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Die größten Geschenke der Welt: Viermaster, Insel, Bowlingbahn

Foto: Lucas Vallecillos/ZUMA Press/Corbis

Jachten, Hochhäuser, eine ganze Stadt Die größten Geschenke der Welt

Kleine Präsente erhalten die Freundschaft. Wie muss das erst bei großen sein? Eine Stadt, eine Insel, eine riesige Statue: Diese Giga-Geschenke sollten Freude machen. Nicht immer gelang das.

Eine komplette Stadt als gewaltiges Weihnachtsgeschenk - das war einmalig. US-Präsident Abraham Lincoln strahlte vermutlich vor Freude, als General William Tecumseh Sherman am 25. Dezember 1864 telegrafierte: Die Stadt Savannah in Georgia gehöre jetzt ihm.

Die Geschenkidee kam dem General nicht selbst. Darauf gebracht hatte ihn Albert Gallatin Browne. Der Geschäftsmann aus Massachusetts arbeitete während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861 bis 1865) für das US-Finanzministerium. Im Konflikt mit den Südstaaten war es Brownes Job, sämtliche von der konföderierten Armee zurückgelassene Güter zu beschlagnahmen und nach Norden zu schicken.

1864 hatte Nordstaaten-General Sherman nach einem mehrmonatigen Feldzug gegen Atlanta und einem anschließenden 400-Kilometer-Marsch quer durch Georgia am 22. Dezember 1864 das Zentrum der Hafenstadt Savannah erreicht. Zu seinem neuen Hauptquartier wählte er das stattliche Herrenhaus eines Baumwollhändlers.

"Ihnen als Weihnachtsgeschenk…"

Doch nur eine Stunde, nachdem der General sein schickes Domizil bezogen hatte, war Browne aufgetaucht und hatte sämtliche Gebäude samt Inhalt für die Staatskasse beansprucht. Sherman aber war der Meinung, er habe sich diese Dinge redlich verdient und hatte keine Lust, sie abzutreten. Schließlich war er damit einverstanden, Browne all das zu überlassen, wofür er selbst keine Verwendung hatte, darunter Tausende Ballen Baumwolle, schwere Waffen und Munition.

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Die größten Geschenke der Welt: Viermaster, Insel, Bowlingbahn

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Im Gespräch, so berichtete Sherman später in seinen Memoiren, hatte Browne erwähnt, dass vor Weihnachten noch ein Schiff nach Norden gehe, und vorgeschlagen, dass der General Mr. Lincoln, dem Präsidenten, doch ein Weihnachtsgeschenk schicken könne. Dieser würde sich über eine Aufmerksamkeit sehr freuen.

Sherman setzte sich daraufhin und schrieb einen Zettel, welcher Savannah am Nachmittag des 22. Dezember 1864 per Schiff verließ. Die Notiz erreichte Fort Monroe in Virginia, von wo aus ihr Inhalt ins Kriegsministerium nach Washington telegrafiert und dort niedergeschrieben wurde. Am ersten Weihnachtstag erhielt der Präsident dieses Telegramm.

"Ich erlaube mir, Ihnen als Weihnachtsgeschenk die Stadt Savannah (...) zu übergeben."

Bereits einen Tag später berichtete die "New York Times" davon  auf ihrer Titelseite. Große Geschenke, so lehrte die Begebenheit, machen vor allem dann Freude, wenn möglichst viele Leute davon erfahren.

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Präsent für den Präsidenten: Telegramm aus Savannah: Stadt zu verschenken

Foto: Library of Congress

Schneise der Verwüstung

Des Generals Präsent an den Präsidenten war in jedem Fall außergewöhnlich. Zumal es unter den vielen Orten, die er im Sezessionskrieg eroberte, kaum einen zweiten gab, der sich derart als symbolische Gabe geeignet hätte. Denn Savannah war bemerkenswert heil geblieben - jedenfalls gemessen an der 90 Kilometer breiten Schneise der Verwüstung, die Shermans Truppen auf ihrem Marsch an die Küste hinterlassen hatten. Größtmögliche Zerstörung gehörte zu seiner Strategie; wohl nicht ohne Grund wurde nach Sherman im Zweiten Weltkrieg ein Panzer benannt.

Abraham Lincoln wusste das Geschenk zu schätzen, er bedankte sich umgehend bei seinem "lieben General Sherman".

Nicht allein die Einnahme von Savannah hatte ihn an der Nachricht so begeistert. Es war auch der Weg, den Sherman gewählt hatte - für die kriegsmüde Öffentlichkeit war das Telegramm eine glatte Sensation.

Nicht immer sind große Gaben so willkommen wie in diesem Fall. Manche zeugen keineswegs von Freundschaft, Liebe oder Dankbarkeit - wie der Blick in die jüngere Weltgeschichte zeigt. Wer etwa Flugzeuge oder Viermaster, Hochhäuser oder Bowlingbahnen verschenkt, will mitunter nur sein Image pflegen - oder sinnt auf Rache. Hier sind die Geschichten zu den größten Geschenken der Welt in Bildern.

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