Zweiter Weltkrieg Das Rätsel der Lancaster

Was vom Feuerball übrig blieb: Archäologen graben seit zwei Jahren das wiederentdeckte Wrack eines im Zweiten Weltkrieg über Hagen abgeschossenen Lancaster-Bombers der Royal Air Force aus. Zwei Crew-Mitglieder werden immer noch vermisst - lässt sich ihr Schicksal aufklären? Von Hans Michael Kloth
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Avro Lancaster: Ein Bomber vom Typ Avro Lancaster der Royal Air Force im Flug. Eine abgeschossene Maschine dieses Typs wurde 2006 im Stadtwald von Hagen in Westfalen wiedergefunden.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Die Unglückscrew: Die Crew der abgeschossenen Lancaster. Bei dem Absturz über Hagen wurden zwei der sieben Besatzungsmitglieder getötet, drei überlebten, zwei werden bis heute vermisst. Das Bild zeigt in der hinteren Reihe Thomas Heron (vermisst), Ivan Horsley (überlebte), William Hastings (vermisst) und vorne Henry Gage (überlebte), Kommandant Fairfax Moresby (überlebte), Ernest Edwards (gefallen). Auf dem Bild fehlt Flugingenieur Frederick Howell, der bei dem Absturz starb.

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Aufschlagstelle: Während der Freilegung der abgeschossenen Lancaster wird jeder Arbeitsschritt genau dokumentiert. Die deutliche schwarze Verfärbung des Bodens zeigt die Brandeinwirkung - wahrscheinlich raste die Maschine brennend in den Boden und explodierte dann mit ihrer Bombenfracht.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Pilotenhaube: Bei dem Hagener Lancaster-Wrack wurden auch Reste einer Fliegerhaube aus Leder mit Kopfhörern und Mikrofon gefunden, die vermutlich einem der Piloten gehörte. Zwei der Crew-Mitglieder werden bis heute vermisst.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Der Generator: Das Gerät aus dem im Februar 1945 über Hagen abgeschossenen Lancaster-Bomber wurde im Erdreich gefunden und freigelegt, um es zu bergen.

Foto: Hagen, Historisches Centrum/Jörg Orschiedt
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Fundstück Feuerlöscher: Einer der beiden Handfeuerlöscher aus dem Cockpit der in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 bei Hagen abgeschossenen Lancaster der Royal Air Force.

Foto: Hagen, Historisches Centrum/Jörg Orschiedt
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MG-Zieleinrichtung: Eine der Visiereinrichtungen ("Gunsight") des MG-Turms im Bug oder am Heck der abgeschossenen Avro Lancaster.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Kruzifix im Cockpit: Bei den Ausgrabungen in Hagen wurde auch dieses Kruzifix gefunden. Es war vermutlich in der Pilotenkanzel des Lancaster-Bombers angebracht.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Tödliche Fracht: Der Blick in den Bombenschacht einer Avro Lancaster mit Containern für Stabbrandbomben. Über zwei Drittel der in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 über Dortmund abgeworfenen Bombenlast waren solche Brandbomben, die einen Feuersturm entfachen sollten.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Sergeant Henry Cage: Cage war eines der Crew-Mitglieder der über Hagen abgeschossenen Lancaster. Er konnte sich mit dem Fallschirm retten und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft.

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Typenschild: Das Typenschild eines der Generatoren, welches eine Identifizerung des Wracks als britische Lancaster ermöglichte.

Foto: Historisches Centrum Hagen/Jörg Orschiedt
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Kipphebel aus einer Lancaster: Diese 26 Kipphebel stammen von dem Rolls-Royce-Merlin-Motor des Lancaster-Bombers der RAF, der in der Nacht vom 20. Februar auf den 21. Februar 1945 von Dortmund kommend bei Hagen abgestürzt ist. Ein Sondengänger hatte die 26 Kipphebel aus dem Einschlagtrichter ausgegraben und circa 30 Meter von der Einschlagstelle entfernt wieder eingegraben, um sie später dort abzuholen.

Foto: Horst Klötzer
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Zubehör eines Lancaster-Bombers: Hydraulikpumpen mit Zubehör des abgestürzten Lancaster-Bombers der RAF. In einem Lancaster-Bomber werden für unterschiedliche Funktionen zahlreiche Hydraulikpumpen benötigt - zum Beispiel für den Betrieb von MG-Türmen, der Ruderanlage, der Bombenklappen oder um das Fahrwerk ein- und auszufahren.

Foto: Horst Klötzer
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Lichtschalter: Der Drehknopf einer Cockpit-Lampe des abgestürzten Lancaster-Bombers. Das Cockpit ist noch in der Luft in zwei Teile zerbrochen, die etwa 200 Meter voneinander entfernt brennend aufgeschlagen sind.

Foto: Horst Klötzer
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Für den Notfall: Dieses Beil des Lancaster-Bombers war für den Notfall vorgesehen und direkt hinter dem Platz des Funkers angebracht. Das Beil habe ich in unmittelbarer Nähe zum Cockpit gefunden.

Foto: Horst Klötzer
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Für Freund und Feind: Die Morse-Taste der Lancaster ist mit einer Freund-Feind-Kennung ausgestattet. Ich habe sie direkt an der Einschlagstelle des Rumpfes gefunden - dort, wo auch die Fliegerhaube und die MG-Zieleinrichtung lagen.

Foto: Horst Klötzer
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Spezialauspuff: Anhand der Form des Auspuffs einer Lancaster ist auch der genaue Motorentyp des Flugzeugs definierbar - im Fall des abgestürzten Lancaster-Bombers ein Rolls-Royce-Merlin-Motor. Denn die Motoren des Bombers wurden immer wieder verändert, um ihre Leistung zu erhöhen - die Bauweise des Auspuffs wurde jeweils entsprechend angepasst. Das Foto ist kurz vor der Bergung des Auspuffs entstanden.

Foto: Horst Klötzer
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Noch aufgeklappt: Zwei Taschenmesser der Besatzung des Lancaster-Bombers der RAF, der im Februar 1945 bei Hagen abgestürzt ist. Wie man auf dem Foto erkennen kann, ist ein Taschenmesser wohl kurz zuvor noch benutzt worden. Der Besitzer hatte wohl keine Zeit mehr, es wieder zusammenzuklappen. Es sind insgesamt vier Taschenmesser gefunden worden, allesamt an der Stelle, an der der Rumpf aufgeschlagen ist.

Foto: Horst Klötzer
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Brandspuren auf der Uhr: Auf der Innenseite des Deckels dieser Uhr, die ich in der Absturzschneise der bei Hagen abgestürzten Lancaster gefunden habe, konnte ich den Hersteller erfahren. Der Schweizer Uhrenhersteller Mido hat mir bestätigt, dass diese Uhr 1935 von der Firma produziert wurde. Das Modell sei im Zweiten Weltkrieg unter den Flugzeugbesatzungen sehr beliebt gewesen. Zudem hat Mido anhand von Super-Macro-Fotos belegt, dass diese Uhr einmal großer Hitze ausgesetzt gewesen sein muss.

Foto: Horst Klötzer
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Uhrenarmband: Dies ist der verkohlte Rest eines Uhrenarmbands, das ich an der Absturtzstelle der Lancaster MK.I PD421 gefunden habe. Zu erkennen sind noch die dunkelrote Farbe und die ursprüngliche Struktur des Materials.

Foto: Horst Klötzer
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Werbung für die Schweizer Mido-Uhr: Der Uhrenhersteller Mido überließ mir vier Werbefotos, um zu beweisen, dass die Uhr, die ich in der Absturtzschneise der Lancaster gefunden habe, von der Schweizer Firma hergestellt wurde. Noch 1945 wurde für diese Uhr Werbung im "Air News Magazin" gemacht.

Foto: Horst Klötzer
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