White Building in Phnom Penh Zwischen Graffiti und Schimmel

Nonnen, Huren und Künstler - im "White Building" in Phnom Penh leben über 2500 Menschen. Doch Immobilienmakler und Zerfall bedrohen ihr Heim. Fotograf Tariq Zaidi hat das Leben in der Ruine dokumentiert.
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Hinter der verfallenden Fassade des "White Building" in Phnom Penh verbirgt sich eine lebhafte Kommune von rund 2500 Bewohnern. 2014 entdeckte der britische Fotograf Tariq Zaidi durch Zufall das Gebäude. "Ich habe mich gleich in die Gemeinschaft dort verliebt", sagt Zaidi.

Foto: Tariq Zaidi/ ZUMA Press
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In den Treppenhäusern und Fluren spielen Kinder. Die kleinsten Bewohner bewegen sich in den sechs Blocks vollkommen frei. "Es herrscht eine Atmosphäre des Vertrauens", sagt Fotograf Tariq Zaidi. "Die Menschen dort sind sehr gastfreundlich."

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Bewohnerinnen entspannen sich am Ende des Tages gemeinsam im Beauty-Salon im Erdgeschoss. Einige von ihnen machen sich fürs Ausgehen schick, andere für die Arbeit.

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Fünf Treppenaufgänge und ein Geflecht von Betonbrücken verbinden die einzelnen Gebäudeteile des "White Building". Der Komplex erstreckt sich über sechs Blocks und beherbergt 468 Apartments. Die Übergänge seien das "schlagende Herz" des Gebäudes, erklärt Tariq Zaidi. "Die Menschen hier sind lebensfroh, obwohl ihre Situation sehr schwer ist."

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In vielen der Flure und an den Decken finden sich Wandgemälde aus vergangenen Tagen und leuchtende Graffiti junger Künstler. Schon seit der Erbauung Anfang der Sechzigerjahre leben Künstler im "White Building". Ob es eine Zukunft hat, ist ungewiss. Das Grundstück mitten in Phnom Penh ist bei Investoren heiß begehrt.

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Eine Frau schaut in ihrer Wohnung Fernsehen - und entgeht der Hitze und Feuchtigkeit des Tages. Die Flure des Gebäudes verfügen nicht über Fenster und werden laut Zaidi nur vom schwachen Licht aus den Wohnungen erleuchtet.

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Nach Einbruch der Dunkelheit versammeln sich Heroinabhängige und zwielichtige Gestalten in den Korridoren und Treppenaufgängen des Gebäudeteils Block 1. In diesem Bereich gehen auch viele der Prostituierten und Ladyboys anschaffen. "Die Menschen dort versuchen einfach, ihr Leben zu leben", sagt Zaidi.

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Eine Frau sitzt in einem der Korridore des Gebäudes und wartet auf Kundschaft. Die Frau verkauft Lebensmittel an ihre Nachbarn. "Das ganze Haus gleicht einem symbiotischen Organismus", sagt Tariq Zaidi. "Wenn jemand ein Problem hat, helfen ihm seine Nachbarn sofort."

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"Eine Gemeinschaft, in der alternative Lebensstile akzeptiert werden", nennt Fotograf Tariq Zaidi die Bewohner. Hier posiert ein Ladyboy vor seiner Wohnung. Teile des Gebäudes sind baufällig und werden von Bewohnern und Hilfsorganisationen notdürftig renoviert.

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Eine ältere Frau macht auf dem Dach des Gebäudes ein Nickerchen. "Es gibt keine Möglichkeit, dass die Bewohner des 'White Building' einen anderen Ort in der Stadt zum Leben finden, den sie sich leisten können", sagt Tariq Zaidi. Der Kampf der Bewohner um ihr Zuhause sei symbolisch für den Kampf gegen die Gentrifizierung weltweit.

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Ein Gemälde zeigt Phnom Penh und den Mekong. Als die Roten Khmer 1975 die Macht in Kambodscha ergriffen, flohen die Künstler aus ihren Wohnungen im "White Building". Die Überlebenden des Schreckensregimes kehrten vier Jahre später zurück.

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Die Eingänge vieler Wohnungen bleiben geöffnet. Viele der Türen haben aber Metallgitter, die Schutz vor Einbrechern bieten - und Vorbeigehenden einen Einblick in das Leben der Bewohner gewähren. "Viele Menschen haben mich einfach in ihre Wohnung gelassen", sagt Fotograf Zaidi.

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Trotz eines oftmals harmonischen Miteinanders prägt bittere Armut das Leben vieler Bewohner des "White Building". In den Stunden vor Sonnenaufgang durchsuchen einige von ihnen den Müll, um Nützliches und Wertvolles zu finden.

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Ein spielendes Kind in einem der Treppenhäuser des "White Building". Im Erdgeschoss ist neben vielen Geschäften auch eine Schule untergebracht, die von einer Nichtregierungsorganisation betrieben wird. "Es macht mich traurig, dass diese lebhafte Gemeinschaft und ein Teil der Geschichte Kambodschas verloren gehen könnten", sagt Tariq Zaidi.

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Ein Mann hängt die Wäsche seiner Familie zum Trocknen auf. Trotz des Stigmas, das Drogenhandel und Prostitution über das "White Building" bringen, sind die Bewohner ein bunter Querschnitt durch die Bevölkerung Phnom Penhs.

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