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Super-Schocker? Super-Lacher!: Höllenwesen mit Fingerfarben

Foto: www.filmplakat-oldies.de

Die albernsten Horrorfilmplakate Aaarrrgh!

Blutig, schrecklich, lächerlich: "Dracula jagt Mini-Mädchen", "Monster des Grauens greifen an" - viele Poster für Horrorfilme sind so missraten, dass sich nicht das leiseste Gruseln einstellt. Cineasten schätzen diesen unfreiwilligen Humor und haben die irrwitzigsten Exemplare gesammelt.

Unbedarft krault die blonde Schwimmerin durch den Ozean, ihr Körper und die Wasseroberfläche ergeben eine Linie. Nur wenig darunter stößt sich ihr ein riesiger Hai aus den Tiefen entgegen. Die Zähne messerscharf, das Maul groß genug, um das Mädchen in einem Stück zu verschlingen. In dem schmalen Streifen Himmel über der Szene steht in blutroten Lettern "DER WEISSE HAI". Und jedem Betrachter ist klar, dass sich das Wasser im Bruchteil einer Sekunde so rot färben wird, wie der Schriftzug.

Nicht umsonst gilt das Plakat zu Stephen Spielbergs Ausflug in das Horrorfilm-Genre von 1975 als eines der besten Filmposter aller Zeiten. Ohne erklärende Unterzeile bringt das Motiv den Schrecken des Films auf den Punkt, die Urangst jedes Schwimmers, wenn das trübe Meerwasser unter ihm den Blick auf den Grund versperrt: "Was mag da unten auf mich lauern?"

Bis in die fünfziger Jahre hinein waren Plakate das wichtigste Werbemittel für Kinofilme. Sie hingen an Litfasssäulen, Plakatwänden, prangten in den Schaukästen vor den Kinos und schmückten die Wände der Foyers. Ihre Aufgabe: Sie sollten die Neugier der potentiellen Zuschauer beflügeln. Konnte ein Film nicht mit großen Schauspielernamen oder einem bekannten Regisseur protzen, waren sie das wichtigste Argument für den Kauf einer Kinokarte. So wurde die Gestaltung zu einer eigenen Kunstform. Mit einem einzigen Motiv musste es gelingen, den Betrachter in die Geschichte und den Kinosaal zu ziehen.

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Super-Schocker? Super-Lacher!: Höllenwesen mit Fingerfarben

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Eine Eigenschaft, die besonders Sammler an den bunten Filmpostern schätzen. Denn im besten Fall entstehen so Ikonen wie das Plakat zu "Der weiße Hai". Oder es gelingt den Grafikern, Alltagsgegenstände zu Markenzeichen des Schreckens umzudeuten. So zum Beispiel Jasons Hockeymaske aus "Freitag der 13.", das alberne Geisterkostüm aus "Scream" oder das blitzende Küchenmesser aus "Halloween".

Monster mit Karl-Dall-Maske

Für besonders seltene Plakate zahlen Sammler mittlerweile gigantische Summen. So wurde im November 2005 ein Originalplakat zu Fritz Langs Film "Metropolis" von 1927 für rund 600.000 Euro versteigert. Auch historische Horrorfilmplakate erzielen mitunter mörderische Preise. So wechselte vor kurzem ein Poster des Gruselklassikers "Die Mumie" von 1932 für fast 450.000 Euro den Besitzer.

Doch bei weitem nicht alle Plakate erreichen Kultstatus. Gerade bei Horrorfilmpostern schockt manches Motiv eher durch die Unbeholfenheit, mit der versucht wird, den Betrachter zu erschrecken. Statt unheilvolle Andeutungen zu machen, wird auf ihnen mit Blut herumgeschmiert, als sei es Fingerfarbe auf einem Kindergeburtstag. Statt das Grauen in der Phantasie des Betrachters entstehen zu lassen, wird eine ganze Parade von Höllenwesen aufgefahren. Und anstatt dem Betrachter zu überlassen, ob er das Plakat unheimlich findet, wird kurzerhand "Der schrecklichste Film dieser Zeit!" draufgeschrieben.

So entstehen grafische Monstrositäten wie diese: Beim Plakat zu "Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf" sieht der Schauspieler auf dem Bild aus, als wäre er erst geteert und dann in ein Planschbecken voll rotem Wackelpudding geschubst worden. Auf dem Plakat zu "Monster des Grauens greifen an" werden unmotiviert ein paar harmlose Meeresbewohner übergroß hinter einen flüchtenden Mann und eine kreischende Blondine montiert. Aber das ist noch gar nichts gegen das Motiv zum Film "Satan mit den 1000 Masken". Da sieht das Monster aus, als hätte es gerade eine Karl-Dall-Maske im Kleiderschrank gefunden. Und bei dem Poster zu "Die Bestie mit dem Skalpell" steht ernsthaft drauf: "Kein Film für Frauen - deshalb darf keine Frau diesen Super-Schocker ohne Begleitung sehen."

Aber treten Sie ein, sehen Sie selbst die große einestages-Parade der lächerlichsten Horrorfilmplakate. Doch Vorsicht, dass Ihnen nicht "die Gänsehaut erstarrt", wie eines der Poster forsch schlagzeilt - oder Sie einfach vor Lachen vom Stuhl kippen.

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