Abstrich zu Hause Was Sie beim Corona-Selbsttest beachten müssen

Mit dem Ende der kostenlosen Bürgertests werden wieder mehr Kits für zu Hause benutzt. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten – gerade im Sommer.
Coronatests gehören seit langer Zeit zum Alltag der meisten Menschen

Coronatests gehören seit langer Zeit zum Alltag der meisten Menschen

Foto: Catherine Falls / Getty Images

Jeder und jede kann sich mit Selbsttests zu Hause auf das Coronavirus testen. Man bekommt sie im Supermarkt, der Drogerie und manchmal auch vom Arbeitgeber: Selbsttests auf das Coronavirus begleiten uns seit Langem durch die Pandemie. Künftig dürften noch mehr Menschen darauf zurückgreifen, denn die kostenlosen Bürgertests fallen für viele bald weg. Doch obwohl die beigelegte Beschreibung eigentlich keine Fragen offenlassen sollte, gibt es bei der Anwendung der Selbsttests manchmal noch Unsicherheiten. Was Sie beachten sollten:

Richtige Lagerung

Die Corona-Selbsttests sollten zu Hause nicht zu warm und nicht zu kalt gelagert werden. Liegen die Tests zum Beispiel in der prallen Sonne, wo mehr als 30 Grad herrschen, steigt das Risiko für falsch-negative Testergebnisse, wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf seinem Portal »zusammengegencorona.de«  schreibt. Der Test zeigt dann keinen zweiten Strich an, obwohl eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt.

In der Regel können die Selbsttests bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Bei welchen Temperaturen der Karton mit dem Test gelagert werden darf, steht auf der Verpackung oder zumindest im Beipackzettel.

Wichtig ist: Zum Zeitpunkt der Anwendung sollten die Tests stets Raumtemperatur haben – wer sie also an einem kühleren Ort gelagert hat, sollte sie für eine gewisse Zeit auf der Arbeitsfläche liegen lassen und nicht sofort benutzen.

Bei starken Temperaturschwankungen kann es laut BMG passieren, dass im Test-Kit Wasser kondensiert. Das mindere die Leistung der Tests erheblich.

Die Probe entnehmen

Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, ist Hygiene wichtig. Bevor man loslegt, sollte man sich die Hände waschen, auch die Arbeitsfläche sollte sauber sein.

In aller Regel ist für den Selbsttest ein Nasenabstrich gefordert. Und zwar in beiden Löchern. Den Tupfer nur in eines zu stecken, reicht nicht. »Dadurch bekommt man womöglich zu wenig Sekret an den Tupfer«, sagt der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing.

Manche Testanleitungen geben vor, dass man sich vor dem Abstrich seine Nase gründlich putzt. Die Idee dahinter: Durch das Schnäuzen sollen Sekret und damit mögliche Viren aus dem tieferliegenden Nasen-Rachen-Raum weiter nach vorn gepustet werden. Junge-Hülsing ist skeptisch, ob der Test dadurch genauer wird – ob so also wirklich mehr mögliche Viren an den Flimmerhärchen im vorderen Nasenbereich haften bleiben als beim normalen Ausatmen. Er hält das vorherige Ausschnäuzen für eher keine gute Idee.

Einen Anhaltspunkt dafür, dass vergleichsweise wenig Sekret am Tupfer gelandet ist, liefert nach Angaben von Junge-Hülsing die Farbe des Kontrollstriches auf der Testkassette. »Ist dessen Farbe nur sehr blass, spricht das für wenig Sekret.« Dann steige das Risiko eines falsch-negativen Ergebnisses, so der Arzt – dass also der Test negativ ausfällt, obwohl man sich infiziert hat.

Ansonsten gilt beim Umgang mit dem Tupfer: Vorsicht und Gefühl, sonst drohen Verletzungen. Bei den Selbsttests muss der Tupfer nicht bis in den Übergang von Nase zu Rachen geschoben werden. Zwei bis vier Zentimeter tief ins Nasenloch genügen.

Wem die Nasenabstriche unangenehm sind oder wer etwa seine Kinder ohne großen Stress testen möchte, kann mittlerweile auch auf Spucktests zurückgreifen.

Das Ergebnis richtig interpretieren

Wann das Testresultat abgelesen werden kann, ist teilweise unterschiedlich. Bei den meisten Anbietern liegt die Zeitspanne zwischen 15 und 30 Minuten.

Mittlerweile dürfte bekannt sein: Das auf den meisten Tests zu findende C auf dem Teststreifen steht nicht für Corona, sondern für Control, also Kontrolle. »Wenn bei C kein Strich ist, ist der Test nicht verwertbar«, erklärt Junge-Hülsing.

Das T steht für Test – das ist die relevante Stelle für die Frage, ob man positiv oder negativ ist. Konkret bedeutet das: Sind bei C und T Striche zu sehen, ist der Test positiv ausgefallen. Ist nur bei C ein Strich zu sehen, ist der Test negativ. Ist nur bei T ein Strich zu sehen, ist er ungültig – das gilt auch, wenn gar kein Strich erscheint.

Für das Ergebnis irrelevant ist, ob der zweite Streifen kräftig oder blass erscheint. Ein Strich bedeutet ein positives Ergebnis, und man sollte entsprechend handeln.

Keine hundertprozentige Sicherheit

Bei den Selbsttests sollte man außerdem bedenken, dass sie auch bei sachgemäßer Durchführung nicht jede Coronainfektion nachweisen. Diese bedingte Aussagekraft ist schon lange bekannt. Hinzu kommt, dass die Qualität der Tests sehr unterschiedlich ist. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) untersucht regelmäßig stichprobenartig , wie zuverlässig welche Tests sind. So können Anwenderinnen und Anwender herausfinden, wie gut ihr Test ist.

mar/dpa
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