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Aus den Sündenregistern der Stars: "Mei nehm iss Hörküles"

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Peinliche Frühwerke Die Jugendsünden der Hollywoodstars

Horrorfilme, Teeniekomödien, Softpornos: Von George Clooney bis Angelina Jolie begannen viele Hollywood-Karrieren wenig ruhmreich. Doch was die Stars am liebsten vergessen würden, zerrt das Internet-Zeitalter gnadenlos ans Licht. einestages zeigt die Gruselgalerie der schlimmsten Jugendsünden.

Am Ende hat Joan Crawford ihr pikantes Geheimnis mit ins Grab genommen. Die Hollywood-Diva war ein Stummfilmstar in den zwanziger Jahren, stand in den Dreißigern und Vierzigern mit Stars wie Marlene Dietrich oder Greta Garbo im Rampenlicht und spielte bis in die Siebziger hinein in über 80 Filmen mit. Doch hinter vorgehaltener Hand werden zwei Filme, die in keinem ihrer Lebensläufe auftauchen, bis heute mindestens ebenso heiß diskutiert wie die Meisterwerke der Schauspielerin.

Es sind Stummfilme von wenigen Minuten Länge, einige Meter Zelluloid, gefilmt mit holpriger Kamera und bei mieser Beleuchtung, wie es damals bei dieser Art von Unterhaltung die Regel war. Sie waren kleine Stolperer einer blutjungen Aktrice auf dem Weg zur großen Filmkarriere - Jugendsünden.

In dem einen Film soll sie den Charleston getanzt haben - komplett nackt. Der andere soll den Titel "Busom Buddies" - "Busenfreunde" - getragen und die Hollywood-Ikone in lesbischen Sexszenen gezeigt haben. Doch: Niemand weiß ganz genau, ob diese Filme jemals existiert haben. Und bis zu ihrem Tode am 10. Mai 1977 hat sich die Filmdiva nie zu diesen Gerüchten geäußert.

Bis heute sind die Behauptungen des Underground-Filmemachers Kenneth Anger der einzige Hinweis auf die beiden ominösen Filmrollen. Er erwähnte die expliziten Filmchen in seinem Buch "Hollywood Babylon", einer unberechenbaren Mischung aus Tratsch, Tatsachenberichten und Räuberpistolen über die wilden Eskapaden des jungen Hollywood der zwanziger und dreißiger Jahre. So bleibt die Geschichte um die zwei frühen Sexstreifen eine pikante Fußnote des Mythos Joan Crawford.

Erst Rocky, dann Bocky

Im Zeitalter von DVD und YouTube kann Hollywoods Schauspielerelite nicht mehr darauf hoffen, dass Jugendsünden im Dunkel der Geschichte verschwinden. Heute müssen die Stars mitunter eine gehörige Portion Humor aufbringen, wenn ihre frühen Filme als Billig-DVDs neuveröffentlicht werden oder Fans und Verächter ihre ersten schauspielerischen Darbietungen ausgraben - und für jeden sichtbar im Internet ausstellen.

Schon seit der Erfindung des Videorekorders verschwinden peinliche Machwerke nach ihrem Auftritt im Kino nicht mehr in staubigen Archiven. Anstatt in Vergessenheit zu geraten, gelangen sie seit den Siebzigerjahren in Form von handlichen Magnetbändern in die Haushalte - manchmal Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung. So spielte Sylvester Stallone seine erste Hauptrolle 1970 für schlappe 200 Dollar Gage in dem Sexfilm "The Party At Kitty and Stud's". Der Film war mäßig erfolgreich und verschwand schnell wieder von der Bildfläche - in Vergessenheit geriet er nicht.

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Aus den Sündenregistern der Stars: "Mei nehm iss Hörküles"

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Als Stallone 1976 mit "Rocky" seinen Durchbruch feierte, hatte der kleine Verleih seines frühen Sexstreifens auf einmal einen Film mit einem Star. Schnell kam Stallones Debüt unter dem Titel "Italian Stallion" noch einmal heraus. In Deutschland erschien der Film schließlich unter dem Titel "Bocky - Ein Mann steckt einen weg". Im Trailer zur Wiederveröffentlichung hieß es: "Alles, was Sie schon immer von Rocky sehen wollten."

"Mei nehm iss Hörküles"

Fast genauso hart traf es Arnold Schwarzenegger. Damals bereits ein weltweit gefeierter Bodybuilder und Mr. Universum, wollte er unbedingt auch noch nach Hollywood. Und bekam 1970 prompt seine erste Hauptrolle angeboten. In "Hercules in New York" erlebt er als muskelbepackter Halbgott Abenteuer in Manhattan - und bewies dabei kaum das intellektuelle Format eines Gouverneurs von Kalifornien in spe. Schwerfällig wankt Schwarzenegger im Film als komplett epilierte Sagengestalt von einer unwitzigen Szene zur nächsten - und legt einen österreichischen Akzent an den Tag, der die Produzenten zwang, Arnold später nachzusynchronisieren.

Dann schaffte Schwarzenegger 1982 als "Conan der Barbar" seinen Durchbruch - und prompt stand auch "Herkules" auf einmal ganz vorne in den Regalen der Videotheken. Dieses Mal in einer bedeutend komischeren Version: Die Macher ließen einfach Arnolds Originalstimme wieder einspielen - "Mei nehm iss Hörküles."

Im Zeitalter des Internets ist es noch härter geworden, seine Jugendsünden zu verbergen. Mit ein paar Klicks durch das Online-Filmarchiv International Movie Database können Fans zu jeder Stunde das Sündenregister ihrer Stars abrufen, danach die bescheuertsten Auftritte als YouTube-Video anschauen und umgehend einen gemeinen Kommentar hinterlassen.

Tausche Wagen gegen Filmrolle

Doch während Stars wie Schwarzenegger und Stallone wohl kaum darüber lachen können, dass ihr Frühwerk mit wenigen Mausklicks für alle sichtbar ist, nimmt es ausgerechnet einer mit einem besonders dicken Sündenregister mit Humor. George Clooney, der sich mit Filmen wie "Good Night And Good Luck" oder "Syriana" zum politischen Gewissen der Traumfabrik Hollywood aufgeschwungen hat. Bevor er sich mit seiner Rolle als Dr. Ross in der TV-Serie "Emergency Room" als Kinostar empfahl, verdiente er seine Brötchen mit Minirollen in Serien wie "Street Hawk" und "Golden Girls", die er mehr schlecht als recht spielte. 1988 mimte er außerdem in der Fortsetzung von "Angriff der Killertomaten" einen leicht vertrottelten Imbiss-Angestellten. Und in dem Teenie-Slasher "Return To Horror High" reichte es sogar nur für die undankbarste Rolle, die man in einem Horrorfilm ergattern kann: Clooney war das erste Opfer. Als Cop schleicht er durch die zwielichtigen Gänge einer Highschool - und wird nach schlappen zehn Minuten blutig niedergemetzelt. Natürlich ist auch dieser eher peinliche Auftritt von Clooney längst als Billig-DVD mit seinem kostbaren Namen auf dem Cover wiederauferstanden.

Trotzdem: Als Clooney von dem Magazin "Neon" mit seiner Filmliste auf der International Movie Database konfrontiert wurde, kommentierte er nur trocken: "Sie haben nicht mal meinen ersten Auftritt." Einen Film mit dem Titel "And They're Off". "Ich lieh ihnen mein Auto", gestand er frei heraus, "und bekam dafür 50 Dollar am Tag - und eine Rolle als Statist."

So liefert der Superstar am Ende sogar selbst mit einem galanten Augenzwinkern die Munition für Fans auf der Suche nach seinen Jugendsünden. Das wäre Joan Crawford sicher nicht passiert.

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