Personalnot Ärztepräsident bemängelt 5000 offene Stellen in Kliniken

In Krankenhäusern seien Tausende Ärztestellen unbesetzt, kritisiert Ärztepräsident Montgomery. Die Arbeitsverdichtung könne nur durch mehr Personal kompensiert werden.

Operation (Archiv)
DPA

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Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat mehr Ärzte für Kliniken in Deutschland gefordert. Ähnlich wie für Pflegekräfte solle es in Kliniken auch eine Personaluntergrenze für Ärzte geben, sagte Montgomery der "Rheinischen Post".

"Ich verstehe nicht, warum in der Frage der Personaluntergrenze Pflegepersonal und Ärzte unterschiedlich behandelt werden", sagte der Ärztepräsident. Er verwies darauf, dass in den Krankenhäusern bundesweit rund 5000 Stellen für Ärzte unbesetzt seien.

"Die Arbeitsbelastung ist sowohl für die Pflegekräfte wie auch für die Ärzte im Krankenhaus ausgesprochen hoch", sagte Montgomery. In beiden Berufsgruppen gebe es hohe Burn-out-Quoten. Die Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern könne nur durch mehr Personal kompensiert werden.

Montgomery wiederholte auch seine Forderung nach mehr Medizinstudienplätzen: "Wir brauchen rund 1000 zusätzliche Studienplätze pro Jahrgang." Diesen Bedarf gebe es schon länger. "Es ist ein Grundübel, dass die Länder ihren Finanzierungsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen", sagte der Ärztepräsident.

brt/AFP

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dasfred 25.12.2018
1. Ich bin erschüttert
Sind die fünftausend Ärzte plötzlich alle gleichzeitig in Pension gegangen? Das Problem hätte Herr Montgomery in den letzten Jahren schon viel intensiver angehen können. Jetzt hängt er sich nur ganz bequem an den Pflegekräftemangel und will gleich noch mit abstauben. Dann bitte auch noch die Putzkräfte aufstocken, damit wieder ein Mindestmaß an Hygiene im Krankenhaus eingeführt wird. Immerhin dürfen wir nicht vergessen, dass die Lobby der Ärzte bisher mehr Einfluss hatte, als die, der Pfleger und Krankenschwestern.
jujo 25.12.2018
2. ....
Man kann es nur bis zum Überduß wiederholen. Die Privatisierung der Kliniken ist das Grundübel. Mit Krankenhäusern muß keine Dividende für Aktionäre oder Millionengehälter für Kaufleute erwirtschaftet werden. Eine schwarze Null als Betriebergebnis müßte reichen!
Nordstadtbewohner 25.12.2018
3. Alles eine Frage der Finanzierung
""Es ist ein Grundübel, dass die Länder ihren Finanzierungsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen", sagte der Ärztepräsident."" Das "Grundübel" liegt nicht bei den Ländern, sondern es liegt am System der gesetzlichen Krankenversicherung. Der gesetzliche Leistungskatalog hindert Krankenhäuser und Praxen daran, den steigenden Behandlungsbedarf auch nachfragegerecht abzurechnen. Mit den Mehreinnahmen könnten auch mehr Ärzte finanziert werden. Da aber die meisten (Patienten) denken, mit ein paar niedrigen Fallpauschalen erster Klasse behandelt zu werden, "krankt" natürlich das System. Mein Lösungsvorschlag zu besseren Finanzierung der Ärzteausbildung: Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen stärker an den Ausbildungskosten zu beteiligen: Entweder höhere Krankenversicherungsbeiträge und ein Rückfahren der Anzahl der beitragsfreien Behandelten oder eine Erhöhung des finanziellen Eigenanteils bei Behandlungen. Damit wären die zusätzlichen 5000 Ärzte kein Problem.
schinnerhannesx 25.12.2018
4. Paradoxes System
Warum hat mein Sohn nach mittlerweile über 6 Jahren Wartezeit immer noch keinen Studienplatz, während auf der anderen Seite mehr als die Hälfte der Assistenzärzte meiner chirurgischen Abteilung aus dem Ausland kommen?
ginorossi 25.12.2018
5. Es war doch die Ärzte-Lobby,
angeführt durch Figuren wie Herrn Montgomery, die seit Jahrzehnten "erfolgreich" dafür gesorgt hat, daß die Zahl der Medizin-Studienplätze weit unterhalb des Ärztebedarfs liegt und immer weiter gesunken ist. Denn so lange Mangel an Ärzten besteht, kann diese Berufsgruppe auch noch die maßlosesten Forderungen durchsetzen.
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