Vor 75 Jahren Das Ende der Nazi-Barbarei

Als der Nationalsozialismus unterging, begann eine neue Ära. Am 8. Mai 1945 trat die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches in Kraft. Die wichtigsten Artikel zum Tag der Befreiung.
Kurz vor Kriegsende: Amerikanische (l.) und sowjetische Soldaten reichen sich auf den Trümmern einer Elbbrücke bei Torgau die Hände (25. April 1945)

Kurz vor Kriegsende: Amerikanische (l.) und sowjetische Soldaten reichen sich auf den Trümmern einer Elbbrücke bei Torgau die Hände (25. April 1945)

Foto: dpa

Sechs Jahre lang zog die Wehrmacht Schneisen der Verwüstung durch Europa. Deutsche Soldaten überfielen 1939 Polen, rückten im Vernichtungskrieg weit ins Innere der Sowjetunion vor, verübten Massenmorde in Ost- und Südeuropa. Sie besetzten unter anderem die Niederlande, Belgien und große Teile Frankreichs und kämpften in Nordafrika. 

Als 1942 die Eroberung Stalingrads scheiterte, begann sich die deutsche Niederlage bereits abzuzeichnen. Die Rote Armee eroberte Region für Region zurück, spätestens mit der Landung in der Normandie im Juni 1944 ließen sich auch die West-Alliierten nicht mehr aufhalten. Mit ihren Panzern rollten sie in deutsche Städte und Dörfer ein, im Luftkrieg legten britische und amerikanische Bomber Großstädte in Trümmer. Dennoch wurden sogar 16-Jährige noch zur Wehrmacht eingezogen, und deutsche Truppen leisteten bis zum bitteren Ende massiven Widerstand - "Führertreue" selbst in den aussichtslosen letzten Kriegswochen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs lagen weite Teile Europas in Schutt und Asche. Rund 60 Millionen Menschen waren tot, etwa sechs Millionen Menschen in deutschen Konzentrationslagern und bei Massakern in besetzten Gebieten ermordet worden. 

Die bedingungslose Kapitulation trat am 8. Mai 1945 um 23.01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft. Das "Tausendjährige Reich" war nach zwölf Jahren Geschichte, der Terror der Nationalsozialisten endgültig vorbei - die Welt atmete auf. Und das in vier Besatzungszonen aufgeteilte Deutschland taumelte in eine zu diesem Zeitpunkt völlig ungewisse Zukunft. 

Der SPIEGEL hat in den vergangenen Wochen und Monaten über zahlreiche Themen rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs berichtet. Die Befreiung der Konzentrationslager und die letzten brutalen Kriegsverbrechen, das Vorrücken der Alliierten und wie Zeitzeugen das Jahr 1945 erlebten - die wichtigsten Artikel dazu finden Sie hier.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs - Zeitzeugen erinnern sich

Damals waren sie noch Kinder, heute sind sie in hohem Alter. Was sie im Krieg erlebten, prägte ihr ganzes Leben. Zeitzeugen berichten von den bangen Tagen der Entscheidung und vom Einmarsch der Alliierten.

Überlebende des Holocaust und die Befreiung aus der KZ-Hölle

Mit unfassbarer Brutalität verfolgten und verschleppten die Nationalsozialisten Juden, Oppositionelle, Homosexuelle, Sinti und Roma. Millionen Menschen starben in den deutschen Mordfabriken - in den Gaskammern, an Krankheiten und Hunger. Nur wenigen gelang es, der Barbarei der Nazis zu entkommen und die Konzentrationslager zu überleben.

Die Verbrechen der letzten Kriegsmonate

Selbst als die deutsche Niederlage längst unabwendbar war und das Kriegsende nahte, kam es noch zu zahlreichen Hinrichtungen und Massenmorden.

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