Coronavirus Stiko empfiehlt Omikron-Impfstoffe als Booster

Die ersten Stoffe, die sich auch gegen Omikron richten, sind zugelassen. Die Ständige Impfkommission rät jetzt, diese als Booster zu verwenden. Eine zweite Auffrischung empfiehlt sie aber wie bisher nur wenigen Gruppen.
Omikron-Impfstoff

Omikron-Impfstoff

Foto: Koen van Weel / ANP / IMAGO

Anfang September hat die EU-Kommission die ersten Omikron-Impfstoffe zugelassen. Ihr Einsatz ist demnach bei allen möglich, die bereits eine Grundimmunisierung gegen Covid-19 haben und mindestens zwölf Jahre alt sind. Insgesamt drei entsprechende Präparate sind es: Alle richten sich weiterhin gegen das ursprüngliche Coronavirus, ein Mittel von Biontech/Pfizer zusätzlich gegen die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5, zwei Impfstoffe von Moderna beziehungsweise Biontech/Pfizer gegen die Variante BA.1.

Jetzt hat die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Entscheidung zu diesen Mitteln getroffen. Während die EU-Arzneimittelbehörde Ema verantwortlich für die Zulassung von Impfstoffen ist, spricht die Stiko, eine ehrenamtliche Expertengruppe, eine Empfehlung aus, wie diese Mittel in Deutschland am besten verwendet werden sollten.

Das Gremium empfiehlt nun allen, denen sie zu einer Boosterimpfung rät, vorzugsweise einen der neuen Impfstoffe. Eine offizielle Mitteilung dazu soll noch heute veröffentlicht werden. Einen Unterschied zwischen den drei Präparaten macht sie dabei nicht. Man solle nicht auf einen vermeintlich besseren Impfstoff warten, sagte Christian Bogdan vom Universitätsklinikum Erlangen, Mitglied der Stiko, in einem Pressegespräch.

Christine Falk von der Medizinischen Hochschule Hannover, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, erklärte, dass sich das Spike-Protein des Coronavirus vom Wildtyp zu Omikron BA.1 stark verändert habe, zwischen BA.1 und BA.4 sowie 5 gebe es dagegen nur geringe Veränderungen. Deshalb habe auch der gegen BA.1 gerichtete Impfstoff seine Wertigkeit, »zumal die Studienlage auch besser ist«.

Wie bisher rät die Stiko allen ab einem Alter von zwölf Jahren zu einer Grundimmunisierung gegen Covid-19 durch zwei Impfdosen sowie zu einer dritten Impfung, dem sogenannten Booster. Eine vierte Impfung wird aktuell allen ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen. Dies gilt ebenso für alle ab fünf Jahren, die aufgrund einer Erkrankung ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Und für Menschen, die aufgrund ihres Berufs ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, etwa medizinisches Personal. Ein Immungesunder unter 60 Jahren, der dreimal geimpft sei, brauche keine vierte Impfung, so Bogdan.

Das Ziel der Impfung ist aus Sicht der Stiko weiterhin, schwere Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu verhindern – nicht mild oder moderat verlaufende Infektionen. Long Covid zu verhindern, sei ebenfalls Teil des Impfziels, so Bogdan.

Jörg Meerpohl vom Universitätsklinikum Freiburg, ebenfalls Mitglied der Stiko, ging im Pressetermin auf die Datenlage zu dem BA.5-Impfstoff ein. Für diesen liegen bislang nur Daten aus Versuchen mit Mäusen vor. »Wenn es eine neue Impfung wäre, ein neues Virus, würden wir auf dieser Basis keine Empfehlung aussprechen«, so Meerpohl. Man könne aber verschiedene Daten zusammenführen – aus den Zulassungsstudien für die herkömmlichen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, aus den sogenannten Post-Marketing-Studien und aus den Daten zum BA.1-Impfstoff, der in einer klinischen Studie geprüft wurde. »Das ist aber nicht das, was wir uns wünschen würden«, sagte Meerpohl.

wbr
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