»Sehr viele schwere Erkrankungen« Intensivmediziner rechnen noch im April mit mehr als 6000 Patienten

Die Ärztevereinigung Divi erwartet noch in diesem Monat einen neuen Höchststand an Corona-Intensivpatienten. Präsident Marx fordert: Die Politik müsse nun mit schnellem Handeln Leben retten.
Intensivpfleger bei einem Covid-19-Patienten

Intensivpfleger bei einem Covid-19-Patienten

Foto: Robert Michael / dpa

Gernot Marx, Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, warnt vor hohen Zahlen an Corona-Intensivpatienten. »Wir müssen davon ausgehen, dass wir deutschlandweit jetzt jeden Tag zwischen 50 und 100 neue Covid-Intensivpatienten aufnehmen müssen«, sagte er der »Augsburger Allgemeinen« .

Bereits Ende April würden mehr als 6000 Covid-19-Erkrankte auf den Intensivstationen behandelt werden. Tritt die Prognose ein, wäre das ein neuer Höchststand: Das bisherige Maximum wurde Anfang Januar mit mehr als 5700 Patienten erreicht.

Erst vor wenigen Tagen waren für Ende April noch 5000 Intensivpatienten prognostiziert worden. Angesichts der steigenden Coronazahlen erwartet die Divi eine rasantere Entwicklung.

Marx forderte Bundesregierung, Bundestag und Bundesländer auf, die geplanten bundeseinheitlichen Regelungen für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner noch diese Woche zu verabschieden.

Wenn das Gesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7000 steigen. »Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden«, sagte Marx.

Deutschland verfügt laut Divi über mehr als 26.000 Intensivbetten, davon sind derzeit noch gut 4000 frei. Zusätzlich gibt es eine Notfallreserve von rund 11.000 Betten, die innerhalb einer Woche einsatzbereit wäre. Die Kapazitäten werden allerdings nicht nur für Menschen benötigt, die an Covid-19 erkranken, sondern für alle Personen, die intensivmedizinische Hilfe brauchen.

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Intensivmediziner warnen seit Wochen vor einer Überlastung der Häuser – und vor ausgebranntem Personal. Der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sagte dem SPIEGEL  vor Kurzem: »Das Personal arbeitet seit fast einem Jahr unter Volllast. Es gab nur im Sommer eine kurze Verschnaufpause. Das halten sie nicht mehr lange aus.«

jpz/dpa