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Hausmitteilung Deutschlands Problem mit dem Antisemitismus und die historischen Wurzeln

aus SPIEGEL Geschichte 3/2021
Immer wieder: Die »antisemitische Schmierwelle« in der Bundesrepublik zeigte 1959/60 offenen Judenhass, wie hier an der 1959 wiedereröffneten neuen Synagoge in Köln. In den Jahren darauf zeigte sich der Antisemitismus in Attentaten.

Immer wieder: Die »antisemitische Schmierwelle« in der Bundesrepublik zeigte 1959/60 offenen Judenhass, wie hier an der 1959 wiedereröffneten neuen Synagoge in Köln. In den Jahren darauf zeigte sich der Antisemitismus in Attentaten.

Foto: picture alliance / dpa

Deutschland hat ein Problem mit Antisemitismus: 2351 antisemitische Straftaten registrierten die Behörden im Jahr 2020, 16 Prozent mehr als 2019. Niemals seit 2001, seitdem solche Straftaten gesondert erfasst werden, gab es mehr. Der Anschlag von Halle, der Angriff auf einen Synagogenbesucher in Hamburg – die Liste antijüdischer Gewalt ist lang. Und immer gibt es auch Relativierer: War das wirklich Antisemitismus, oder gibt es auch andere Erklärungen?

All das war für die Redaktion von SPIEGEL GESCHICHTE Anlass, ein Heft über Antisemitismus zu machen. Was genau ist Antisemitismus? Welche historischen Wurzeln hat er? Was hat er mit Verschwörungsmythen zu tun? Und warum ist Antisemitismus in Deutschland noch immer so virulent – obwohl es nach dem Holocaust, der systematischen Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden, den Konsens des »Nie wieder« gab? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den folgenden Seiten.

Der Judaist Peter Schäfer erläutert beispielsweise, wie der Judenhass mit der Entstehung des Christentums zusammenhängt . Der Hohenzollern-Experte John Röhl beschreibt den erschreckenden Antisemitismus von Kaiser Wilhelm II. , Charlotte Knobloch und Marina Weisband berichten von ihren Erfahrungen mit Antisemitismus in zwei Generationen , und die Historikerin Miriam Rürup erläutert, welche Stereotype und Codes antisemitisch sind.

Bei diesem Heft haben uns fünf Expertinnen und Experten beraten: der Historiker Micha Brumlik, der Autor und Politologe Max Czollek, die Psychologin Marina Chernivsky, die Medienwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg und die Künstlerin Anna Schapiro (zum Essay ). Ihnen danken wir sehr für die fruchtbaren Diskussionen.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre, Ihr Team von SPIEGEL GESCHICHTE

Schreiben Sie uns, wie Sie das Heft finden oder über welche Themen Sie künftig einmal in SPIEGEL GESCHICHTE etwas lesen möchten. Sie erreichen uns unter: spiegelgeschichte@ spiegel.de 

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