Als Soldatin in Afghanistan »Was waren wir blauäugig!« Sterbende Kameraden, verbrannte Kinder, Granatenbeschuss: Nach vier Einsätzen als Zeitsoldatin weiß Dunja Neukam, was Krieg am Hindukusch bedeutet. Zum Bundeswehrabzug aus Afghanistan hat sie einen Wunsch. Von Katja Iken
Jüdischer Widerstand im Nationalsozialismus »Kämpft mit allem, was ihr finden könnt« Die Nazis wollten ihren Tod – doch Jüdinnen und Juden wehrten sich mit allen Mitteln, wie man heute weiß. Denn sogar die Forschung hat viele Formen der Gegenwehr lange übersehen. Von Karina Urbach
Die Feldpost meines Vaters »Lebst du morgen Abend noch?« Beim Überfall auf die Sowjetunion 1941 war mein Vater erst 18. In Helmut Klußmanns Feldpostbriefen spiegeln sich frühe Kriegsbegeisterung, das Schwinden der Droge Propaganda, schließlich das Erkennen der Schuld Hitlers. Von Uwe Klußmann
»Summertime« – ein Song und seine Geschichte Dänen pfiffen es im Widerstand Diese Melodie entstand als Opernarie und ist perfekt für den Sommeranfang: »Summertime, and the living is easy...« Das Lied kennen Menschen weltweit, keines wurde öfter interpretiert. In Kopenhagen stand es 1943 für Freiheit. Von Hans Hielscher
»Geschichte«-Podcast Antisemitismus – eine deutsche Tradition? Oft kommt es zu Streit, ob eine Aussage antisemitisch ist. Was der Begriff bedeutet und warum man bei diesem Thema nicht an der deutschen Geschichte vorbeikommt, erklärt die Historikerin Miriam Rürup im Podcast. Ein Podcast von Eva-Maria Schnurr
Eisberg-Entführungen Ein gigantisches Wassereis für die Wüste Über Jahrzehnte wollten Forscher Wüsten begrünen, indem sie riesige Eisberge aus der Antarktis abschleppen. Experten hielten das für irre – doch gutes Geld winkte. Manche verfolgen den Plan bis heute. Von Danny Kringiel
Auflösung der Unterlagenbehörde Was wird jetzt aus meiner Stasiakte? Die DDR bespitzelte Millionen Menschen in Ost und West. Nun schließt die Behörde, die dazu Auskunft gab. Wie groß ist das Interesse an den Akten noch – und wie kann man sie künftig einsehen? Von Solveig Grothe
Blick in die eigene Stasiakte »Ach nee, die ganze Post an meine Mutti« Die Stasi-Unterlagen gehören jetzt zum Bundesarchiv. Was sie alles über Bespitzelung offenbaren können, wie es sich anfühlt, wenn die Dokumente einstige Freunde als Verräter enttarnen: acht Menschen und ihre Akten. Von Christoph Gunkel
Judenhass in der Antike Der Blutrausch von Alexandria Die römischen Herrscher Alexandrias ließen im Jahr 38 zu, dass die Juden der ägyptischen Stadt von ihren Mitbürgern in Gettos gesperrt, gefoltert und ermordet wurden. Es war der erste Pogrom der Geschichte. Von David Neuhäuser
Impfpionierin Lady Montagu Mit einer Nussschale gegen die Pocken Bereits vor 300 Jahren brachte Mary Wortley Montagu frühe Impfverfahren nach England. Erst schützte die Schriftstellerin und frühe Feministin ihre Kinder gegen Pocken, dann schrieb sie Medizingeschichte. Von Arne Molfenter
Kultfilmreihe »Indiana Jones« Der Mann mit Hut und Peitsche Verräter, Spinnen, fiese Nazis? »Indiana Jones« erledigt alle. 1981 entführte der furchtlose Archäologe das Kinopublikum erstmals in ferne Abenteuer. »Star Wars«-Regisseur George Lucas nannte den Helden nach seinem Hund. Von Dirk Brichzi
Boris Jelzins Aufstieg und Fall Kremlherr mit Theaterdonner Vor genau 30 Jahren wurde Boris Jelzin zum ersten Präsidenten Russlands gewählt. Dann beerdigte er die Sowjetunion, gab Oligarchen die Wirtschaft zur Plünderung frei und trank viel zu viel. Von Uwe Klußmann
Der Magier des »Führers« Hokuspokus und »Heil Hitler!« Während des »Dritten Reichs« begeisterte er die Nazielite – nach 1945 war er einer der populärsten Entertainer Deutschlands: Raffiniert wie kein Zweiter zauberte Helmut Schreiber alias Kalanag die eigene NS-Vergangenheit hinfort. Von Katja Iken
Papst Franziskus und Kardinal Marx »Vermutlich gab es im Vorfeld Absprachen« Warum lehnt der Papst den Rücktritt von Kardinal Reinhard Marx ab? Historiker Thomas Großbölting ist überrascht – und sagt, was das für die Aufklärung des Missbrauchsskandals in der »Täter-Institution« Kirche bedeutet. Ein Interview von Joachim Mohr
Wie Nachkommen von NS-Tätern mit ihrer Familiengeschichte umgehen Mein Opa, der Massenmörder Kaum eine deutsche Familie gesteht sich ein, dass unter den Vorfahren vermutlich auch Täter oder Profiteure des NS-Regimes waren. Vier Kinder, Enkel und Urenkelinnen erzählen, wie sie das Schweigen durchbrochen haben. Von Katja Iken
Klaus Wowereit über sein Coming-out »Wenn ich schon schwul bin, dann soll ich bitte die Schnauze halten« Parteikollegen warnten ihn, doch im Wahlkampf 2001 sagte Klaus Wowereit: »Ich bin schwul, und das ist auch gut so.« Hier erinnert er sich an emotionalen Dank, Anfeindungen – und sagt, was sich heute ändern muss. Ein Interview von Christoph Gunkel
Antisemitismus im Christentum Martin Luther, der Reformator und Judenhasser Ein Gastbeitrag von Margot Käßmann Die Judenhetze des Kirchenreformers Martin Luther lässt sich nicht mit dem Zeitgeist um 1520 erklären. Seine Haltung wirkte unter Protestanten viel zu lange nach.
Historische Flugzeuge Wenn Legenden der Luftfahrt auf dem Schrott landen In Berlin-Tegel wurde gerade in aller Stille eine Boeing 707 mit bewegter Geschichte abgewrackt. Nur ein paar Teile blieben fürs Museum. Einem Jet in Hamburg droht ein ähnliches Schicksal. Von Christoph Seidler
Indigene in Kanada »Bei uns Kindern hieß die Schule ›unser Alcatraz‹. Da gab es kein Entkommen« 215 Kinderleichen wurden nahe einem katholischen Internat im kanadischen Kamloops entdeckt. An solchen Schulen waren indigene Kinder Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt – auch Raymond Tony Charlie. Ein Interview von Inka Schmeling
Begründer der Waldorfschulen So antisemitisch war Rudolf Steiner Rudolf Steiner erfand im frühen 20. Jahrhundert die Anthroposophie. Auf seine esoterische Lehre berufen sich auch heute noch Pädagogen und Biomarken. Doch die dunklen Seiten seiner Ideen werden gern übersehen. Von Christoph Gunkel
Ingeborg und Woldemar Triebel über den Sommer 1945 »Der Wille zum Überleben, der ist groß« Für Lazarettschwester Ingeborg roch der Sommer nach Methanol. Immerzu traf sie auf Sterbende. Marineoffizier Woldemar kannte die junge Dame nur vom Foto – und suchte sie nach dem Krieg. Eine Geschichte mit Happy End. Von Ingeborg Triebel und Woldemar Triebel
»Schwarzer Adler« Hubert Julian Der Mann, der Göring zum Luftduell forderte Hubert Julian wurde vor 100 Jahren als Flugpionier berühmt. Dafür sorgte sein Talent zur Selbstvermarktung – und zu Bruchlandungen. Von Rüdiger Strempel
Distanzlernen mit Kartonköpfen Eine sonderbare Klassenaufstellung sollte 1963 die Gesundheit von Schülern schützen. Warum eine Schule ihren Fünftklässlern Quadratschädel verpasste: ein Bild und seine Geschichte. Von Solveig Grothe
Augenblick mal Flieger, grüß mir die Katze Die USA setzten in den Fünfzigerjahren Katzen in Kampfjets ein. Sie sollten Rätsel der Forschung entschlüsseln helfen – mit mäßigem Erfolg. Ein Bild und seine Geschichte. Von Solveig Grothe
Augenblick mal Fliegender Wechsel – warum ein Mann im Himmel umstieg Der Draufgänger, der sich vor gut hundert Jahren tollkühn von einem Doppeldecker zum nächsten hangelte, lieferte keinen Coffee-to-fly. Er verfolgte eine ganz andere Mission – ein Bild und seine Geschichte. Von Solveig Grothe
Ein Bild und seine Geschichte Die Waffe einer Frau Pfeil und Bogen zum Cocktailkleid, das sind extravagante Accessoires. Auf diesem Foto fordert eine Dame lange vor Corona Abstand. Filmstar trifft Paparazzi – trifft sie wirklich? Von Solveig Grothe
Wie Kaiser Wilhelm II. gegen Juden hetzte »Ich glaube, das Beste wäre Gas?« An der Spitze des deutschen Staates vertrat der Hohenzollernkaiser ab 1888 eine klar antisemitische Haltung. Je älter er wurde, desto aggressiver agierte Wilhelm II. Von John C. G. Röhl
Erste deutsche Polarexpedition Hoch hinauf, durch das Eis immer weiter Richtung Nordpol Im Mai 1868 segelten Kapitän Carl Koldewey und seine Crew los, um einen direkten Seeweg zum Nordpol zu entdecken. Eine unmögliche Mission – aber so weit wie die »Grönland« kam bis heute kein anderes Schiff ohne Motor. Von Stefan Krücken
Prominente Stimmen zum Judenhass in Deutschland »Der Antisemitismus war nie weg, er wird über Generationen weitergegeben« Die Spur des Antisemitismus reicht weit zurück – und er bedroht Menschen bis heute. Die Musiker Danger Dan und Igor Levit und andere sagen, wie sie Hetze gegen Juden entgegentreten.
Angeblicher Ritualmord Wie eine erfundene Kindstötung über Jahrhunderte Hass schürte Bis vor wenigen Jahren verehrten Pilger in Tirol das »Anderl von Rinn« – die Geschichte dahinter war gezielt gefälscht, um Juden zu diffamieren. Von Johannes Saltzwedel
Deutsche Geschichte »Je undurchschaubarer die Welt wird, umso aggressiver wird die antijüdische Hetze« Wie Antisemitismus sich über die Jahrhunderte hinweg entwickelte und warum auch die Aufarbeitung nach 1945 ihn nicht stoppen konnte, erläutern die Politikwissenschaftlerin Deborah Hartmann und der Historiker Michael Brenner. Ein Interview von Joachim Mohr und Eva-Maria Schnurr
In der Bibel und bei Luther Warum die Judenfeindlichkeit im Christentum tief verwurzelt ist Über muslimischen Antisemitismus wird viel diskutiert, über christlichen kaum. Dabei war die Abwertung der Juden grundlegend für den Glauben an Jesus. Im Lauf der Jahrhunderte kamen immer mehr Vorurteile und Mythen hinzu. Von Peter Schäfer
U-Boot-Offizier Oskar Kusch Der Aufstand des Kommandanten Im Sommer 1943 ist »U-154« auf Feindfahrt, als Oskar Kusch deutlich wird: Hitler nennt er einen »Idioten«, vergleicht Nazis mit Bandwürmern. Die Mannschaft schätzt ihren jungen Kommandanten. Doch zwei Offiziere nehmen Rache. Von Stefan Kruecken
Luftschiff-Rivalen Parseval und Zeppelin Als die Gummikuh in die Luft ging Mit Luftschiffen wollten die Deutschen Anfang des letzten Jahrhunderts Kriege gewinnen. Es kam zu einem Konstrukteurswettrennen zwischen Graf Zeppelin und Major von Parseval. Dessen »LZ 1« hatte einen entscheidenden Vorteil – und unterlag doch. Von Arne Cypionka
Sinti in der DDR »Man nennt uns Zigeunerbrut« Arbeitsscheu und kriminell – mit solchen Vorurteilen waren Sinti in der DDR konfrontiert, wegen ihrer Herkunft wurden sie vom Staat drangsaliert. Viele Details aus ihrem Alltag werden erst jetzt öffentlich. Von Corina Kolbe
In sieben Schritten Wie die Erfindung der Glühbirne Karaoke zur Todesgefahr machte Im Zickzack durch die Weltgeschichte: Auf einer absurden Zeitreise entdeckt Danny Kringiel, dass irgendwie alles mit allem zu tun hat. Sogar der trickreiche Erfinder Edison mit philippinischen "My Way"-Sängern.
In sieben Schritten Wie Richard Wagner die patriotischsten Pommes der Welt schuf Im Zickzack durch die Weltgeschichte: Auf einer absurden Zeitreise entdeckt Danny Kringiel, dass irgendwie alles mit allem zu tun hat. Selbst Tiefkühlpizza mit Fledermaus-Rock und Giftgas. Aber schauen Sie selbst in die Bildergalerie.
In sieben Schritten Wie Hühnersonnenbrillen Colt Seavers das Leben retteten Im Zickzack durch die Weltgeschichte: Danny Kringiel begibt sich auf eine absurde Zeitreise - und entdeckt, dass irgendwie alles mit allem zu tun hat. Selbst Kannibalismus mit Macho-Karren.
Zeitreise - Der SPIEGEL vor 50 Jahren Schmählichster Skandal Der Abstiegskampf der Saison 1970/71 war besonders eng, gleich fünf Vereinen drohte der Absturz in die Regionalliga und damit der wirtschaftliche Ruin. Nur durch Zufall kam heraus, dass Dutzende Spiele nicht allein durch Leistung entschieden wurden, sondern durch Bestechung. Von Rainer Lübbert
SPIEGEL Daily Podcast »Schreiben Sie uns!« Wie eine BBC-Sendung die Stasi provozierte »Briefe ohne Unterschrift« hieß eine BBC-Sendung, in der anonyme Briefe von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern vorgelesen wurden. Karl-Heinz Borchardt schreibt als Schüler dreimal an die BBC. Kurz darauf holt ihn die Stasi ab. Hören Sie seine Geschichte in der neuen Podcast-Episode. Von Adrian Breda und Juan Moreno
»Geschichte«-Podcast Wie ein Pockenausbruch die Eifel in Panik versetzte Ein Geschäftsreisender schleppte 1962 in Monschau die Pocken ein, die Lage eskalierte. Steffen Kopetzky schuf aus dem Stoff einen Roman. Im neuen »Geschichte«-Podcast zieht der Autor Parallelen zur Coronapandemie. Von Danny Kringiel
Zeitreise – Der SPIEGEL vor 50 Jahren »UFO« versus »Time Tunnel« Nach »Agententhrillern und Wildwest-Storys« entdeckte das deutsche Fernsehen Anfang der Siebzigerjahre das Science-Fiction-Genre für sich: Monster, Mutanten und Roboter bevölkerten die Bildschirme. Von Rainer Lübbert
Fotofund im Familienalbum Als mein Vetter Präsident Eisenhower das Essen servierte Der Mann mit den hochgekrempelten Ärmeln ist mein Vetter Jorgel Sczensny. Das Foto mit Dwight D. Eisenhower ist mehr als eine schöne Erinnerung. Es half ihm nach dem Krieg zurück in ein bürgerliches Leben. Von Andreas Holzapfel
Zeitreise – Der SPIEGEL vor 50 Jahren »Mein Bauch gehört mir« Anfang der Siebzigerjahre rückten in Deutschland die Frauenrechte mehr und mehr in den gesellschaftlichen Fokus. Um kaum ein Thema wurde dabei emotionaler gestritten als um die Strafbarkeit von Abtreibungen. Wem gehörte der weibliche Bauch? Von Rainer Lübbert
Historiker über Militarismus und Sozialdarwinismus Stammt die Ideologie Hitlers aus dem Kaiserreich? Historiker und Politiker verklären das Kaiserreich, sagt Zeitgeschichtler Andreas Wirsching. Er warnt davor, die Wurzeln des Nationalsozialismus zu ignorieren – und attackiert die heutigen Hohenzollern. Ein Interview von Klaus Wiegrefe
Rassistische Morde 1921 in Oklahoma Die Nacht des Lynchmobs Greenwood war ein wohlhabendes Schwarzenviertel in der Großstadt Tulsa. Bis vor genau 100 Jahren ein wütender weißer Mob die »Black Wall Street« in nur einer Nacht niederbrannte und 300 Menschen ermordete. Von Jasmin Lörchner
Annemarie Günther über den Sommer 1945 »Nur fort vom Russen« Annemarie Günther, Tochter eines ostpreußischen Oberregierungsrats, war »Jungmädelführerin« und glaubte bis Kriegsende: »Unsere Soldaten halten die Grenze.« Auf einem Stück Papier notierte sie 1945, was sie stattdessen erlebte. Von Annemarie Günther
Zeitreise - Der SPIEGEL vor 50 Jahren Abschottung »Moskau intim« – klingt vielversprechend! Auch wenn das Leben der sowjetischen Topfunktionäre so spektakulär nicht war, verwundert doch die Chuzpe, mit der sie sich selbst genehmigten, was sie allen anderen versagten. Von Rainer Lübbert
Entschädigungen für koloniale Verbrechen in Namibia »Herr Steinmeier kann nur um Verzeihung bitten« Deutschland will den Völkermord an Herero und Nama anerkennen und Hilfsgelder für soziale Projekte zahlen. Doch Nachfahren der Opfer kritisieren das Abkommen. Der namibische Historiker Wolfram Hartmann erläutert, warum. Ein Interview von Katja Iken
Herbst 1987 Wie ein Ölgemälde von Bob Dylan aufs Konzert in Ost-Berlin kam »Trageelement« mit Komplikationen: Zu Dylans 80. Geburtstag erinnert sich sein treuester deutscher Fan an den Moment, da er mit dem Bild im Treptower Park eintraf – und sich vor ihm die Menge teilte. »Es war ein Triumphzug«. Von Bruno Schrep
Berührende Gesten im Nahostkonflikt Wenn gespendete Organe Frieden spenden sollen Die Niere eines getöteten Juden für eine arabische Israelin, die Niere eines erschossenen Palästinenserjungen für ein jüdisches Mädchen – über menschliche Gesten und große Träume im Nahostkonflikt. Von Christoph Gunkel
Christian Schwarz-Schilling über den Sommer 1945 Warum mein Vater meiner Mutter Hitler-Unterricht gab Musikkorps statt Westfront: Die Mutter hatte erreicht, dass der Vater als Komponist nicht Panzergrenadier werden musste. Überhaupt schien sie sehr einflussreich. Ihr größtes Geheimnis erfuhr Christian Schwarz-Schilling jedoch erst lange nach dem Krieg. Von Christian Schwarz-Schilling
Zeitreise – Der SPIEGEL vor 50 Jahren Elektronischer Pädagoge Soll keiner sagen, die deutschen Schulen hätten sich nicht frühzeitig mit der Digitalisierung des Unterrichts beschäftigt – auch wenn die vor 50 Jahren verfolgten Konzepte vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss waren. Von Rainer Lübbert
23. Mai – Tag des Grundgesetzes »Der Staat soll nicht alles tun können« Mit dem »Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit« wurden viele Coronamaßnahmen begründet. 1949 wurde heftig um diesen Artikel des Grundgesetzes gerungen. Und schon damals ging es auch ums Impfen. Von René Schlott
Peggy Thaw, erste Influencerin der Geschichte Ich, ich, ich! In-Sein als Geschäftsmodell: Schon vor hundert Jahren buhlte die junge Amerikanerin Peggy Thaw mit Filmen und Fotos um Medienpräsenz. Auf einem bayerischen Dachboden wurden die Filmrollen wiederentdeckt. Von Katja Iken
Grünenpolitikerin Weisband und Holocaustüberlebende Knobloch im Doppelinterview »Antisemitismus wächst, weil die Welt sich verändert« Zwei Frauen, zwei Generationen, ein Thema: Marina Weisband und Charlotte Knobloch sprechen über ihren Kampf gegen den Judenhass. Ein Interview von Annette Langer und Simone Salden
Suizide in der DDR Freitod als Staatsgeheimnis Erst waren sie versteckt, dann verschollen, nun konnte eine Forscherin die Suizidstatistiken der DDR auswerten. Sie entdeckte kistenweise Daten aus vier Jahrzehnten – zu einem absoluten Tabuthema. Von Solveig Grothe
Gerhart Baum über den Sommer 1945 »Eine Villa am See – dort erwarteten wir die Amerikaner« Die Lage sei höchst angespannt gewesen, so erinnert sich der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum an die Ankunft der US-Truppen, die er als Kind erlebte. »Die alten Nazis in der Polizeistation, der Ortsgruppenleiter, alle waren noch da.« Von Gerhart Baum