In sieben Schritten: Wie Wagner die patriotischsten Pommes der Welt schuf 23.11.2019
 1. Schritt: Einmal fliegender Holländer mit extra Käse! Wie kein anderer steht...
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1. Schritt: Einmal fliegender Holländer mit extra Käse!

Wie kein anderer steht der Name Wagner in der deutschen Kultur für ein Werk sinnlicher Intensität, das einen tief in uns verborgenen Hunger stillt, ein Œuvre ungestüm aufbrandender Empfindungen, die sich wie auf Sturmwogen tanzende Gischt in den düsteren Himmel auftürmen und sich ebenso plötzlich in zartschmelzender Harmonie zu einem delikaten Genuss zu vereinen vermögen, der nur einen Schluss zulässt: "Wirklich eine verdammt gute Tiefkühlpizza!"
Doch neben beliebter Schockfrost-Feinkost wie den Wagner Piccolinis (drei Käse), Wagner Steinofen Vegetaria (fünf knackige Grillgemüse) oder Wagner Big Pizza Boston (36 Weight-Watchers-Punkte) gab es ja noch: Richard Wagner. Geboren am 22. Mai 1813, gestorben am 13. Februar 1883 in Venedig, dazwischen Universalgenie, Antisemit und viel bestaunter Kotelettenträger.
Schon im zarten Alter von 13 Jahren begann er die Arbeit an seinem ersten Theaterstück, mit 16 komponierte er seine ersten Sonaten, vier Jahre später führte man seine erste Opernarie auf. Er arbeitete mit unermüdlichem Eifer: als Dramatiker, Dirigent, Kapellmeister und Theaterreformer, als Verfasser politischer Schriften - und wirrer antisemitischer Machwerke wie "Das Judenthum in der Musik." Bekannt wurde er auch als meisterhafter Schnorrer: Laut Thomas Mann war der Komponist ein "Pumpgenie", ständig auf der Flucht vor seinen Gläubigern. Wagner schaffte es, selbst beim irren Bayernkönig Ludwig II. zu nassauern, bis das Volk auf die Barrikaden ging.
Trotz dieser unsympathischen Züge wurde der Komponist zur Legende. Opern wie "Tristan und Isolde", "Der fliegende Holländer" oder der "Ring des Nibelungen"-Zyklus machten ihn zu einer der Galionsfiguren der deutschen Kulturgeschichte. Und nicht nur der deutschen. Denn auf der anderen Seite des atlantischen Ozeans sollte rund ein Jahrhundert nach Wagners Tod...