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Geschichte-Podcast Der Kampf der Weißen Rose gegen Hitler

Sophie und Hans Scholl wurden zum Symbol für den Widerstand gegen das Naziregime. Im Podcast erklärt Scholl-Biografin Maren Gottschalk, warum die Geschwister bis heute andere Widerstandskämpfer überstrahlen.

Diese Aktion wurde Sophie Scholl zum Verhängnis und kostete sie letztlich ihr Leben: Von der Galerie im Lichthof der Münchner Universität ließ sie am 18. Februar 1943  einen Stapel von Flugblättern gegen das NS-Regime herabregnen. Der Hausmeister hielt sie fest, bis die Gestapo eintraf. Es bedeutete das Ende der heute als Weiße Rose bekannten Widerstandsgruppe, in der Sophie Scholl, 21, mit ihrem Bruder Hans, 24, und weiteren Weggefährten agierte.

Bei einem schnellen Prozess vor dem Volksgerichtshof unter dem gefürchteten Richter Roland Freisler wurden die Geschwister wie auch Christoph Probst nur vier Tage nach der Tat zum Tode verurteilt: wegen Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat. Alle drei wurden noch am Nachmittag desselben Tages gegen 17 Uhr per Fallbeil hingerichtet.

Obwohl die Weiße Rose in der Zeit ihres Bestehens lediglich sechs Flugblätter herausbrachte, wurde die Gruppe, ganz besonders Sophie Scholl, zum Inbegriff des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. »Sie war sehr, sehr mutig«, sagt Maren Gottschalk, Autorin der Sophie-Scholl-Biografie »Wie schwer ein Menschenleben wiegt«. Und warnt im Podcast-Interview dennoch davor, die Widerstandskämpferin zu überhöhen: »Wir müssen sie als Menschen betrachten, um von ihr lernen zu können.« Wenn man Scholl hingegen zur Heiligen erhebe, so Gottschalk, »dann schieben wir sie von uns weg«.

In ihren Diskussionsrunden mit Schülern, erzählt die Autorin, gehe es oft um die Frage, was man aus dem Fall der Scholls angesichts des aktuellen Erstarkens der Neuen Rechten lernen könne. Ihre Antwort sei: »Wir können unsere Stimme erheben. Wir können unsere Komfortzone verlassen. Das sind alles junge Leute gewesen, die hätten den Krieg in Sicherheit abwarten und dann ein gesichertes Leben führen können.« Das jedoch hätten sie bewusst nicht getan: »Sie haben eben nicht gesagt: ›Irgendjemand wird sich schon kümmern‹.«

Über den Podcast

Alle zwei Wochen gibt es einen ausgewählten historischen Artikel und die Geschichte dahinter – erzählt von den Autorinnen und Autoren und der Redaktion von SPIEGEL Geschichte. Außerdem können Sie zu jeder neuen Ausgabe von SPIEGEL Geschichte ein ausführliches Gespräch zum Titelthema hören.

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