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Deutsche Kriegsgefangene »Nun danket alle Gott« – die Heimkehr der Zehntausend

Erst Mitte der Fünfzigerjahre kamen die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zurück. Auch Ernst Wissemann sah seine Familie wieder. Worüber man kaum sprach: Waren sie Opfer, Täter oder beides?
Von Dela Kienle
aus SPIEGEL Geschichte 3/2022
Wiedersehen: Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft schließen die Spätheimkehrer im Oktober 1955 ihre Angehörigen wieder in die Arme. Die Zeit der Trennung ist vorbei.

Wiedersehen: Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft schließen die Spätheimkehrer im Oktober 1955 ihre Angehörigen wieder in die Arme. Die Zeit der Trennung ist vorbei.

Foto:

Helmut Pirath / KEYSTONE

»Bimbam, bimbam!« Die Glocke des Lagers Friedland dröhnt, und die Menschenmassen jubeln. Da sind sie endlich! Die verlorenen Söhne, Väter, Ehemänner kommen nach Hause – nach zehn oder mehr Jahren Kriegsgefangenschaft beim sowjetischen Feind!

Vom Ural bis zur bundesdeutschen Grenze mussten die Heimkehrer in Güterwaggons reisen. Am Morgen des 9. Oktober 1955 sind sie in bequeme Busse umgestiegen – und erleben seitdem eine Triumphfahrt: An den Straßen drängen sich winkende Menschen. Kinderchöre singen, durch die Busfenster reicht man Blumen, Schokolade und Zigaretten. Der Konvoi braucht deshalb fünf Stunden, um knapp 80 Kilometer zurückzulegen. Doch jetzt rollen die 17 Busse ins Ziel: in das niedersächsische Grenzdurchgangslager Friedland, auch »Tor zur Freiheit« genannt.

SPIEGEL GESCHICHTE 3/2022

Kriegsgefangenschaft: Die vergessenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs – wie das Trauma bis heute nachwirkt

Hunger, harte Arbeit und Todesangst dominierten den Haftalltag der etwa 35 Millionen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, unter ihnen mehr als elf Millionen Deutsche. Die letzten kehrten erst Mitte der Fünfzigerjahre heim – oftmals gebrochen an Körper und Seele. Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, warum ihre Traumata in den Familien bis heute nachhallen, welche Qualen Inhaftierte in deutschen Lagern durchlitten, wie intensiv sich die noch junge Bundesrepublik für verurteilte Kriegsverbrecher einsetzte.

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Seit September 1945 betreute man hier Flüchtlinge, Evakuierte, Vertriebene und leitete ehemalige Kriegsgefangene weiter – Männer wie Ernst Wissemann. Wissemanns Familie wurde nicht informiert, dass der 47-Jährige an diesem Tag zurückkommen würde. Und doch dürfte er suchend in die Menge geschaut haben: Ist Ehefrau Hermine hier? Oder seine Tochter Doris? Könnte der Bursche dort hinten sein Sohn Eberhard sein, den er zuletzt als Baby gesehen hat?

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