Corona-Impfstoff Jetzt klagt auch Mexiko über Lieferprobleme bei AstraZeneca

Die Europäische Union erwägt bereits, den Impfstoffhersteller AstraZeneca zu verklagen. Nun gibt es auch Beschwerden aus Mexiko: Fast ganz Lateinamerika drohen Engpässe.
AstraZeneca-Lieferung an Mexiko im April: In Mexiko könnte es mit der Produktion noch bis Ende Juni dauern

AstraZeneca-Lieferung an Mexiko im April: In Mexiko könnte es mit der Produktion noch bis Ende Juni dauern

Foto: HENRY ROMERO / REUTERS

AstraZeneca liegt in Lateinamerika mit der Impfstoff-Produktion offenbar im Rückstand: Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters klagte das Land über Engpässe und verspätete Lieferungen.

Auch in der Europäischen Union hatte es mit dem Impfstoffhersteller AstraZeneca Lieferschwierigkeiten gegeben, es kam immer wieder zu Verzögerungen. Die EU erwog deshalb, rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einzuleiten.

Mexiko hatte mit dem mAbxience-Labor in Argentinien im vergangenen Jahr einen Vertrag abgeschlossen. Das Labor soll demnach den Wirkstoff des Impfstoffs herstellen und ihn dann zum Abfüllen an eine Fabrik der Firma Liomont in Mexiko senden. Die Impfdosen sollen an ganz Lateinamerika gesendet werden – mit Ausnahme von Brasilien. Hier besteht ein separater Produktionsvertrag.

Argentinien lieferte im März an Mexiko zwar erste Ladungen des Impfstoffs, Liomont blieb mit seiner Produktion aber offenbar unter den Zielvorgaben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat AstraZeneca die Vorwürfe bestätigt. Sicherte aber zu, die bestellten 150 Millionen Dosen für die Region könnten in diesem Jahr geliefert werden.

Die Auslieferungen würden demnach vor Ende Juni beginnen. Man bedaure die Verzögerungen. Schuld seien Lieferengpässe. Die ersten Impfstoff-Chargen brächten geringere Erträge als erwartet. Außerdem benötige es Zeit, die unterschiedlichen Bedingungen für die Impfstoffdosen zu erfüllen.

Mexiko bittet um Hilfe der USA

Mexiko hat laut Reuters die USA nun um mehr Impfstoff gebeten, um die Engpässe zu überbrücken. Im März hatten die USA bereits 2,5 Millionen Impfdosen an Mexiko geschickt. Es sei deshalb »wahrscheinlich, dass sie uns unterstützen werden, bis das AstraZeneca-Werk in Mexiko in Betrieb geht«, sagte Präsident Lopez Obrador. Die USA haben sich laut Reuters auf Nachfragen bislang nicht offiziell geäußert.

ime/Reuters
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