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Deutsche Kriegsverbrechen in der Ukraine Die vergessenen Opfer des »Stammlagers 328«

Im westukrainischen Lemberg pferchte die Wehrmacht sowjetische Kriegsgefangene in ein berüchtigtes Lager. Mehr als 100.000 Menschen starben dort, gezielt zu Tode gehungert und Seuchen ausgesetzt.
Von Lutz C. Kleveman
aus SPIEGEL Geschichte 3/2022
Lemberg war eines von vielen Lagern, in denen die Wehrmacht sowjetische Soldaten unmenschlich behandelte (hier Gefangene 1942 westlich von Stalingrad auf dem Weg ins Lager)

Lemberg war eines von vielen Lagern, in denen die Wehrmacht sowjetische Soldaten unmenschlich behandelte (hier Gefangene 1942 westlich von Stalingrad auf dem Weg ins Lager)

Foto:

akg images

Die Zitadelle von Lwiw liegt mitten in der Stadt auf einem Hügel, der von alten Krüppel-Eichen bewachsen ist. Sie besteht aus einer wuchtigen Kaserne, die von vier Wehrtürmen umgeben ist. Das österreichische Militär ließ die Festung nach dem Völkerfrühling von 1848 errichten, als die heutige Hauptstadt der Westukraine noch zum Habsburger Reich gehörte und Lemberg hieß.

Der dunkelrote Ziegelbau steht bei einem Besuch 2014 leer und abweisend da. Die Eingänge sind verrammelt, die Schießscharten wirken wie böse Katzenaugen, an eine Wand hat jemand Hakenkreuze geschmiert. Einer der Wehrtürme ist eine zerbombte Ruine, aus deren Mauerrissen junge Birken wachsen. Der größte Turm wurde vor einigen Jahren zu einem Luxushotel ausgebaut. Auf dem Parkplatz stehen schwarze SUV-Karossen.

SPIEGEL GESCHICHTE 3/2022

Kriegsgefangenschaft: Die vergessenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs – wie das Trauma bis heute nachwirkt

Hunger, harte Arbeit und Todesangst dominierten den Haftalltag der etwa 35 Millionen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, unter ihnen mehr als elf Millionen Deutsche. Die letzten kehrten erst Mitte der Fünfzigerjahre heim – oftmals gebrochen an Körper und Seele. Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, warum ihre Traumata in den Familien bis heute nachhallen, welche Qualen Inhaftierte in deutschen Lagern durchlitten, wie intensiv sich die noch junge Bundesrepublik für verurteilte Kriegsverbrecher einsetzte.

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Unter den Habsburgern lebten in Lwiw verschiedene Kulturen und Nationalitäten zusammen – Ukrainer, Russen und Polen, darunter viele Juden. Äußerlich wirkt die Altstadt mit ihren hübschen Patrizierhäusern noch immer wie ein kleines Prag oder Krakau, pittoresk und beschaulich, doch hinter ihrer Fassade wurden im Zweiten Weltkrieg furchtbare Verbrechen verübt, die man seitdem verdrängt und vergessen hat.

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