Bürgerwille contra Energiewende: Im Aufwind 21.11.2019
 Knut Kahnt vom "Verein Pro Milan & Co.eV." aus Gutenborn in...
privat

Knut Kahnt vom "Verein Pro Milan & Co.eV." aus Gutenborn in Sachsen-Anhalt.

SPIEGEL: Warum sollen ausgerechnet bei Ihnen keine Windräder gebaut werden?
Kahnt: Unser Verein beschließt keine neuen Gesetze, wir kontrollieren deren Einhaltung in Genehmigungsverfahren. Wo das Gesetz Windräder erlaubt, darf gebaut werden; wo es das Gesetz verbietet, eben nicht. Rotmilan und Co. haben gegen Wirtschaftsinteressen keine Chance: Diese Vögel sind die Opfer, und unsere Aufgabe ist es, sie zu schützen.
SPIEGEL: Woher soll der Strom dann kommen?
Kahnt: Die grundsätzliche Frage ist nicht, woher der Strom kommt, sondern wofür er vergeudet wird. Wir brauchen da ganz neue Denkansätze. Zum Beispiel: Gewicht runter bei allen Autos, schwere SUV braucht tatsächlich keiner, dazu ein Tempolimit mit den Grenzwerten 50/80/120 Kilometer pro Stunde einführen. Es geht darum, Energie durch Sinnlosproduktion zu sparen. Wer glaubt, dass das nicht geht, der soll sich mal den "RG 28" anschauen: Das ist ein Küchenmixer aus DDR-Zeiten, der nach über 50 Jahren ohne Mängel läuft. So würden die weltweiten Umweltschäden durch Schrottberge aus Deutschland wegfallen. Für mich gilt: Erst runter mit dem Energieverbrauch, dann notwendige Windräder bauen, so einfach.
SPIEGEL: Glauben Sie an den menschengemachten Klimawandel?
Kahnt: Seit drei Jahrzehnten mahnen Wissenschaftler wie der Meteorologe Mojib Latif gebetsmühlenartig den Klimawandel an. Wir brauchen eine Hundertachtziggrad-Wende, die den Klimaschutz über die Wirtschaftsinteressen stellt. Städte wie Konstanz, die den Klimanotstand erklären, sind richtungsweisend. "Fridays for Future" ist Vernunft. Aber nach 30 Jahren Klimapolitik in der Bundesregierung kommt von mir nur das Fazit: "Durchgefallen!" Meine Prognose: Aussichtslos!"