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Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG

aus SPIEGEL Geschichte 1/2011
Mayr (mit Joschka Fischers Cousine in Budakeszi), Neef (mit russischem Historiker in Tschernjachowsk), Puhl (mit polnischem Wahlplakat)

Mayr (mit Joschka Fischers Cousine in Budakeszi), Neef (mit russischem Historiker in Tschernjachowsk), Puhl (mit polnischem Wahlplakat)

Foto: PETER SCHINZLER / DER SPIEGEL

Mitunter kamen sie als Eroberer und Missionare, meist aber friedlich als fleißige Bauern, Handwerker und Kaufleute: die Deutschen, die sich seit Jahrhunderten im östlichen Europa ansiedelten. Der von den Nazis begonnene Zweite Weltkrieg führte zu Flucht und Vertreibung von rund 14 Millionen Deutschen aus diesen Regionen. Jahrzehntelang stritten die Deutschen über die angemessene Sicht auf die Geschichte dieses Verlustes und das Erbe der Vertriebenen, eine Debatte, die von Lagerdenken, Blockaden und auch Verdrängung bestimmt war.

Nun beginnt eine neue Generation, vor allem Nachkommen von Vertriebenen, sich für den historischen deutschen Osten zu interessieren und die Orte der Vorfahren aufzusuchen. Davon berichtet der Osteuropahistoriker Andreas Kossert, dessen Großeltern aus Ostpreußen stammten, im Gespräch mit Annette Großbongardt und Norbert F. Pötzl (Seite 44). Über das früher spannungsreiche Verhältnis zwischen Deutschen und Polen sprach Uwe Klußmann, der dieses Heft zusammen mit Großbongardt konzipiert hat, mit dem Historiker Krzysztof Ruchniewicz in Breslau (Seite 111). In Polen, sagt Klußmann, sei es »selbstverständlich, die Vergangenheit verlorener Gebiete als Bestandteil der eigenen Geschichte zu begreifen«.

Deutsche Spuren sind auch heute noch in Ostmitteleuropa zu finden, Redakteure aus dem Auslandsressort des SPIEGEL haben sich auf die Suche gemacht. Walter Mayr spürte auf einer Reise entlang der Donau in Ungarn unter anderem die Verwandtschaft Joschka Fischers auf (Seite 60). Christian Neef stellte im heute russischen Teil Ostpreußens Überraschendes fest: In Tschernjachowsk, dem ehemaligen Insterburg, sind russische Einwohner dabei, einst deutsche Häuser vor dem Verfall zu retten (Seite 48). Jan Puhl erkundete in Schlesien die Lage der deutschen Minderheit - viele müssen ihre ursprüngliche Muttersprache erst erlernen (Seite 140).

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