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William Shatner: Der hyperaktive "Enterprise"-Captain

Foto: ddp images/ Paramount

William Shatners 85. Geburtstag Captain America

Vergesst Donald Trump, vergesst Frank Underwood! Der ultimative amerikanische Anführer heißt William Shatner: Als Captain Kirk pöbelte, prügelte und knutschte er sich durchs All. Jetzt wird er 85 und braucht eine neue Aufgabe.

Captain Kirk, das weiß jeder "Star Trek"-Fan, glaubt nicht an ausweglose Situationen, nicht einmal der Tod kann ihm etwas anhaben. Als junger Kadett an der Sternenflotten-Akademie muss er einen Test absolvieren, so wie alle künftigen Offiziere: einen Rettungseinsatz, bei dem es zum Kampf mit den Klingonen kommt.

Es geht aber nicht um taktisches Geschick, es ist vielmehr ein Charaktertest: Egal wie man sich anstellt - man kann nicht gewinnen; das eigene Schiff wird zerstört, die Crew stirbt. Das Weltall kann grausam sein, der Tod lauert überall, das ist die Botschaft, sei ein guter Verlierer.

Der junge Kirk, ein hitzköpfiger Jungspund aus Iowa, denkt gar nicht daran. Er programmiert den Flugsimulator heimlich um - und geht so in die Geschichte ein als einziger Kadett, der den "Kobayashi Maru"-Test besteht. Oder um es mit den Worten des Schiffarztes Leonard "Pille" McCoy zu sagen: "Er hat geschummelt."

Er hätte in die Politik gehen sollen, das zeigt sich in diesen Zeiten.

Verglichen mit Kirk, ist der populärste fiktive US-Präsident Frank Underwood ein Dilettant, der in "House of Cards" Selbstverständliches als große Erkenntnis verkündet: "If you don't like how the table is set, turn it over." Und der populärste sehr reale Präsidentschaftskandidat Donald Trump wirkt wie eine Kirk-Kopie, wenn er sich durch seine Kampagne pöbelt nach dem Prinzip: Regeln gelten nur für alle anderen.

Von der "Enterprise"-Brücke ins Oval Office: Jetzt oder nie!

Captain Kirk hat mehr Raumschlachten gewonnen als Underwood und Trump Vorwahlen. Er hat dabei mehr Ideale verteidigt, als Hillary Clinton je zu haben vorgab. Und er hat mehr hübsche Außerirdische geknutscht als Bill Clinton Praktikantinnen.

Es ist also an der Zeit, dass jemand wie Kirk eingreift in den amerikanischen Wahlkampf. Jemand, der wählbar ist für Trump-Fans und Hillary-Anhänger. Jemand, den jeder Fernsehgucker kennt, der Führungskompetenz verkörpert, dessen Ego groß und dessen Angst, sich zu blamieren, klein genug ist.

Es ist an der Zeit, dass William Shatner seine Kandidatur erklärt: Kirk for President.

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Der Kirk-Darsteller feiert an diesem Dienstag seinen 85. Geburtstag, und kaum jemand eignet sich für das Amt wie er. Ja, man sollte vorsichtig sein, von den Eigenschaften einer Rolle auf den Charakter des Schauspielers zu schließen, aber selten hat der Satz so gepasst wie bei Shatner: Er spielt einfach immer sich selbst. Als Ex-Polizist T.J. Hooker steht er für Sicherheit, als Denny Crane aus "Boston Legal" für Gerissenheit.

Wenn man kein Trump-Fan ist und also der "New York Times" glauben darf, werden Kirk und Shatner vom selben Narzissmus getrieben. Als Beispiel schildet die Zeitung eine Anekdote aus der Zeit der "Star Trek"-Dreharbeiten: Ein Fotograf soll die Make-up-Verwandlung von Leonard Nimoy in Mr. Spock dokumentieren, es geht um einen Artikel für eine Fernsehzeitschrift. Shatner protestiert, der Fotograf muss gehen. Als Nimoy seinem Kollegen sagt, alle Verantwortlichen hätten das Shooting genehmigt, antwortet Shatner: "Nun, ich habe es nicht genehmigt."

Im siebten "Star Trek"-Kinofilm "Treffen der Generationen" muss Kirk leider wenig heldenhaft bei der Rettung einer Fernbedienung sterben. Shatner spielt natürlich mit - es wird schließlich sein letzter großer Auftritt im Kino. Aber den Filmtod akzeptieren? Niemals! Er beginnt "Star Trek"-Romane zu schreiben, in denen Kirk von den Toten zurückkehrt; Fans sprechen vom "Shatnerversum".

Sogar sein Toupet hat ein eigenes Blog

Der "Guardian" nennt ihn hyperaktiv und attestiert ihm einen "verzweifelten Drang aufzufallen". Warum also nicht von der runden Brücke der "Enterprise" ins Oval Office wechseln?

Zumal Shatner dringend eine neue Aufgabe braucht. Das Bücherschreiben dürfte ihn nach gut drei Dutzend Romanen und mehreren Autobiografien langweilen. Mit 2,3 Millionen hat er zwar doppelt so viele Follower bei Twitter wie Vizepräsident Joe Biden, aber die Onlinegeplänkel mit Fans und Neidern können ihn unmöglich auslasten. Selbst sein Toupet hat ein eigenes Blog  und ist mindestens so berühmt wie die trumpsche Haarpracht.

Rechtlich müsste der Kongress allerdings noch die Voraussetzungen schaffen: Bislang darf laut Verfassung nur Präsident werden, wer auf amerikanischem Boden geboren wurde. Shatner jedoch stammt aus Kanada.

Das aber sollte kein Hindernis sein: Diskutiert haben die Amerikaner eine solche Verfassungsänderung schon, als der damalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, als Präsidentschaftskandidat im Gespräch war. Jetzt wäre es an der Zeit. Nur weil es der Terminator nicht ins Weiße Haus schaffte, dürfen wir es Captain Kirk nicht verwehren. Der glaubt schließlich nicht an ausweglose Situationen.

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