Bürgerwille contra Energiewende: Im Aufwind 21.11.2019
 Nikolai Ziegler , 42 Jahre alt, Volkswirt, Leiter des Fachbereichs...
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Nikolai Ziegler, 42 Jahre alt, Volkswirt, Leiter des Fachbereichs Volkswirtschaft bei der "Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik".

SPIEGEL: Warum sollen ausgerechnet bei Ihnen keine Windräder gebaut werden?
Ziegler: In meiner alten Heimat Hessen wurden bereits "Schatzkästchen der Natur" (so ein ehemaliger Bundesumweltminister über den Werra-Meißner-Kreis) durch die Windkraftindustrie geplündert. "Hot Spots der biologischen Vielfalt" wurden im großen Stil mit Anlagen verschandelt - die ökologischen und ästhetischen Schäden sind bereits da. Mir geht es darum, ähnlichen Irrsinn zu verhindern - überall. Natur- und Artenschutz und menschliche Gesundheit sind nicht verhandelbar - nirgends.
SPIEGEL: Woher soll der Strom dann kommen?
Ziegler: Die Stahlkolosse sind Energiezwerge. Das, was sie nach Laune des Wetters - meist wenig, punktuell aber in kostspielig zu entsorgendem Überfluss - produzieren, lässt sich durch Einsparung kompensieren. Gesicherte Erzeugungsleistung lässt sich durch Windkraftanlagen ohnehin nicht ersetzen.
SPIEGEL: Glauben Sie an den menschengemachten Klimawandel?
Ziegler: Ich weiß, dass hiesige Windkraftanlagen den globalen Klimawandel nicht beeinflussen können. Lokal sind sie auf dessen Herausforderungen eine denkbar schlechte Reaktion: Unzerschnittene Wälder und intakte Ökosysteme werden wichtiger denn je. Unsere Stromversorgung ans Wetter zu koppeln, ist unklug, wenn dessen Extreme zunehmen.