Coronavirus Italien meldet mehr Covid-19-Tote als China

Seit Wochen kämpft Italien gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Nun sind dort mehr Menschen gestorben als das Ausbruchsland China offiziell angegeben hat.
Medizinische Mitarbeiter transportieren einen Patienten von einem Krankenwagen in eine Klinik in Rom

Medizinische Mitarbeiter transportieren einen Patienten von einem Krankenwagen in eine Klinik in Rom

Foto: Alessandra Tarantino/ dpa

Italien ist das Land mit den derzeit meisten offiziell gemeldeten Covid-19-Toten. Bisher sind dort mit 3405 Fällen mehr Menschen durch die Lungenkrankheit gestorben als in China. Das teilte der Zivilschutz mit . In China liegt die offizielle Gesamtzahl der Opfer bisher bei 3245 Fällen.

Inwieweit die offizielle Statistik in China die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer dort ist, bleibt allerdings unklar. So hatte China mehrfach mit Änderungen bei der Zählweise der Coronavirus-Infektionen für Verwirrung bei internationalen Beobachtern gesorgt. Jedoch wird auch in Italien mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland bislang 80.928 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 66.000 wieder erholt haben. In Italien liegt die Zahl der gemeldeten Infizierten mittlerweile bei mehr als 41.000. Am Vortag waren es noch rund 35.700. Die Zahl der Toten in Italien stieg innerhalb eines Tages um 427.

Verlängerung von Schulschließungen und Ausgangssperren erwartet

Das EU-Land hat drastische Maßnahmen verhängt, diese sollen nun auch verlängert werden. Ursprünglich waren Schulschließungen und Ausgangssperren bis zum 3. April angesetzt - es wird erwartet, dass die Regierung diese bald ausweitet.

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Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Dafür könnte es mehrere Gründe geben: Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit. Zudem wohnen viele Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind mehr als beispielsweise in Deutschland in das tägliche Leben eingebunden. Daher sind Ansteckungen einfacher. Auch gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Infizierten wesentlich höher ist als angegeben, viele mild oder symptomlos verlaufende Fälle werden nicht erfasst.

kko/dpa
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