Drei Wochen Isolation Affenpocken – Großbritannien empfiehlt Quarantäne bei Kontakt

Fälle der eigentlich seltenen Affenpocken werden in immer mehr europäischen Ländern nachgewiesen. Großbritanniens Gesundheitsbehörde ergreift deshalb nun erste Maßnahmen.
Affenpockenvirus

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Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA empfiehlt für enge Kontaktpersonen von Affenpockeninfizierten eine dreiwöchige Quarantäne. Als hoch wahrscheinlich infiziert gelte, wer entweder im selben Haushalt mit einer erkrankten Person lebe, mit einer solchen Geschlechtsverkehr gehabt oder deren Bettwäsche ohne Schutzkleidung gewechselt habe, hieß es in einer Mitteilung.

Diese Gruppe soll demnach neben der Empfehlung zur Quarantäne auch eine schützende Pockenimpfung erhalten. Vermieden werden solle insbesondere der Kontakt mit Schwangeren, Kindern unter zwölf Jahren sowie Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, hieß es weiter.

In Deutschland gibt es noch keine allgemeinen Empfehlungen für Kontaktpersonen von Affenpockenfällen. Man arbeite derzeit aber daran, teile das Robert Koch-Institut mit. Gesundheitsämter könnten aber bereits jetzt jederzeit Isolierung und Quarantäne anordnen, so eine Sprecherin.

Zwei Dutzend Fälle in Großbritannien

In Großbritannien wurden bislang rund zwei Dutzend Fälle von Affenpocken festgestellt. Es sei wahrscheinlich, dass täglich neue hinzukämen, hatte UKHSA-Chefin Susan Hopkins am Wochenende gesagt. Noch am Montag sollten neue Zahlen veröffentlicht werden. Die Infektionen in Großbritannien betreffen ebenso wie in anderen Ländern derzeit oft, aber nicht nur, Männer, die Sex mit anderen Männern hatten (mehr dazu lesen Sie hier).

Eine großflächige Impfkampagne werde es nicht geben, sagte Hopkins weiter. Für die laufenden Impfungen werde ein Vakzin der »dritten Generation« gegen die als ausgestorben geltende Pockenkrankheit beim Menschen verwendet. Experten gehen davon aus, dass Pockenimpfstoffe auch gegen die Affenpocken gut schützen. »Wir verwenden sie bei Personen, die ein hohes Risiko haben, Symptome zu entwickeln, und wir verwenden sie früh, besonders innerhalb von vier oder fünf Tagen«, so die Behördenchefin. Das verringere das Risiko einer Erkrankung.

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag insgesamt vier Fälle von Affenpocken registriert worden. Nach dem ersten in München erfassten Erkrankungsfall gab es drei weitere bestätigte Infektionen in Berlin, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

bam/dpa