Feldzug gegen den Irak Auge in Auge mit dem Krieg

Claus Christian Malzahn

3. Teil: Samstag, 22. März 2003


Südirak

Die irakischen Sperranlagen sind an insgesamt zwölf Stellen durchbrochen worden, Figliolis Bulldozer sind auch noch mittags im Einsatz. Von der riesigen Armada des V. Corps, die hier gestern Nacht durchgezogen ist, sieht man nur noch eine riesige Staubwolke.

Die US-Armee kämpft etwa 60 Kilometer von hier vor An Nassaria. Außer einer amerikanischen Flagge, die munter auf einem Sandwall weht, ist nichts zurückgeblieben.

Auch per Satelliten-Telefon bekomme ich keine Funkverbindung mehr. Wir befinden uns ein paar Kilometer hinter den Sperranlagen, irgendwo in der südirakischen Wüste.

Wir übernachten unter freiem Himmel an der Grenze, in der Nähe eines verlassenen UNO-Checkpoints. Der Mond ist verschwunden. Es ist still, nur ab und zu höre ich das sonore Brummen einer B52. Das Geräusch hat für mich nichts Furchtbares; ganz im Gegenteil, ein fast behütender Ton hängt da am Himmel, und dann erschrecke ich über diesen Gedanken, weil dasselbe Geräusch in Bagdad jetzt Menschen in Keller und Bunker fliehen läßt und Panik auslöst.

Ich leihe mir ein Nachtsichtgerät und starre sprachlos eine Stunde lang in einen Himmel voller Sterne; tausende Planeten funkeln mich an, wie ein Schirm aus Licht. Das beruhigt mich, und zum ersten Mal seit Tagen weicht meine Angst einer unbestimmten Zuversicht. Ich glaube wieder fest daran, daß mir hier nichts passieren wird.



insgesamt 4 Beiträge
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dirk brauns, 24.03.2008
1.
der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben.
Indira Geisel, 29.03.2008
2.
Malzahn bei der US Armee in der irakischen Wüste erinnert nicht wenig an Isherwood in dem Berlin Weimars. Ein Beobachter ringt mit seiner Sympathie sowie mit seiner Skepsis gegenüber einen tollkühnen Gastgeber. Eine Vorahnung der Katastrophe, ehe sie anfängt: "Der Krieg liegt wie ein dunkler, endloser Tunnel vor mir." Aber eigentlich darf er nur über abgeschlossene Operationen schreiben.
johann legner, 30.03.2008
3.
ich bin malzahn dankbar für seinen beitrag und die risiken, die er dafür eingegangen ist. dazu gehört auch, sich mit dem verdacht auseinanderzusetzen, instrumentalisiert zu werden. beim lesen habe ich mich an diese tage der ungewissheit erinnert, die den beginn des irak-krieges prägten, an den der kampf mit den gasmasken, der damals für die angreifer alles beherrschte. im nachhinein scheint er das fanal des weiteren verlauf dieses krieges. der erwartete schrecken bleibt aus, aber die angst vor ihm wirft einen langen schatten und gebiert seinerseits schreckliches. vom ersten tag an ist alles ganz, ganz anders als erwartet. dies in erinnerung zurück zu rufen, zeichnet einen zeitzeugen aus.
Norbert Polster, 30.03.2009
4.
>der text ist langweilig. um mitzuteilen, was krieg ist, benötigt es etwas mehr als dieses verstockte gemurkse. >abtreten, embedded mahlzahn. nochmal schreiben. gott sei dank geschmackssache. ich werde mir das buch kaufen.
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