Nur milde Nebenwirkungen EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt Coronaimpfstoffe für Babys

Studien zeigen, dass auch Babys und Kleinkinder bei einer sehr geringen Impfstoffdosis vor einer Coronainfektion geschützt werden. Die Vakzinen für Säuglinge stehen in Europa kurz vor der Zulassung.
Impfung bei einem Säugling (Symbolbild): EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen

Impfung bei einem Säugling (Symbolbild): EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen

Foto: Swen Pförtner / dpa

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA macht den Weg frei für zwei Coronaimpfstoffe für Babys ab sechs Monaten.

Mit den Impfstoffen der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna könnten auch diese Kinder vor einer Coronainfektion geschützt werden, teilt die EMA in Amsterdam mit. Beide Impfstoffe waren bereits für Erwachsene und Kinder ab fünf beziehungsweise sechs Jahren zugelassen. Allerdings sind die Dosen für Babys und Kleinkinder deutlich geringer.

Nun muss die EU-Kommission der Zulassung noch zustimmen, das gilt als Formsache. Ob aber überhaupt eine Coronaimpfung für Babys angeboten wird, ist eine Entscheidung der jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten.

Nach Angaben der Experten der EMA hatten Studien gezeigt, dass auch Babys und Kleinkinder bei einer sehr geringen Dosis vor einer Infektion geschützt würden. Nach einer Impfung können nach Angaben der EMA Müdigkeit auftreten, Appetitlosigkeit, Hautausschlag oder Schmerzen an der Einstichstelle. Diese Nebenwirkungen seien aber meistens sehr milde und dauerten nur wenige Tage. Die Experten der EMA würden weiterhin Sicherheit und Wirkung beider Impfstoffe beobachten und bewerten, heißt es.

Beide Impfstoffe hätten bereits bei Erwachsenen ihre Wirksamkeit gezeigt, teilt die EMA mit. Sie verhinderten einen schweren Krankheitsverlauf, Aufnahme in Krankenhäuser sowie Todesfälle nach einer Coronainfektion.

Lauterbach warnt vor Coronawinter

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte am vergangenen Freitag die neue Impfkampagne der Bundesregierung vorgestellt. Er appellierte an die Länder, jetzt Schutzmaßnahmen anzuwenden. »Es ist jetzt wirklich an der Zeit«, sagte Lauterbach. »Die Intensivstationen füllen sich zunehmend«, sagte er. »Es wird immer so weitergehen«, prophezeite er. »Die Richtung, in die wir unterwegs sind, ist keine gute.«

Allerdings gebe es Möglichkeiten, die Bevölkerung zu schützen: »Wir wissen aus der Pandemiebekämpfung: Je früher man die Bremse tritt, desto besser.« Deshalb sei es besser, jetzt mit geringen Einschränkungen zu arbeiten als später mit schärferen.

ptz/dpa
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