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Deutsche Amerika-Auswanderer »Da ging das furchtbare gekotz an«

Den Pfälzer Sattler Georg Heinrich Isemann zog es 1837 per Schiff in die USA. Dort traf deutsche Einwanderer oft Verachtung. Seine Briefe in die Heimat zeigen Glück und Leid im Leben eines Neuamerikaners.
aus SPIEGEL Geschichte 1/2022
Arriviert: Als dieses Foto von Georg Heinrich Isemann im Jahr 1872 entstand, war er in den USA ein gemachter Mann. Stolz schickte er das Porträt an seinen Freund in der Heimat, mit dem er seit seiner Auswanderung 1837 Kontakt gehalten hatte.

Arriviert: Als dieses Foto von Georg Heinrich Isemann im Jahr 1872 entstand, war er in den USA ein gemachter Mann. Stolz schickte er das Porträt an seinen Freund in der Heimat, mit dem er seit seiner Auswanderung 1837 Kontakt gehalten hatte.

Foto:

Privatbesitz Dr. Fritz Kieffer aus: Briefe pfälzischer Auswanderer aus Nordamerika

Das Schiff »Manchester« war am 9. Juli 1837 erst seit wenigen Stunden auf See, als ein Unwetter aufzog. Donner grollte, Regen peitschte aufs Deck, Böen ließen den Segler schwanken. Den 148 Passagieren wurde flau im Magen. Fast alle kamen aus Deutschland und wollten nach Amerika auswandern.

Einer von ihnen war der pfälzische Sattler Heinrich Georg Isemann, 33 Jahre alt, der mit seiner Frau und zwei Töchtern reiste. In einem seiner Briefe kann man nachlesen, was als Nächstes passierte: »Die Weibs Personen konnten nicht mehr auf dem Verdecke bleiben, gingen in die Betten und da ging dann das furchtbare gekotz an.«

SPIEGEL GESCHICHTE 1/2022

Deutsche Auswanderer: Der große Traum vom neuen Leben

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Die Männer kämpften mit Branntwein gegen die Seekrankheit an. Eine Stunde später mussten auch sie sich übergeben. »So war dann die Kotzerei um 6 Uhr abends in vollem Gange«, schrieb Isemann, »die Weiber weinten und beteten, die Männer fluchten und tobten.«

Der Sturm wütete immer schlimmer. Aus den Takelagen hörte Isemann den Gesang der Matrosen, unter Deck rief ein alter Auswanderer aus dem Elsass die Katholiken zusammen, um einen Rosenkranz zu beten.

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