»Historic Photographer of the Year 2022« Alt und schön

Die malerische Insel eines grausamen Schlossherrn, eine mysteriöse Gestalt vor einer Klosterruine, das schönste Dorf Englands: In einem britischen Wettbewerb wurden brillante Bilder historischer Stätten ausgezeichnet.
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Versteckt in der walisischen Landschaft entdeckte der Brite Steve Liddiard eine vor mehr als 60 Jahren aufgegebene Wollfabrik. Die Aufnahme dokumentiert, wie faszinierend Natur und Industriegeschichte miteinander verwoben sein können – und sie machte den Fotografen zum diesjährigen Gesamtsieger des Wettbewerbs »Historic Photographer of the Year« . Amateur- und Berufsfotografen mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich konnten sich mit Fotos zum historischen Erbe Englands oder auch zur Weltgeschichte bewerben. Die Jury wählte aus 1200 Einsendungen aus und legte besonderen Wert auf Originalität, Komposition und technisches Können.

Foto: Steve Liddiard / Historic Photographer of the Year
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Auf die »Historic England Shortlist« schaffte es etwa Edyta Rice mit ihrer Aufnahme der Burgruine Corfe Castle in Dorset (England). Die Fotografin beschreibt das Bild als Ergebnis zahlreicher Versuche, das majestätische Bauwerk unter nebligen Bedingungen festzuhalten: »Aufgehende Sonne, goldenes Leuchten, Schatten, die hinter die Türme fallen, und niedrige Wolken lassen es sehr mystisch aussehen, genau das ist die Traumaufnahme, nach der ich gesucht habe.«

Foto: Edyta Rice / Historic Photographer of the Year
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Der britische Künstler und Architekt William Morris (1834-1896) bezeichnete Bibury in der Grafschaft Gloucestershire als »das schönste Dorf Englands«. Als wäre die Zeit seither stehen geblieben, fing Fotograf Vitalij Bobrovic diesen Straßenzug ein.

Foto: Vitalij Bobrovic / Historic Photographer of the Year
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Glastonbury Tor gilt als magischer Ort. Unzählige Male wurde der 158 Meter hohe konische Hügel schon fotografiert, mehr als nur einmal auch für diesen Wettbewerb. Hannah Rochford zeigt ihn und seine Besucher auf dieser Aufnahme besonders eindrucksvoll – bei Vollmond.

Foto: Hannah Rochford / Historic Photographer of the Year
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Danny Shepherd schaute sich in Schottland um und besuchte Loch an Eilein, einen See in den Highlands. Attraktion ist die malerische Insel mit der Ruine einer kleinen Burg aus dem 14. Jahrhundert. Sie war ursprünglich Zufluchtsort von Dieben. Schlossbesitzer gewesen sein soll einst ein gewisser Alexander Stewart, Earl of Buchan, genannt auch »Wolf von Badenoch« (1343-1405). Den Spitznamen verdankte er seiner berüchtigten Grausamkeit.

Foto: Danny Shepherd / Historic Photographer of the Year
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Farbenfroh und fröhlich wirkt der historische Steep Hill von Lincoln in Lincolnshire (England) auf diesem Bild von Andrew Scott. Die Gebäude in der High Street stehen unter Denkmalschutz. Das Viertel mit seinen Geschäften, Teestuben und Pubs ist bei Touristen beliebt.

Foto: Andrew Scott / Historic Photographer of the Year
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Bis zum Sonnenaufgang war noch alles klar, dann wurde der Nebel mit jeder Minute dichter. Die größte Herausforderung für Itay Kaplan bestand darin abzudrücken, bevor der Nebel zu dick wurde – und man von der Newport Transporter Bridge, einer Schwebefähre über den Usk in Wales, überhaupt nichts mehr sah.

Foto: Itay Kaplan / Historic Photographer of the Year
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Ganz weich gezeichnet hat Fotograf Mike Swain die Cromford Mill in Derbyshire (England). Dabei geht es hier um Kraft: Es handelte sich um die weltweit erste wasserbetriebene Baumwollspinnerei, 1771 von Richard Arkwright entwickelt. Heute steht sie unter Denkmalschutz und ist Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Foto: Mike Swain / Historic Photographer of the Year
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Fotograf Scott Macintyre musste auf Ebbe warten: Nur dann ist das Wrack des britischen Admiralitäts-Dampfschleppers SS-Carbon so schön vor der Compton Bay auf der Isle of Wight in Großbritannien zu sehen. Das 185-Tonnen-Schiff war 1896 gebaut worden und lief 1947 auf Grund.

Foto: Scott Macintyre / Historic Photographer of the Year
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Derwent Isle, eingehüllt in Morgennebel. Die Insel im See Derwent Water im Nordwesten Englands war schon in Besitz von Mönchen und Königen. Im 16. Jahrhundert wurde sie von deutschen Bergleuten bewohnt, die in der Gegend arbeiteten. Sie errichteten ein Lager, bauten Gemüse an, hielten Tiere, brauten auch Bier. Im 18. Jahrhundert zog es den etwas exzentrischen Joseph Pocklington, Sohn einer erfolgreichen Bankiersfamilie aus Nottinghamshire, auf die Insel. Er baute sich ein auffälliges, zweistöckiges weißes Haus, ein Bootshaus in Form einer Kapelle mit echtem Glockenturm und eine kleine Festung samt Kanonen, die er für Scheinschlachten während der jährlichen Regatten auf dem See nutzte. Als sich Fotograf Andrew McCaren näherte, war anscheinend alles ruhig.

Foto: Andrew McCaren / Historic Photographer of the Year
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»Eine Kathedrale der industriellen Revolution« nennt Fotograf David Moore die Sandfields Pumping Station in Lichfield. Die englische Stadt war lange Bischofssitz und verfügt über eine opulente echte Kathedrale; dagegen ist das Industrieerbe im romanischen Stil beinah vergessen. Immerhin: Die technische Innovation steht heute auch unter Denkmalschutz.

Foto: David Moore / Historic Photographer of the Year
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Die Lichtverhältnisse lassen ihn noch mehr strahlen: Lloyd Lane fotografierte den Royal Pavilion im südenglischen Brighton. Der Palast diente als Rückzugsort am Meer für König George IV., als Brighton im 18. Jahrhundert Kurort wurde, und wurde im Ersten Weltkrieg als Lazarett genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg mühte sich die Stadt, ihn originalgetreu herzurichten.

Foto: Lloyd Lane / Historic Photographer of the Year
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Die Klosterruine Tintern Abbey liegt auf der walisischen Seite des Flusses Wye neben dem Dorf Tintern. 1536 als Zisterzienserkloster aufgelöst, entdeckten sie die Romantiker Ende des 18. Jahrhunderts als Ausflugsziel. Fotograf Sam Binding hoffte bei seinem Besuch am Morgen auf leichten Nebel im Tal – »und als ich ankam, war die Sonne über die angrenzenden Hügel gekrochen und verbreitete atemberaubende Strahlen durch den zentralen Teil der Abtei. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie im unteren Bereich etwas entdecken, das wie eine mysteriös verhüllte Gestalt aussieht.«

Foto: Sam Binding / Historic Photographer of the Year
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»Dies ist eine meiner schottischen Lieblingsburgen in Aberdeenshire mit den atemberaubendsten Aussichten rundherum«, schrieb Verginia Hristova zu ihrer Aufnahme von Dunnottar Castle. Die Ruine steht rund drei Kilometer südlich von Stonehaven auf einer Landzunge. Während der Englischen Bürgerkriege sollen dort die Schottischen Kronjuwelen versteckt gewesen sein.

Foto: Verginia Hristova / Historic Photographer of the Year
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Auch fern der Heimat waren die Fotografen des Königreichs unterwegs, Luke Stackpoole zum Beispiel in Jordanien bei den kunstvollen Felsmonumenten in Petra. Dieses Felsfassadengrab trägt übersetzt den Namen »Die Schatzkammer«. Wie die meisten erhaltenen Monumente der antiken Stadt des nabatäischen Königreichs wurde die Struktur in eine Sandsteinfelswand geschlagen.

Foto: Luke Stackpoole / Historic Photographer of the Year
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»La Petite Ceinture«, kleiner Gürtel, heißt eine ehemalige Eisenbahnstrecke rund um Paris. Heute ist sie größtenteils verlassen, wird von der Natur zurückerobert – und von Lost-Places-Fotografen wie Paul Harris. Der Wettbewerb für die besten Fotografien von historischen Orten wurde von dem britischen Historiker und Moderator Dan Snow und der Agentur Little Dot Studios initiiert.

Foto: Paul Harris / Historic Photographer of the Year

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