Jugendsprache-Quiz Als die ursten Tussis auf der Hospiz schwoften

Nicht nur Chabos wissen, wer der Babo ist: Seit 2008 wird jährlich das »Jugendwort des Jahres« gekürt. Dabei hat Jugendsprache eine viel längere Geschichte. Wie gut kennen Sie sich damit aus?
Oberaffengeil, aber noch nicht endkrass: Junge Menschen in den Achtzigern

Oberaffengeil, aber noch nicht endkrass: Junge Menschen in den Achtzigern

Foto: Gueffroy / images images

Immerhin 61 Jahre alt war der damalige EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker,  als er 2016 gefragt wurde, ob es nicht undemokratisch sei, ohne jegliche Abstimmungen in den nationalen Parlamenten ein Freihandelsabkommen mit Kanada zu verabschieden. Rechtlich, so antwortete er, sei das unnötig – und ihm persönlich »schnurzegal«.

Wahrscheinlich ohne es zu wissen, baute Juncker so einen Begriff in seine politische Argumentation ein, der klar aus der Jugendsprache stammte. Allerdings aus der des frühen 19. Jahrhunderts. Damals bürgerte sich unter Studenten die saloppe Redensart »Es bleibt sich schnurz« ein – für »Es bleibt sich gleich«.

Etliche Begriffe, die heute Alt und Jung in der deutschen Sprache alltäglich verwenden, stammen ursprünglich aus dem Jugendslang längst vergangener Zeiten: von Ulk und Schlamassel über das Abtörnen oder Abmurksen bis zum endgeilen Schwof und dem duften Schmöker.

Manches davon fühlt sich heute der Wort-Tradition entsprechend verstaubt an. Bei anderen Wortschöpfungen rätseln nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche, ob es da draußen jemanden gibt, der wirklich so spricht. Und bei manchen vermeintlich jungen Begriffen staunt man über ihr wahres Alter.

So entschied sich eine Jury des Langenscheidt-Verlags, der mit der Wahl zum »Jugendwort des Jahres« seit 13 Jahren medienwirksam ein Jugendsprache-Lexikon betrommelt, 2014 für den Ausdruck »Läuft bei dir«. Doch die Bedeutung von »etwas läuft« (als »etwas geht gut«) entstand schon in der Jugendsprache der frühen Sechzigerjahre. Etwa zur gleichen Zeit begann man in linksalternativen Subkulturen auf »Bullen« zu schimpfen. Und diese Bezeichnung für Polizisten ist schon sehr viel länger in Gebrauch – seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Viele solcher Jugendwörter, die auf eine lange Historie zurückblicken, hat nun Autor Matthias Heine in seinem Buch »Krass: 500 Jahre Jugendsprache«  gesammelt.

Wenn Sie aber schon sicher sind zu wissen, seit wann der Macker mit dem steilen Zahn fummelt oder die Smombies mit der Bae napflixen, testen Sie ihr historisches Jugendsprachwissen – in unserem Quiz.

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