Erstes Quartal 2022 Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gestiegen

Rund 25.800 Frauen haben ihre Schwangerschaft im ersten Quartal 2022 abgebrochen. Das sind rund 4,8 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Ob die Coronapandemie dabei eine Rolle spielt, ist unklar.
4,8 Prozent mehr Frauen haben in diesem Jahr ihre Schwangerschaft abgebrochen als im Vorjahreszeitraum

4,8 Prozent mehr Frauen haben in diesem Jahr ihre Schwangerschaft abgebrochen als im Vorjahreszeitraum

Foto: Jacek Sopotnicki / iStockphoto / Getty Images

Nach einem Tiefstand im vergangenen Jahr ist die Zahl der Abtreibungen in Deutschland wieder gestiegen. Rund 25.800 Schwangerschaftsabbrüche wurden im ersten Quartal 2022 gemeldet, teilte das Statistische Bundesamt mit . Das seien 4,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zuvor war die Zahl seit dem zweiten Quartal 2020 zurückgegangen und hatte im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 25 Jahren erreicht. »Ob und wie diese Entwicklung mit dem Verlauf der Coronapandemie zusammenhängt, ist anhand der Daten nicht eindeutig bewertbar«, teilte das Bundesamt mit.

Insgesamt sei die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2021 um 5,4 % niedriger als im Vorjahr und im Jahr 2020 um 0,9 % niedriger als 2019 gewesen.

70 Prozent der Frauen, die im ersten Quartal 2022 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren den Angaben zufolge zwischen 18 und 34 Jahre alt, 19 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre und 8 Prozent 40 Jahre und älter. Drei Prozent waren jünger als 18 Jahre. Rund 41 Prozent der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

Mit 96 Prozent wurden die allermeisten Abbrüche nach der Beratungsregelung vorgenommen, nach der ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen straffrei bleibt, wenn die Frau sich zuvor beraten lässt. In den übrigen Fällen lagen den Angaben zufolge medizinische Gründe vor oder die Frauen waren Opfer einer Vergewaltigung. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant.

kry/dpa

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