Knochen von 33 Menschen Gothaer Stiftung will Schädel aus Indonesien zurückgeben

Eine Stiftung aus Gotha sammelte Schädel von Menschen aus Indonesien. Oft handelte es sich um die Knochen von jungen Freiheitskämpfern. Nun könnten sie zurück in ihre Heimat gebracht werden.
Leere Vitrine als Symbol: Die Schädel der Stiftungssammlung werden nicht mehr gezeigt

Leere Vitrine als Symbol: Die Schädel der Stiftungssammlung werden nicht mehr gezeigt

Foto: Robert Niemz / dpa

Die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha will aus Indonesien stammende menschliche Schädel zurückgeben, die sich in ihrer Sammlung befinden.

Für die Rückführung solle eine internationale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden, die in Koordination mit Indonesien alle nächsten Schritte unternehme, kündigte Stiftungsdirektor Tobias Pfeifer-Helkenach zum Abschluss eines Forschungsprojekts zur Provenienz und Geschichte der Sammlung indonesischer Schädel in Gotha an.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hatte in den vergangenen 18 Monaten die Herkunft von menschlichen Schädeln untersucht, die während der Kolonialzeit in die herzogliche Sammlung aufgenommen worden waren.

33 Schädel in Gotha

Einigen der Menschen, von denen die 33 noch in Gotha vorhandenen Schädel stammten, habe ihre Identität zurückgegeben werden können, sagte der Ethnologe und Leiter des Forscherteams, Adrian Lindner. Der Großteil der Schädel stamme von jungen Männern, von denen viele gefangen genommene Freiheitskämpfer gewesen seien.

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Stiftungsdirektor Pfeifer-Helke machte deutlich, dass eine Rückgabe der Schädel im Alleingang nicht möglich sei. Es sei dafür eine ausdrückliche Forderung oder Bitte aus Indonesien nötig. Das dortige Interesse an der Rückführung der Schädel sei bislang eher zurückhaltend ausgefallen.

ptz/dpa
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