Zur Ausgabe
Artikel 9 / 36
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hexenjäger im 17. Jahrhundert Er sperrte die Frau in einen Hundestall und ließ sie verbrennen

Ein gieriger Richter ließ in Fulda Bürgersfrauen einkerkern und töten. Denn für Gefängnis, Folter und Hinrichtung der angeblichen Hexen mussten die Familien der Opfer zahlen – bis das lukrative System aufflog.
Von Benno Stieber
aus SPIEGEL Geschichte 5/2021
Richtschwert aus dem kurpfälzischen Frankenthal, um 1600

Richtschwert aus dem kurpfälzischen Frankenthal, um 1600

Foto:

Peter Haag-Kirchner / Historisches Museum der Pfalz Speyer

Am Schluss blieb Blasius Bien von seiner Frau nur eine Rechnung über 91,50 Gulden, für Haft, Folter und Hinrichtung von Merga Bien. Zu zahlen an Balthasar Nuss, den Hexenrichter, den Malefizmeister von Fulda. An den Mann also, der die Frau wochenlang in einem kleinen Stall wie ein Tier gehalten und gequält hatte, bevor er sie irgendwann im Herbst 1603 als Hexe verbrennen ließ.

Merga Bien war nach allem, was über ihr Leben heute bekannt ist, Teil der Fuldaer Mittelschicht. Eine Frau, die aufgrund ihres kleinen Vermögens auch im fortgeschrittenen Alter einen mittleren Beamten heiraten konnte. In den Büchern der Pfarrei wurde sie als Taufpatin geführt. Ein Hinweis darauf, dass sie über Geld und einen guten Leumund verfügte. Doch das konnte sie vor dem Hexenwahn, der 1603 in Fulda verstärkt aufkam, nicht schützen.

SPIEGEL Geschichte 5/2021

Das Zeitalter der Hexenjagd: 1400 bis 1800: Die Opfer, die Täter – und die Mythen

Zehntausende Frauen – und auch Männer – landeten seit dem Ende des Mittelalters als »Hexen« auf dem Scheiterhaufen. Hier erfahren Sie, wie Folterknechte, Richter und Henker vorgingen, warum nicht nur weise Frauen verdächtigt wurden – und wer von der Hexenverfolgung profitierte

Inhaltsverzeichnis

Jetzt online bestellen, und das Heft wird zu Ihnen nach Hause geschickt!

Bei Amazon bestellen 

Bei MyKiosk finden 

SPIEGEL GESCHICHTE im Abo

Im Hochstift Fulda, einem von einem Fürstabt regierten geistlichen Territorium des Heiligen Römischen Reiches, war die Hexenverfolgung zwar nur kurz, dafür aber besonders grausam. Zwischen 1603 und 1606, in der zweiten Amtszeit des Fürstabts Balthasar von Dernbach, fielen ihr schätzungsweise 250 Frauen zum Opfer.

Jetzt weiterlesen mit SPIEGEL+

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden SPIEGEL-Abo.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen – von Reportern aus aller Welt. Jetzt testen.

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich.

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App.

  • Einen Monat für 1,- € testen.

Einen Monat für 1,- €
Jetzt für 1,- € testen

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement? Hier anmelden

Weiterlesen mit SPIEGEL+

Mehr Perspektiven, mehr verstehen.

Freier Zugang zu allen Artikeln, Videos, Audioinhalten und Podcasts

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App

  • DER SPIEGEL zum Anhören und der werktägliche Podcast SPIEGEL Daily

  • Nur € 19,99 pro Monat, jederzeit kündbar

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 19,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.

Zur Ausgabe
Artikel 9 / 36
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.