Umfrage unter Erwachsenen Wie sich die Pandemie auf die Lebenszufriedenheit ausgewirkt hat

Gesundheit, Freunde, Familie – Corona wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Ergebnisse einer Umfrage zeigen nun, welchen Einfluss sie auf die Zufriedenheit und Zukunftserwartungen von Erwachsenen hatte.
Soziale Kontakte sind in der Pandemie nur eingeschränkt möglich

Soziale Kontakte sind in der Pandemie nur eingeschränkt möglich

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CACTUS Creative Studio / Stocksy United

Erwachsene in Deutschland sind zu Beginn der Coronapandemie etwas unzufriedener geworden – und zwar unabhängig vom Alter in ähnlichem Maße. Das geht aus einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe  in Bamberg hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. »Dass der Rückgang der Zufriedenheit bei allen Altersgruppen etwa gleich stark war, hat uns überrascht«, sagte Philipp Handschuh, Hauptautor des Berichts. »Wir hatten vermutet, dass die Zufriedenheit der Älteren durch Reduktion der sozialen Kontakte besonders leidet.«

Im Mai und Juni 2020 – also während des ersten Lockdowns oder kurz danach – waren 2273 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 33 bis 76 Jahren zu ihrer subjektiv eingeschätzten Zufriedenheit in Bezug auf Gesundheit, Lebensstandard oder Familienleben befragt worden.

Ähnliche Ergebnisse in den unterschiedlichen Altersgruppen

Dabei kamen Durchschnittswerte von 6,8 bis 7,6 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 heraus. Das ist knapp ein Punkt weniger als vor der Pandemie. Nur die durchschnittliche Zufriedenheit mit der eigenen Gesundheit veränderte sich kaum.

Alle Altersgruppen sorgten sich demnach ähnlich um eine Überlastung des Gesundheitssystems oder eine längere schwere Wirtschaftskrise. Am größten war dabei die Sorge, dass die Kluft zwischen Arm und Reich durch die Pandemie weiter wächst.

Unterschiede gab es dagegen bei den Zukunftserwartungen – die Älteren waren hier wesentlich optimistischer. Befragte über 65 hielten etwa Geldprobleme, Einschränkungen des Lebensstandards sowie finanzielle Notlagen oder auch eine Coronainfektion Angehöriger für deutlich unwahrscheinlicher als Jüngere.

Man müsse einschränken, dass bei der Online-Umfrage vor allem Ältere mit Zugang zu digitaler Technik erreicht wurden, die fehlende Kontakte damit zum Teil kompensieren konnten, sagte Handschuh. Es könnte auch sein, schreiben die Autoren in ihrer Auswertung, dass Personen, denen es besonders schlecht geht, womöglich weniger an der Erhebung teilgenommen haben.

mar/dpa
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