalk kommentierte indes die Leistung des jungen Mannes, als dieser vor der Kamera seinen Junggesellenverein grüßte, mit dem Spruch: "In dem wirst du noch eine Weile bleiben, glaube ich." Den Zuschauern war die Wette offenbar auch zu eklig: Wettkönig wurde ein anderer.

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Musik liegt in der Brust: Der Rendsburger Michael Marschall wollte am 4. November 2006 in der Sendung am rhythmischen Brustmuskelzucken seiner Freunde Stefan Bakker und Andreas Koch 30 verschiedene Musikstücke erkennen. Die drei gewannen die Wette und wurden mit einem Stimmanteil von 77 Prozent zu den Wettkönigen gewählt.

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Balanceakt: Die Herzen des Publikums eroberte am 20. Januar 2007 die acht Jahre alte Hündin Sweet Pea, ein Mischling aus Schäferhund und Bordercollie. Sie balancierte ein gefülltes Wasserglas auf ihrer Schnauze, während sie eine Treppe erst hinauf- und dann wieder hinunterstieg. Das Training, das ihr Herrchen Alexander Rothacker fünf Jahre lang dafür mit ihr durchgeführt hatte, zahlte sich aus: Sweat Pea gewann die Wette - und führte das Kunststück anschließend sogar noch einmal rückwärts vor. Da Wettpate Peter Maffay nicht an das Gelingen geglaubt hatte, musste er zur Strafe eine 20-Kilo-Hantel bis zur Schmerzgrenze stemmen.

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Rückentraining mal anders: Gerhard Donie, Jonglagekünstler und Mitbegründer des Kölner Bewegungstheaters "Mobilé" sowie Bühnenbutler für Karl Dall in dessen Fernsehsendungen "Koffer Hoffer" und "Jux und Dallerei", führte in der "Wetten, dass..?"-Sendung vom 6. Oktober 2007 eine völlig neuerfundene Sportart vor: Pömpeldart. Innerhalb von eineinhalb Minuten, so Donie, wolle er 20 Pümpel so auf zehn Männerrücken werfen, dass sie dort haften bleiben. Die Wette gelang - und da Wettpate Wladimir Klitschko dagegen gesetzt hatte, musste er sich so lange mit Pümpeln bewerfen lassen, bis einer schließlich an ihm hängen blieb. Thomas Gottschalk zeigte sich begeistert von der schrägen Idee: "Das ist die Wette, auf die ich 20 Jahre lang gewartet habe", erklärte er nach der Sendung der "Bild am Sonntag".

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Flinke Zunge: Am 10. November 2007 trat Tim Vetter aus Tutzing mit dem Versprechen an, er könne einen Hundenapf schneller ausschlabbern als sein Labradorhund Lucky. Am Ende war der Hund schneller als sein Herrchen - doch den Zuschauern gefiel die schräge Wette so gut, dass sie Vetter trotzdem zum Wettkönig wählten.

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Luftnummer: Am 26. Januar 2008 flog der Helikopterpilot Jan Veen in einem Dortmunder Fußballstadion mit seinem Hubschrauber umher - es galt, in vier Minuten vier Bierflaschen mit einem an die Kufen seines Fluggeräts montierten Flaschenöffner zu entkorken. Unter den "Bravo!"-Rufen seines Wettpaten Gérard Depardieu, der aus dem Studio in Salzburg das Spektakel verfolgte, gelang Veen das luftige Bierzapf-Kunststück sogar in nur drei Minuten.

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Ballwurfmaschine: Er kann mit seinem Bagger in nur vier Minuten fünf Basketbälle punktgenau in einen Korb werfen, wettete der 30-jährige Familienvater Ralf Rabung am 7. November 2009 in der Sendung. Als dem sportiven Baggerfahrer sein Kunststück gelang, tobten die Zuschauer vor Begeisterung - und wählten ihn zum Wettkönig.

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Großmaul: Am 31. März 2007 trat Triathlet Renato Dirks in "Wetten, dass..?" zu einer sportlichen Herausforderung der besonderen Art an - er versuchte, mit seinen Lippen ein Glas mit zehn Zentimetern Durchmesser zu umschließen. Leider hatte er mit diesem Vorhaben den Mund etwas zu voll genommen - die Wette glückte nicht.

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Akrobatischer Möbelschlepper: Wie man Möbel auch ganz freihändig transportieren kann, zeigte der chinesische Kandidat Guozhi Guo in der Sommerausgabe der Show am 23. Juni 2007. Er wettete, dass es ihm gelingt, 16 Holzbänke gleichzeitig für 30 Sekunden nur mit seinem Mund hochzuhalten. Unter den ungläubigen Blicken von Wettpatin Barbara Schöneberger hob er die ineinander verkanteten Möbelstücke hoch, steckte sich das Ende einer unten herausragenden Bank zwischen die Kiefer und hielt das Bank-Konstrukt eine halbe Minute lang tadellos im Gleichgewicht.

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Fragiles Handwerk: In zweieinhalb Minuten versuchte der Informatiker Gerhard Feder am 9. November 2007 bei der Aufzeichnung der Sendung in Leipzig, 20 rohe Eier an ein Brett zu nageln. Sie sollten mindestens 20 Sekunden hängen bleiben, ohne herunterzufallen. Mit ruhiger Hand gelang ihm das Kunststück - und wurde vom Moderator Gottschalk mit den Worten "20 Eier auf dem Brett - sieht aus wie Alice Schwarzers Trophäensammlung!" honoriert.

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Zungenbrecher: Harald Ebenhöch aus Ursensollen wettete am 24. Januar 2009, er könne innerhalb von 75 Sekunden mit seiner Zunge 40 Süßstofftabletten aus gespannten Mausefallen holen - ohne getroffen zu werden. Unter den leidenden Blicken seines Wettpaten Jörg Pilawa leckte Ebenhöch Pille für Pille auf. Er gewann nicht nur die Wette, sondern wurde zum Wettkönig des Abends gewählt. Kommentar Gottschalks zu der verletzungsträchtigen Aktion: "So nehmen Masochisten ihr Viagra!"

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Von wegen "körperloses Spiel": Am 21. März 2009 versuchte der 45-jährige Wolfgang Schaar, mit Hilfe seiner Bauchmuskeln Weingummis in einen Miniatur-Basketballkorb zu katapultieren - und scheiterte trotz des ihn wild anfeuernden US-Komikers Kevin James, der Pate seiner Wette war.

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"Ich spüre Brocken": Zwei 16-jährige Schülerinnen traten am 5. Dezember 2009 an, um mit ihren nackten Zehen mit verbundenen Augen die Marken verschiedener Katzenfuttersorten zu ertasten. Doch sie lagen zu oft daneben - die Wette scheiterte. Moderator Gottschalk witzelte beim Säubern der Füße vom Katzenfutter: "Das kennen Männer, die schon mal nachts besoffen durch die Katzenklappe heimgekommen sind!"

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