Wladimir Putin Eine Bilanz in neun Grafiken

Wo steht Russland nach 18 Jahren Wladimir Putin? Wohin zeigt der Trend? Eine Bilanz in neun Grafiken.
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Boom, Crash - und dann? Bereits im Jahr 1999 setzte in Russland die Erholung nach dem Staatsbankrott 1998 ein. Der erste schwere Einbruch erfolgte während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009. 2014/2015 dann warf der Ölpreisverfall die Wirtschaft auf den Stand von 2009 zurück, zumindest in Dollar gerechnet. Inzwischen erholt sich die russische Ökonomie leicht.

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Die russischen Wachstumsraten konnten seit 2009 nie auch nur annähernd jene Werte der ersten Putin-Jahre erreichen. Im Jahr 2000 wuchs die Wirtschaft um satte zehn Prozent. 2013 - der Ölpreis lag noch bei 110 Dollar, die Krim war noch ukrainisch - reichte es allerdings nur noch für magere 1,3 Prozent Wachstum. Immerhin: 2017 setzte nach zwei Jahren Krise das Wachstum wieder ein. Experten rechnen allerdings damit, dass Russland auf absehbare Zeit maximal zwei Prozent wachsen wird.

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Russland ließ nach dem Ölpreisverfall den Rubel gegen Euro und Dollar dramatisch abwerten. Das half der Wirtschaft, die Krise zu überstehen: Importe aus dem Ausland wurden teurer, russische Produzenten konkurrenzfähiger. Russlands Industrieproduktion wächst deshalb. Die Zeche zahlten allerdings die Bürger: Die Preise stiegen, die Kaufkraft von Einkommen und Renten ist stark gesunken.

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Das Teflon-Rating: Egal, wie schlecht in den vergangenen Jahren die Wirtschaftsdaten waren, die russische Bevölkerung steht seit 2014 eisern hinter Putin. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil seine Umfragewerte von 2010 bis 2013 erkennbar unter Druck geraten waren. Der Moskauer Ökonom Michail Dmitrijew glaubt, die Ukraine-Krise habe "wie ein sozialer Blitzableiter" gewirkt. Nach dem Anschluss der Krim habe er immer häufiger Sätze wie diesen gehört: "Die Welt hat aufgehört, sich an Russland die Füße abzuputzen." Die Außenpolitik hat die früheren Erfolge in der Wirtschaft als wichtigste Quelle von Putins Popularität abgelöst. Putin hat sich neu erfunden - als Weltpolitiker.

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Als eine der Errungenschaften Putins gilt in Russland, die Abhängigkeit vom Westen reduziert zu haben, unter anderem in Form von Staatsschulden. Michail Gorbatschow und Boris Jelzin mussten im Westen um Kredite bitten, Wladimir Putin empfand Russlands Schuldenlast als erniedrigend - und senkte sie radikal. Seit dem Ölpreisverfall muss der russische Staat allerdings wieder Schulden machen.

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Die Lebenserwartung in Russland stürzte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ab. Seit 2005 steigt sie deutlich an. Beachtlich sind deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Russische Frauen werden im Schnitt 77 Jahre alt - das ist der höchste, jemals gemessene Wert. Männer dagegen werden nur 66,5 Jahre alt, ihre Lebenserwartung war bereits Ende der Achtzigerjahre ähnlich hoch. Mitte der Neunzigerjahre war sie allerdings auf 57 Jahre abgestürzt. Putin hat im Wahlkampf versprochen, die Lebenserwartung werde bald weiter steigen - auf über 80 Jahre.

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In den Neunzigerjahren war die Geburtenrate in Russland extrem eingebrochen, auf zwischenzeitlich nur noch 1,2 Kinder pro Frau. Viele Russen rechnen Putin hoch an, den Bevölkerungsschwund zumindest gebremst zu haben. Als einer der Gründe dafür galt die Einführung des sogenannten "Mutterschaftskapitals", einer staatlichen Einmalzahlung an Mütter im Wert von mehreren Tausend Euro. Allerdings entfällt ein Teil des Zuwachses auf die strukturschwachen und islamisch geprägten Gebiete des Nordkaukasus. Zuletzt berichteten russische Medien zudem, die Zahl der Geburten sei um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

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Steigende Preise für Öl auf dem Weltmarkt führten auch dazu, dass Russland seine Produktion massiv ausweitete. Sie liegt heute um mehr als 60 Prozent höher als im Jahr 2000. Bemerkenswert: Auf den Absturz der Ölpreise 2014/2015 reagierte Russland zunächst mit einer massiven Ausweitung der Förderung, um Löcher im Staatshaushalt zu stopfen.

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Als Wladimir Putin im Jahr 2000 Präsident wurde, war Russland in weiten Teilen ein armes Land. Die russische Regierung stufte damals 36 Millionen Menschen als "arm" ein, 2012 waren es nur noch 15 Millionen. Seitdem steigt ihre Zahl allerdings wieder, bedingt durch Russlands Wirtschaftsprobleme.

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