Wohnzimmer der Siebziger Plüsch ist mein Pläsier

Mit Flokati und Fototapete zog das Grauen in die guten Stuben: Während sich die Designer-Avantgarde auf knallbunten Weltraum-Wohnlandschaften räkelte, zimmerten sich Do-it-yourself-Hippies ihre individuelle Billy-Hölle. einestages zeigt die schönsten Geschmacksverirrungen der Siebziger. Von Katja Iken
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Wuschelige Turnmatte: Aufreizend fläzt sich Jane Fonda in "Barbarella" (1968) auf einem braunen Etwas, das wenig später als sogenannter Flokatiteppich in die deutschen Wohnzimmer einzog.

Foto: ddp images
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Horizonterweiterung: Sahara-Sandmassen, Wattlandschaften oder herbstliches Laub - in den siebziger Jahren schmückten Fototapeten in beeindruckenden Dimensionen ganze Wände, wie diese Werbung von 1975 zeigt.

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Flower Power: Blumenkinder liebten blumiges Design - egal ob florale Muster auf Tapeten und Teppichen oder eben echte Pfanzen. Diese wurden nicht einfach auf die Fensterbank gestellt, sondern baumelten in sogenannten Ampeln an Wänden und Türen.

Das Foto wurde von www.vondir.de zur Verfügung gestellt.

Foto: www.vondir.de
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Kurvenreich: Das Siebziger-Jahre-Schlafzimmer im "Palais Bulles" in Théoule-sur-Mer, einem Haus mit 25 kugelförmigen Räumen an der französischen Küste nahe Cannes - entworfen von dem Designer Pierre Cardin und dem Architekten Antti Lovag.

Foto: Corbis
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Ikea-Grauen: Dunkel, dunkler, kariert - ein Wohnzimmer aus dem Ikea-Katalog von 1974.

Foto: Ikea
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Wilde Phase: Braun, Gelb, Orange - warme Farben auf Tapeten und Wohnaccessoires schufen in den siebziger Jahren eine behagliche Atmosphäre. Beunruhigend dagegen die wilden Muster.

Foto: Corbis
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Tapeten-Trip: Die wie im Drogenrausch designten Formen und Farben der Siebziger-Jahre-Tapeten sind wieder angesagt - meist schmücken sie aber Retro-Bars, nicht Wohnzimmer.

Foto: DDP
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Kitsch, aber Kult: "Klack, klack, klack" machte es, wenn das Klappzahlen-Uhrenradio die Zeit weiterblätterte. Designliebhaber haben solche Wecker und Tulpenfuß-Lampen mittlerweile zu Kultobjekten verklärt.

Foto: Corbis
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Zum Gähnen: Farbenfrohe Siebziger? Von wegen. Tisch, Sofa, Wand, Teppich und Lampenschirm im braunen Einheitslook. Auch das gab's.

Foto: Corbis
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Traumhaft schön: Zwei Mädels vor atemberaubender Landschaftskulisse - auf der in den siebziger Jahren beliebten Fototapete wirkt sie trügerisch echt.

Foto: Corbis
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Mini-Vulkan: Die psychedelisch blubbernde Lavalampe war in den siebziger Jahren Kult, mittlerweise fristet sie meist ein trauriges Dasein auf Flohmärkten oder Dachböden.

Foto: istock
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Erotische Wohnkultur: In den "Schulmädchen-Report"-Erotikfilmen aus den siebziger Jahren durften Pilzleuchten und der Flokati als Spielwiese für sexuelle Experimente nicht fehlen. Die dominierende Farbe für diese Drehkulisse ist - Rot, die Farbe der Liebe.

Foto: ddp images
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Plastiktraum in Türkis: In den siebziger Jahren war Plastik - in allen erdenklichen Farben - ein beliebtes Material für Möbel. Der Kunststoff löste den biederen "Eiche rustikal"-Stil ab.

Foto: Corbis
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Orangene Revolution: Die Kantine des SPIEGEL-Verlagshauses in Hamburg gestaltete der Däne Verner Panton 1969 - Orange wurde in den siebziger Jahren zur unbestrittenen Königin in der Farbpalette für Inneneinrichtung.

Foto: dpa
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Siebziger-Kulisse: Das Set von "Ein Mädchen für alles" (1970) trumpft nahezu mit allen poppigen Wohnaccessoires der siebziger Jahre auf. Schauspielerin Hildegard Krekel räkelt sich auf dem weißen Flokati. Peter Vogel und Dagmar Biener nehmen auf der knallroten Wellen-Liege vor dem Glastisch mit Kugelfüßen Platz und im Minikleid hat sich Diana Körner neben dem Tulpenfuß-Beistelltisch in Position gebracht.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Felicitas Timpe
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Waben wagen: Quizmaster Hans Rosenthal während einer "Dalli, Dalli"-Sendung im ZDF (Archivbild von 1978). Die Wabenmuster-Dekoration im Hintergrund inspirierte in den siebziger Jahren so manchen bei der Einrichtung des eigenen Heims.

Foto: dpa
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Weltraum-Wohnzimmer: Futuristische Lounge in Stanley Kubricks Film "2001: Odyssee im Weltraum" aus dem Jahr 1968. In den siebziger Jahren bewiesen Designer Mut zu ungewöhnlichen Formen - wie bei diesen Sitzmöbeln. Der Tulpenfuß-Tisch ist heute wieder ein beliebter Einrichtungsgegenstand.

Foto: ddp images
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Wohnlandschaft: Einblick in ein futuristisches Kunststoff-Röhrenhaus des Architekten Franz Ulrich Dütle in Castrop-Rauxel, aufgenommen 1970.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Benno Wundshammer
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Hippie-Minimalismus: Viele hielten es in den siebziger Jahren wie die Oberkommunarden Rainer Langhans und Uschi Obermaier und verzichteten ganz auf Möbel - ihnen genügten Matratzen, Sitzsäcke und Wolldecken.

Aufnahme aus der Sendereihe des WDR "Pop 2000 - 50 Jahre Popmusik und Jugendkultur in Deutschland".

Foto: WDR
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DDR-Wohnzimmer: Biedere Stube in düsterem Braun. Doch auch am Osten ging die Mode der Siebziger nicht völlig vorbei - wilde Muster, zumindest auf dem karierten Sofa.

Das Bild wurde 2003 in der Ausstellung "Olle DDR" in Apolda aufgenommen. Es zeigt ein mit originalen Gegenständen rekonstruiertes Wohnzimmer, wie es in den siebziger Jahren in der DDR üblich war.

Foto: ddp
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Bei Anruf Hoffnung: Auch ein Telefon durfte in den siebziger Jahren nicht einfach nur aussehen wie ein Telefon. Dieses Exemplar ist mit einem floralen, grün-goldenen Stoff ummantelt. Farblich passt das Designstück so auch optimal zu den Wänden.

Foto: istock
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Fläzen in Cord: Dominik Schirmer hat es sich im Siebziger-Jahre-Sessel aus braunem Cord gemütlich gemacht. Dahinter ist die damals hochmoderne Korktapete zu sehen. Das Foto wurde am 29. Dezember 1979 in Hagen aufgenommen.

Das Foto wurde von Ruth und Frank Schirmer eingereicht.

Foto: Dominik Schirmer/Ruth u. Frank Schirmer
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Knalliges Wohnzimmer: Orange und Rot - das muss sich nicht beißen, wie dieses Bild von einestages-Leserin Martinka Kubickova beweist. Sie findet das siebziger-Jahre-Design heute "irgendwie wieder sympathisch" (Foto etwa von 1973).

Foto: Martinka K.
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Bank-Toilette: In der Kundentoilette einer Wormser Bank ist die Zeit in den siebziger Jahren stehengeblieben.

Foto: Ralf Nägele
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Düsteres Wohnzimmer: Braune Cordsessel auf weißem Flokati, Rauchglastisch mit Chromfüßen und ein ReVox-Bandgerät mit Selbstbauboxen. "Das war 1974 unser ganzer Stolz", erinnert sich einestages-Leser Dieter Mueller.

Foto: Dieter Mueller
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Fotoshooting im Wohnzimmer: Ferdinand Philipp Keuter als Kind steht auf braunem Cord, im Hintergrund eine Tapete mit imposantem Muster. Foto von 1976.

Foto: Ferdi Keuter
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Blick in die erste Wohnung: Wenig Raum, gute Ideen - viel Eigenleistung machen die Wohnung in den siebziger Jahren zu einem Schmuckstück. Eine Rosentapete auf der Schranktüre erspart teures Furnier.

Eingereicht von Ferdinand Philipp Keuter.

Foto: Ferdi Keuter
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Ton in Ton: In der riesig großen Küche, Foto von 1978, wurde eine Essecke abgetrennt. Eine abgehangene Holzdecke, eine Eckbank mit großem Tisch, laden zum Sitzen, Essen und Arbeiten ein. Passend zur neuen Tapete wurde diese Lampe montiert.

Foto: Ferdi Keuter
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Obligatorische Hausbar: Holzdecke, großes Blumenmuster in der Tapete und die Hausbar waren die Glanzlichter dieses Wohnzimmers.

Foto: Ferdi Keuter
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Standard-Wohnzimmer: Moderne Bleiverglasung und eine einfache Lampe, dazu Einbaumöbel aus Red Pine - das sind die Baustoffe für ein gemütliches Wohnzimmer der siebziger Jahre.

Foto: Ferdi Keuter
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