Zukunftstechnik Was ist Virtual Reality?

Virtual Reality ist nur etwas für Gamer? Von wegen, die Technik könnte unseren Alltag radikal verändern. Die Möglichkeiten sind riesig - von der 360-Grad-Reportage bis zur virtuellen Chat-Welt.
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Virtual Reality, die virtuelle Realität, ist einer großen Tech-Trends der letzten Jahre. Dabei wird versucht, reale oder auch Fantasiewelten im Computer räumlich nachzubilden und über spezielle Ausgabegeräte, sogenannte VR-Brillen, für den Nutzer erlebbar zu machen. Im Idealfall wähnt sich der Anwender tatsächlich in der ihm vorgespielten virtuellen Realität und agiert, als wäre er wirklich da.

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Als Einstiegs-Gadget in die VR-Welt gilt heute eine Papphalterung namens Cardboard (hier in einer Tchibo-Variante zu sehen), deren Konzept von Google-Entwicklern stammt. In die Halterung steckt man sein Smartphone, dessen Sensoren die eigenen Kopfbewegungen erfassen. Cardboard taugt am ehesten für kurze und simple Spiele und 360-Grad-Videos.

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Eine aufgebohrte Cardboard-Variante mit eigenen Sensoren ist die Gear VR. Das Gadget für 99 Euro funktioniert nur mit einigen neueren Samsung-Smartphones und bietet einige Exklusiv-Apps. Anders als das klassische Cardboard hat die Gear VR ein kleines Bedienfeld, sodass sich auch etwas aufwendigere Spiele spielen lassen.

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Stand Dezember 2016 nur mit Googles Pixel-Smartphones kompatibel ist ein Headset namens Daydream View, das ziemlich direkt mit der Gear VR konkurriert. Die recht leichte Brille von Google hat auch einen kleinen Controller, eine Art Fernbedienung. Die Sensoren des Controllers nehmen Bewegungen wahr und ermöglichen es, Spiele zu steuern oder etwa in Google Street View und VR-Video zu navigieren. Daydream kostet zum Marktstart im Herbst nur 69 Euro, die Verbindung zum Smartphone ist drahtlos.

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Der Inbegriff einer modernen VR-Brille ist die Oculus Rift, die mittlerweile zu Facebook gehört. Die Brille bietet High-End-Technik, braucht zum Betrieb aber auch einen High-End-PC. Sie kostet Stand März 2017 589 Euro. Gesteuert werden Rift-Spiele in der Regel mit einem Xbox-One-Gamepad. Im Dezember 2016 sind für rund 200 Euro spezielle VR-Controller namens Touch erschienen, mittlerweile kosten sie nur noch 119 Euro.

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Rund 900 Euro plus Versand kostet die HTC Vive. Die Brille, hinter der der Spieleanbieter Valve (der Betreiber des Dienstes Steam) steckt, liegt technisch auf ähnlichem Niveau wie die Oculus Rift. Auch sie braucht einen leistungsstarken PC. Bedient werden können Vive-Spiele mit zwei Handcontrollern.

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Die dritte High-End-Brille der aktuellen Gerätegeneration stammt von Sony und nennt sich Playstation VR. Das Headset wird je nach Ausstattung mindestens 400 Euro kosten, es setzt zudem eine Playstation 4 und eine Playstation-4-Kamera voraus. Sonys Brille, die als vergleichsweise bequem gilt, ist Mitte Oktober 2016 erschienen. Handcontroller in Form der bereits der seit Jahren erhältlichen Move-Controller muss man extra dazu kaufen. Standardmäßig lassen sich die meisten Playstation-VR-Spiele per Gamepad steuern.

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Bislang ist die Auswahl an Apps und Spielen für die Datenbrillen noch gering. "Lucky's Tale" für die Oculus Rift zum Beispiel ist ein eher klassisches Hüpfspiel im Stil von "Super Mario 64". Nicht jede VR-Anwendung fühlt sich nach etwas völlig Neuem an.

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Neben Einzelspieler-Spielen gibt es auch Multiplayer-Titel, etwa "Rigs" für Playstation VR. Das actionreiche Spielgeschehen erlebt man aus der Ego-Perspektive, jeder Spieler braucht eine eigene VR-Brille.

Foto: Sony
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Virtual Reality wird zwar nicht nur für Spiele eingesetzt, von Spieleentwicklern stammen allerdings einige der optisch überzeugendsten Erfahrungen. "Back to Dinosaur Island" vom deutschen Studio Crytek ermöglicht es, mit einem T-Rex auf Tuchfühlung zu gehen.

Foto: Crytek
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Auch "Don't let go" ist nichts für schreckhafte Menschen: In dem Spiel geht es darum, die Finger nicht von der Tastatur zu nehmen - egal ob gerade ein Dino im Raum steht oder ob Messer um den Kopf des Spielers herumfliegen.

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Für VR-Brillen wie die Gear VR oder die Oculus Rift existieren auch verschiedene Chatprogramme. In der virtuellen Welt von "AltspaceVR" kann man mit anderen Spielern zum Beispiel eine Kunstausstellung besuchen.

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Ebenso gibt es bei "AltspaceVR" eine virtuelle Taverne, in der man das Gruppenrollenspiel "Dungeons & Dragons" spielen kann. Mit anderen Spielern kann man per Stimmübertragung interagieren. Mit der richtigen Hardware werden sogar Hand- und Fingerbewegungen in Echtzeit ins Spiel übertragen.

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Weil VR-Erfahrungen bei den meisten Menschen mehr Eindruck machen als gewöhnliche Videos, werden sie auch für Aufklärungszwecke genutzt. Dieses Bild stammt aus dem Clip "ItCanWaitVR", mit dem das US-Unternehmen AT&T davor warnt, am Steuer Kurznachrichten zu schreiben. Klar, dass das Video nicht ohne Unfall zu Ende geht.

Foto: AT&T
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Langfristig könnten VR-Brillen auch helfen, bestimmte Dinge zu lernen oder Ängste zu überwinden. Samsung machte 2015 mit der Kampagne #BeFearless Schlagzeilen. Darin wird unter anderem die Chance vorgestellt, dass Menschen mit Höhenangst virtuell ausprobieren können, wie es sich anfühlt, auf hohen Gebäuden zu stehen.

Foto: Samsung Germany
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Für die Samsung-Brille Gear VR gibt es auch eine App namens Itsy, die sich an Menschen mit Spinnenphobie richtet. Sie werden in dem Programm mit nach und nach realistischer wirkenden Spinnen konfrontiert.

Foto: Mimerse
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Der Public Speaking Simulator, den es für verschiedene Brillen gibt, bietet die Illusion, vor Publikum zu sprechen. So kann man zum Beispiel üben, sich bei einem Vortrag nicht durch Huster aus dem Publikum verunsichern zu lassen.

Foto: YouTube/ Virtual Reality Ancient
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Beim Zur-Ruhe-Kommen soll das Spiel Deep helfen, das die Entwickler Owen Harris und Niki Smit für die Oculus Rift programmiert haben. Gesteuert wird das Entspannungsspiel mit Atembewegungen, die ein spezieller Controller erfasst.

Foto: Owen Harris
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Auch die Art, wie wir einkaufen, könnte sich durch Virtual Reality ändern. Die Shopping-Plattform Retale hat eine App programmiert, mit der man sich in einer virtuellen Umgebung den Weg zum nächsten Partnershop des Unternehmens zeigen lassen kann.

Foto: Retale
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Manche Produkte wie dieser Fernseher von Target lassen sich auch in virtuellen Showrooms anschauen. Vielleicht muss man bald also gar nicht mehr das Haus verlassen, um durch einen Supermarkt zu flanieren. Retale inszeniert sein Produkt bislang als Shopping-Begleit-App.

Foto: Retale
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Eins der spannendsten VR-Projekte ist ein Freizeitpark namens The Void. Mit VR-Brillen und Schutzhelmen ausgerüstete Besucher sollen in diesem Park durch einen Hindernis-Parcours laufen, der durch die Brillen aber um einiges spektakulärer aussieht als in der Realität.

Foto: TheVoid
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Für die digitalen Kämpfe in "The Void" soll es sogar physische Waffen geben. Auf diesem Werbebild ist die sogenannte NOVA Mk. IV Gun zu sehen. Der Eindruck, eine Waffe in der Hand zu halten, soll dafür sorgen, dass die virtuelle und die echte Welt verschwimmen.

Foto: TheVoid
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Auch der Europapark Rust experimentiert mit VR-Brillen: Beim "Alpenexpress VR-Ride" sind die Besucher in der ältesten Bahn des Europa-Parks, haben aber das Gefühl, in fantastischen Welten unterwegs zu sein. Mithilfe der VR-Brillen werden eine Lorenfahrt und ein Ritt auf einem Drachen simuliert.

Foto: Europa-Park
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Ein mögliches Geschäftsfeld ist Virtual Reality auch für die Anbieter von Pornovideos. Die Firma VirtualRealPorn zum Beispiel hat diverse 180- und 360-Grad-Videos im Angebot. Gefilmt sind viele VR-Pornos aus der Ich-Perspektive: also meistens so, dass man sich in der Rolle eines Mannes wähnt, der mit der Hauptdarstellerin Sex hat - wobei die Frau den aktiven Part übernimmt.

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Mancher Clip wirkt auch wie ein Remix aus Sex- und Horrorvideo. Diese Szene etwa stammt aus einem Halloween-Spezial von VirtualRealPorn. Die eben noch so attraktive Dame hat sich in eine Mörderin verwandelt.

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Mit Virtual Reality kann man nicht nur fremde Schlafzimmer, sondern auch andere Orte besuchen, zu denen man sonst vielleicht nicht unbedingt gehen würde. Die App CasinoVR simuliert ein Casino, in dem Gear-VR- und Oculus-Rift-Besitzer miteinander pokern können.

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Grundsätzlich verändern könnten VR-Brillen die Reiseplanung. Ist bislang Google Street View das höchste der Gefühle in Sachen Vorab-Information, arbeiten Firmen wie VR Gorilla mittlerweile an deutlich eindrücklicheren 360-Grad-Videos. Hier ist eine Bootsfahrt durch Amsterdam zu sehen.

Foto: VR Gorilla
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Noch actionreicher sind die Reisevideos von Rapid VR. Das Filmstudio aus Australien hat unter anderem ein 360-Grad-Surfvideo veröffentlicht, das Lust macht, selbst aufs Brett zu steigen.

Foto: RapidVR
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Auch die Hersteller von VR-Brillen mischen im Videogeschäft mit. Die Oculus-Tochter Oculus Story Studio arbeitet gerade am Animationsfilm "Henry", die den Zuschauer in die Welt eines Igels entführen soll - samt Rundumblick-Option.

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Spannend wird auch, wie Virtual Reality im Immobiliengeschäft eingesetzt wird. Unter anderem die Hamburger Firma OpusVR hat sich darauf spezialisiert, geplante Gebäude virtuell begehbar zu machen.

Foto: OpusVR
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Dank der Simulationen sollen Interessenten einen Eindruck von den Bauten der Zukunft bekommen, bevor auch nur ihr Grundstein gelegt wurde. Auch einige Autofirmen werben mittlerweile mit VR-Modellen ihrer Wagen.

Foto: OpusVR
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Weil Plattformen wie YouTube und Facebook mittlerweile 360-Grad-Videos unterstützen, wird Virtual Reality auch den Journalismus beeinflussen. Die "New York Times" hat bereits eine eigene VR-App im Angebot, in der sie ihre VR-Inhalte bündelt.

Foto: NYTimes.com
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Mit ihren 360-Kameras hat die "New York Times" unter anderem Veranstaltungen aus dem US-Wahlkampf dokumentiert. Schaut man die Videos, hat man tatsächlich das Gefühl, Teil einer Menschenmenge zu sein.

Foto: NYTimes.com
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Als Vorreiterin in Sachen VR-Journalismus gilt Nonny de la Peña vom Studio Emblematic Group. Sie machte unter anderem mit der Simulation Hunger Schlagzeilen, die den Zuschauer eine Notsituation erleben lässt. Die Tonaufnahmen sind echt, die Szene wurde in Computergrafik nachgebaut.

Foto: ImmersiveJournalism
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Anfang März 2016 erregte auch die Tierschutzorganisation Animal Equality Aufsehen: In ihrem 360-Grad-Video iAnimal gab sie Einblicke in das traurige Leben eines Mastschweins. Mit Rundumblick wirken solche Aufnahmen noch krasser als sonst.

Foto: AnimalEquality
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Nicht nur VR-Videos haben ihren Reiz, auch das Anschauen normaler Clips in einer VR-Umgebung kann Spaß machen. Apps wie Oculus Video und das hier gezeigte Cineveo erlauben es, Clips in einem virtuellen Kinosaal anzusehen. Das Erlebnis ist ähnlich dem, wenn man vor einer metergroßen Leinwand sitzt.

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Viele Möglichkeiten bietet Virtual Reality Künstlern, die echte und virtuelle Welten miteinander verweben wollen. Eine ungewöhnliche Verabredung verspricht das hier zu sehende Spiel "Cyborg Dating", bei dem einer von zwei Date-Partnern eine VR-Brille benötigt. Hand in Hand und mit GPS-Navigation läuft das Paar anschließend durch die Stadt, der Brillenträger wähnt sich dabei in einem Wald.

Foto: Sander Veenhof/ Rosa Frabsnap/ AMAZE