Zirkusschule für syrische Flüchtlingskinder Auf Stelzen zu Selbstbewusstsein

Sie werden gehänselt, dürfen keine normalen Schulen besuchen und leben in Armut: Eine Zirkusschule verhilft syrischen Flüchtlingskindern zu Bildung und Lebensfreude. Eine großartige Aktion in Bildern.
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Die Brüder Diyar und Shiyar üben Jonglieren: Von der türkischen Stadt Mardin aus sieht man die syrische Grenze. Viele Kinder aus syrischen Flüchtlingsfamilien können keine türkische Schule besuchen: entweder weil sie arbeiten müssen, damit die Familie über die Runden kommt - oder weil sie noch nicht gut genug Türkisch sprechen. An vier Tagen der Woche besuchen einige dieser Kinder stattdessen eine ganz besondere Schule, die Zirkusschule Her Yerde Sanat.

Foto: Antonin Weber
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Breakdance am Morgen: Die Schultage starten für die Kinder und Jugendlichen mit Workshops. Die Schule stellt auch Mikrofone und Tongeräte zur Verfügung, die Teenager nehmen damit Hip-Hop-Lieder auf, in denen sie über ihr Leben als syrische Flüchtlinge singen.

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Die junge Dame auf dem Bord ist die Psychologiestudentin Kubra. Sie möchte sich auf Kindheitstraumata spezialisieren und besucht mit Freundinnen die Zirkusschule, um zu sehen, wie diese organisiert ist. Die Schulgründer Pinar und Sedal wollen einen Raum schaffen, der den Kindern zu Selbstbewusstsein und persönlicher Entwicklung verhilft. Und sie wollen die Kinder stärken für ein Leben in der türkischen Gesellschaft, in der sie nicht erwünscht und häufig rassistischen Angriffen ausgesetzt sind.

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Abu Kalhed war Lehrer unter dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Vor vier Jahren kam Kalhed mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in die Türkei. Jetzt unterrichtet er in der Zirkusschule Arabisch. Der Unterricht dort ist für viele Familien die einzige Hoffnung darauf, dass ihre Kinder doch noch eine Ausbildung bekommen. Die Schule ist kostenlos und finanziert sich über Spenden.

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Das wichtigste Ziel der Schule ist jedoch die Vermittlung von Selbstwertgefühl. "Jedes Kind kann sein Potenzial ausschöpfen, sobald es lernt, dass ihm Dinge gelingen, die es zuerst für unmöglich hielte", sagt Pinar. Später im Leben, so hofft Pinar, erinnern sich die Kinder an diese Erfolgserlebnisse – und versuchen weiterhin das vermeintlich Unmögliche.

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Schaut mal, so wächst man über sich hinaus: Ältere Schüler zeigen jüngeren, wie man auf Stelzen geht. Sicherheit, gegenseitige Unterstützung und das Erkennen der eigenen Grenzen sind unter anderem die grundsätzlichen Dinge, die an der Zirkusschule vermittelt werden sollen.

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Die Kinder lernen auch Türkisch in der Schule. Sie werden später diejenigen sein, die für ihre Eltern übersetzen müssen. Die Schultage ähneln denen in einer normalen Schule: Es gibt Unterrichtsstunden, Workshops, Pausen und Mittagessen. Der Rhythmus soll für die Schüler ähnlich sein wie an den Schulen in ihrem Heimatland Syrien.

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Nach der Schule kehren die Kinder zurück nach Hause. Im sogenannten Station district - außerhalb des Zentrums und direkt neben einer Autobahn - leben sie in der Angst, auch von dort vertrieben zu werden. Denn in ein oder zwei Jahren soll auf dem Gelände des Gebäudes, in dem sie untergekommen sind, ein Parkplatz gebaut werden.

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