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Horror-Weihnachtsfeste in Film und TV: Schlimme Bescherung!

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Misslungene Weihnachtsfeste im Film Das Grauen unterm Tannenbaum

Ente angebrannt, Geschenk vergessen, Schwiegermutter vor der Tür - Heiligabend wird die Hölle. Aber es geht noch schlimmer: einestages erinnert an die fiesesten Weihnachtsfeste aus Film und Fernsehen - inklusive Kernschmelze auf dem Gabentisch.

Weihnachtszeit - Zeit der Wunder: Griesgrämige sind plötzlich geläutert, einsame Herzen finden im Schneegestöber ihre große Liebe, die Geizigen öffnen ihre Herzen, Kranke können wieder gehen, Pleitiers wieder zahlen und hoffnungslos zerstrittene Familienmitglieder lächeln sich bei Kerzenschein verständnisvoll an. Zumindest im Fernsehen. Als müssten bis zum Ende des Jahres schnell noch alle Probleme der Welt gelöst werden, zielen Produzenten von Weihnachtsfilmen alle Jahre wieder meilenweit an der Realität vorbei. Das Fiese: Das kitschige Zerrbild im TV nährt unsere Hoffnungen auf ein glückliches Fest.

Bis die Realität uns einholt. Die Familie agiert bei Gans und Rotkohl unterm Tannenbaum wieder genauso neurotisch wie jedes Jahr, alte Fehden werden aufgewärmt, und der Herrin des Hauses stehen Tränen in den Augen, weil in ihrem Weihnachtsbaum weniger Christbaumkugeln hängen als bei den Nachbarn. Spätestens am zweiten Tag bricht die festliche Fassade endgültig auf, gelockert nur von kurzen Spaziergängen, um die Moral zu heben und dem Familienalbtraum zu entkommen.

Es ist die ewige Wiederkehr des gleichen Grauens. Man hatte es nur verdrängt.

Aber es gibt Trost. Wenn Sie das nächste Mal nach angebrannter Ente und steinharten Plätzchen bleischwer zwischen Geschenkpapierfetzen und sich anschreienden Verwandten im Sofa versinken, vergegenwärtigen Sie sich: Es könnte schlimmer sein. Viel schlimmer. Zum Beispiel, wenn sie einen haarigen Weihnachtsgast vom Planeten Melmac bei sich hätten - so wie die Fernsehfamilie Tanner in der Achtziger-Sitcom "Alf".

Harmoniedruck und weiße Weihnachten

Zunächst erliegen auch sie dem festlichen Harmoniedruck. Alle schwärmen auf der Fahrt in die Weihnachtsferien von weißen Weihnachten - und der katzenfressende Alien Alf hat "Katzenliederverbot", um die Vorfreude nicht zu stören. Trotzdem schwadroniert seine knarzige Stimme aus dem Off davon, "Katzen einzufrieren, zu braten, zu grillen oder zu schmoren".

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Horror-Weihnachtsfeste in Film und TV: Schlimme Bescherung!

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Während dann Familienoberhaupt Willie im Bungalow angekommen von nostalgischen Kindheitserinnerungen übermannt wird, schleppt der haarige Außerirdische erst einmal einen neuen Weihnachtsbaum an: Eine Gifteiche aus dem Wald, die juckenden Ausschlag verursacht. Als Alf dann noch vor der Bescherung die Geschenke ausplaudert, ist nicht nur die Haut der Tanners gereizt. Alf wird des Hauses verwiesen. Doch vor der Tür wird er zufällig vom Vermieter des Bungalows aufgegriffen, der ihn für ein Stofftier hält und ihn in die Spendenladung fürs Kinderhospital in seinem Auto verfrachtet.

Verstellt als Kuscheltier, landet er in den Armen der krebskranken Tiffany, die ihn auf den Namen Amanda tauft. Verzweifelt schmiedet er mit Tiffany einen Plan, um aus dem Krankenhaus zu fliehen. Und das ist natürlich noch lange nicht das Ende er weihnachtlichen Katastrophen.

Entzücken bei der Uranstab-Montage

Doch nicht nur Alf erlebt ein Horrorfest, das die Nerven bis zum Bersten auf die Probe stellt: Die schlimmste Feier erscheint nur halb so übel, wenn man sich etwa an den Loriot-Sketch "Weihnachten bei Hoppenstedts" erinnert, in dem ein funktionierendes Miniatur-Atomkraftwerk auf dem Gabentisch landet und es zur Kernschmelze unterm Tannenbaum kommt.

Oder denken Sie an die asozialen kleinen Monster, die 1984 in "Gremlins" eine komplette US-Kleinstadt terrorisierten und alte Damen mit sabotierten Treppenlifts zum Fenster hinaus katapultierten.

Und immer wieder gerne gesehen: die Abenteuer des New Yorker Polizisten John McClane, der 1988 in "Stirb langsam" im Alleingang Geiseln aus einem von Verbrechern besetzten Wolkenkratzer befreit.

Danach wirkt die eigene Horror-Bescherung mit den neurotischen Verwandten garantiert wie das reinste Krippenspiel.