Abschiede 2010 Loki, Leslie und der Easy Rider

Sie krempelten Hollywood um, machten ein Geheimnis um ihr Leben oder stürzten Diktaturen: Dennis Hopper, J.D. Salinger oder Bärbel Bohley schrieben Geschichten und Geschichte. einestages erinnert an die prominenten Toten des Jahres 2010.

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Am Ende war er gebrechlich, fahl, eingefallen. Aber Dennis Hopper raffte sich noch einmal auf, um bei einer besonderen Ehrung persönlich anwesend zu sein: Der große Schauspieler bekam im März seinen Stern auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood. "Ihr habt mir ein Leben ermöglicht, das ich als Junge von Dodge City, Kansas, nie erwartet habe", sagte Dennis Hopper in der Rede, die seine Abschiedsrede wurde.

Zwei Monate später war Hopper tot, gestorben an den Folgen einer langen Krebserkrankung. Hollywood verlor einen seiner größten Stars und Kritiker, denn Hopper war in der Traumfabrik immer auch der Ungeliebte, Unangepasste gewesen. Mit der Low-Budget-Produktion "Easy Rider" wurde er zur Legende und schuf das Epos für eine ganze Generation. Auch wenn Hopper mit 74 Jahren von uns ging - sein Hippie-Meisterwerk macht ihn unsterblich.

Hollywood wurde 2010 nicht nur wegen des Todes von Dennis Hopper schwer getroffen. Die Schauspieler-Größen Tony Curtis ("Manche mögen's heiß") und Leslie Nielsen ("Die nackte Kanone") oder Regisseur Arthur Penn ("Bonnie und Clyde") reißen eine große Lücke. Doch alle drei hatten immerhin ein gesegnetes Alter jenseits der 80 erreicht. Anderen war das nicht vergönnt.

Fignon stirbt mit 50, Daxenberger mit 48

Der ehemalige französische Radsportstar Laurent Fignon verlor den Kampf gegen einen Gehirntumor mit gerade 50 Jahren. Der Tour-de-France-Sieger von 1983 und 1984 hatte selbst gemutmaßt, dass regelmäßiges Doping ihn krank gemacht habe. Am 18. April starb der Grünen-Politiker Josef Daxenberger, drei Tage nach seiner Frau. Beide erlagen ihren Krebserkrankungen. Daxenberger wurde nur 48 Jahre alt.

In der Politik sorgte Daxenbergers früher Tod für große Erschütterung, ebenso wie der von Hermann Scheer (SPD), der am 14. Oktober an Herzversagen starb. Bärbel Bohley, die große Bürgerrechtsaktivistin der DDR, Mitbegründerin des Neuen Forums und maßgebliche Gestalterin der Wende, war 2008 aus Bosnien nach Deutschland zurückgekehrt - auch sie starb an den Folgen einer Krebserkrankung. Im Oktober dann versammelten sich Hunderte Menschen im Hamburger Michel, um Loki Schmidt zu gedenken. Die Hanseatin, die so viel mehr war als nur die Frau an der Seite des Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt, war mit 91 Jahren gestorben.

Genauso alt wurde einer der geheimnisvollsten Autoren der Literaturgeschichte: J.D. Salinger, der mit dem "Fänger im Roggen" zu Weltruhm kam und die vergangenen 57 Jahre zurückgezogen in seinem Haus lebte. Ein Mann, der nur einen einzigen Roman verfasste und dessen Leben voller Gerüchte um Affären und Bücher war - auch er: unvergessen.

In einer Bildergalerie würdigt einestages noch einmal die prominenten Verstorbenen des Jahres 2010:

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Michaela Machholz, 01.01.2011
1.
Ich vermisse den Hinweis auf den Tod von Peter Hofmann ... :-(
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