Apotheken-Monopol Ärzte wollen selbst Medikamente an Patienten abgeben dürfen

Ärzte fordern bei der Abgabe von Medikamenten eine Gleichstellung mit Apotheken. Sie wollen sie künftig selbst an Patienten ausgeben dürfen. Vor allem auf dem Land könnte das die Versorgung vereinfachen.
Ein Arzt untersucht seinen Patienten (Symbolbild)

Ein Arzt untersucht seinen Patienten (Symbolbild)

Foto: Sina Schuldt/ dpa

Deutschlands Hausärzte wollen selbst verschreibungspflichtige Medikamente an ihre Patienten abgeben können.

Damit könnten "die Ressourcen besser genutzt werden, gerade auf dem Land", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" .

Derzeit dürfen lediglich Apotheken solche Arzneimittel aushändigen. Ärzte hingegen können ihren Patienten nur kostenlose Arzneimittel mitgeben, beispielsweise, um einen akuten Schmerz zu lindern.

Die Frage, welche Arzneimittel in Arztpraxen vorgehalten werden könnten, ließ Weigeldt im Gespräch mit der Zeitung offen. Ein komplettes Sortiment bereitzuhalten, sei jedenfalls nicht das Ziel. "Wir können und wollen die Apotheken nicht ersetzen", sagte der Ärztevertreter.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), zeigte sich offen für den Vorschlag. Man dürfe sich neuen Versorgungsformen nicht verschließen, sagte er der "FAZ". Zugleich warnte er davor, die Hausärzte zu überfordern. "Ärztliche Versorgung wird von Jahr zu Jahr mehr ein knappes Gut, sodass ich aktuell nicht die Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben bei den Ärzten sehe", sagte Rüddel.

cop/dpa/AFP
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