Italien in der Einzelkritik Unsicherer Buffon, unauffälliger Balotelli

Mario Balotelli freute sich über einen Sturmpartner, stand aber permanent in dessen Schatten. Torhüter Gianluigi Buffon spielte deutlich auffälliger, das lag aber an ungewohnten Unsicherheiten. Die Italiener in der Einzelkritik.
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Gianluigi Buffon (Tor): Für ihn war es vielleicht das letzte Länderspiel. Er wirkte etwas verunsichert, faustete in der ersten Hälfte zweimal Bälle, die ein echter Weltklassetorhüter vermutlich gefangen hätte. Die große Zeit dieses Torhüters ist vorbei - und diese Niederlage war wohl Buffons letztes Spiel für die Squadra Azzurra. Beim Gegentor war er aber chancenlos.

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Andrea Barzagli (Abwehr): Hatte es in der Verteidigung meist mit Edinson Cavani zu tun. Ließ nach einer halben Stunde einen Beinschuss von Luis Rodriguez zu, blieb ansonsten aber meist stabil. Doch eine kritische Szene nach der Ecke in der 81. Minute reichte ja für diese bittere Niederlage.

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Leonardo Bonucci (Abwehr): Spielte eine Art Libero und tat das lange Zeit mit allen Kniffen der italienischen Abwehrschule. Er ordnete, köpfte Bälle aus dem Strafraum, sprang ein, als Uruguay angriff, war lange der Fels im Zentrum vor dem eigenen Tor, konnte den Gegentreffer aber auch nicht verhindern.

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Giorgio Chiellini (Abwehr): Hatte es meist mit dem nach seinem Siegtreffer gegen England so gefürchteten Luis Suárez zu tun. Setzte das gute alte italienische Gespür für ein Foul im richtigen Moment ein, aber diese Strategie ging diesmal nicht auf. Regte sich zehn Minuten vor dem Ende fürchterlich auf, weil Suárez ihn offenbar in die Schulter gebissen hatte, was die Schiedsrichter aber übersahen.

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Matteo Darmian (Mittelfeld): Trat gleich zu Beginn erst mal kräftig ans Bein von Edinson Cavani, um zu signalisieren, dass die Italiener sich an diesem Tag nicht so zaghaft ihrem Schicksal ergeben würden, wie einige Tage zuvor gegen Costa Rica. Spielte die hohe Kunst der klassischen italienischen Abwehrschule, wirkte aber in der entscheidenden Szene vor dem 0:1 zu zaghaft, wobei er da nicht der einzige war.

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Marco Verratti (Mittelfeld, bis zur 75. Minute): Der in manchen Porträts als eine Art Pirlo-Klon beschrieben wird, war sehr wach in der Defensive und spielte tatsächlich ein paar Pässe, die in ihrer Lässigkeit an Pirlo erinnerten. Und Verratti beherrscht die Feinheiten des italienischen Zeitspiels, lag mehrfach auf dem Boden, was die Uruguayer im Publikum zur Weißglut trieb, was der italienischen Sache aber äußerst zuträglich war.

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Thiago Motta (Mittelfeld, ab der 75. Minute): Ersetzte Veratti und erlebte den finalen Untergang aus nächster Nähe, ohne entscheidend auf die Partie einwirken zu können.

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Andrea Pirlo (Mittelfeld): War wie immer der präsenteste Italiener. Auch weil es recht viele Ecken und Freistöße gab, die der Altmeister trat. Aber in dieser Partie, in der alles Künstlerische nur eine Nebenrolle spielte, war Pirlo natürlich keine prägende Figur. Verrichtete in Unterzahl wichtige Laufarbeit im Interesse der Mannschaft, und konnte das Spiel nach dem Rückstand dann auch nicht mehr drehen.

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Claudio Marchisio (Mittelfeld): Hatte von den drei zentralen Mittelfeldspielern die wenigsten Spielanteile. Führte viele Zweikämpfe, verlor aber nach 56 Minuten das Gespür für die richtige Dosis Härte. Trat in einem Akt spontaner Bösartigkeit gegen das Knie von José Gimenez und sah Rot.

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Mattia De Sciglio (Mittelfeld): Der Mann von der linken Außenbahn hielt seine Seite dicht, was aber auch daran lag, dass die Uruguayer in der Regel über den anderen Flügel angriffen. Wusste sich am Ende manchmal nur durch Fouls zu helfen.

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Mario Balotelli (Sturm, bis zur 46. Minute): Litt am zaghaften Offensivspiel seines Teams. Von dem polarisierenden Angreifer hieß es nach der zweiten WM-Partie gegen Costa Rica, er habe so unauffällig gespielt, weil ihm ein Sturmpartner fehlte. Einer, der ganz vorne auch mal Räume aufreißt oder als Anspielstation dient. Nun war Immobile auf dem Platz, aber Balotelli war nur zu sehen, wenn er nach Zweikämpfen auf dem Boden lag und sich irgendein Körperteil hielt.

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Marco Parolo (Mittelfeld, ab der 46. Minute): Kam für Balotelli und war ausschließlich mit Verteidigungsarbeit beschäftigt. Erst recht, nachdem die Italiener in Unterzahl spielten. Tat das aber mit viel Einsatz und guten Gefühl für die Verdichtung der Räume. Am Ende half das aber auch nicht.

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Ciro Immobile (Sturm, bis zur 71. Minute): Fiel in der 28. Minute mal ein Ball auf den Fuß, den er dann aber aus zwölf Metern weit auf die Tribüne drosch. Der 24-jährige Torschützenkönig der abgelaufenen Serie-A-Saison, der nach der WM für Borussia Dortmund spielt, hatte zuvor noch keine Minute auf dem Platz gestanden, und war ein Profiteur der Umstellung auf ein 3-5-2-Systen mit einer zweiten Spitze. In der zweiten Hälfte durfte er dann sogar allein in der Spitze spielen. Aber die Italiener hatten einfach zu wenig Schub in der Offensive, so dass Stürmer nur wenig Freude an dieser Partie haben konnten.

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Antonio Cassano (Sturm, ab der 71. Minute): Kam für Immobile, aber in dieser Mannschaft bei diesem Turnier grundsätzlich an Offensivkraft mangelte, konnte auch er wenig bewegen.

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