Atemnot So kriegen Sie Ihr Asthma am besten in den Griff

Husten, Atemnot, Röcheln: Menschen mit chronischem Asthma sollten sich behandeln lassen. Denn nur die richtige Therapie verhindert, dass die Funktionsfähigkeit der Lunge dauerhaft stabil bleibt. Wer sein Asthma im Griff hat, kann ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

Beschwerdefrei Luft ein- und ausatmen: Asthma-Medikamente schützen vor Anfällen
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Beschwerdefrei Luft ein- und ausatmen: Asthma-Medikamente schützen vor Anfällen


Menschen mit Asthma sollten von ihrem Arzt mit den richtigen Medikamenten ausreichend behandelt werden. Ansonsten verringert sich allmählich die Lungenfunktion - und damit die körperliche Belastbarkeit. Das Risiko für schwere Asthmaanfälle ist dann erhöht. Doch wer seine Asthmaerkrankung mit Hilfe der richtigen Therapie im Griff hat, kann ein vergleichsweise normales Leben damit führen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Asthma:

Welche Asthmamedikamente gibt es derzeit?

Es gibt zwei große Gruppen von Medikamenten: Die Gruppe der sogenannten Controller hat einen vorbeugenden Effekt. Diese täglich anzuwendenden Dauermedikamente schwächen die Entzündung in den Atemwegen ab. Außerdem dämpfen sie die ständige Entzündungsbereitschaft der Bronchien. Anfälle und Asthmasymptome treten seltener und weniger heftig auf. Zu den Controllern gehören sogenannte Glukokortikoide wie Kortison (zum Beispiel der Wirkstoff Beclometason). Diese werden in der Regel inhaliert, es gibt sie bei schwerem Asthma aber auch in Tablettenform.

Die zweite Gruppe sind die Reliever. Gemeint sind damit Bedarfsmedikamente bei akuten Beschwerden wie plötzlicher Atemnot. Sie entspannen innerhalb weniger Minuten die verkrampften Muskeln um die Bronchien, die Atemwege erweitern sich wieder und der Patient bekommt ausreichend Luft. Dabei handelt es sich um kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika (zum Beispiel der Wirkstoff Salbutamol), die inhaliert werden. Sie wirken rasch; die Wirkung ist etwa 30 Minuten nach Einatmen am größten und hält für drei bis fünf Stunden an. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, können langwirksame Beta-2-Sympathomimetika - immer in Kombination mit Kortison - inhaliert werden. Inzwischen gibt sie sie auch als fertiges Kombinationspräparat.

Wenn Sie mehrmals wöchentlich ein Notfallmedikament benötigen, ist Ihre Asthmaerkrankung durch die bisherige Dauertherapie nur schlecht kontrolliert.

Zudem gibt es:

  • Sogenannte Leukotrien-Antagonisten blockieren entzündungsfördernde Botenstoffe (Leukotriene) und wirken so der Entzündungsreaktion entgegen. Die Leukotriene werden bei allergischen Erkrankungen und Asthma durch bestimmte Reize (etwa Pollen, Hausstaub oder kalte Luft) ausgelöst. Die Medikamente sind in Tablettenform verfügbar.
  • Mastzellenstabilisatoren (Cromone) verhindern den Austritt von Histamin aus den Körperzellen und verringern die Überempfindlichkeit des Immunsystems für entzündliche Reize wie Allergene oder kalte Luft. Cromone haben einen deutlich schwächeren entzündungshemmenden Effekt als Kortison-Präparate. Ihre Wirkung entfalten sie erst, wenn sie dauerhaft über Wochen eingenommen werden.
  • Anticholinergika wirken bronchienerweiternd, indem sie das Nervensystem beeinflussen.

Wie wird Asthma festgestellt?

Nach einer Anamnese prüft der Arzt die Lungenfunktion auf Fragestellungen wie "Arbeitet die Lunge normal?" und "Kann die Atemluft frei und ungestört durch die Bronchien strömen?" Der einfachste Lungenfunktionstest ist die Peak-Flow-Messung. Hier wird die Geschwindigkeit des Luftstroms beim Ausatmen gemessen und so festgestellt, wie stark die Bronchien verengt sind. Zudem gibt es die Spirometrie. Hierfür atmet der Patient über ein Rohr in ein sogenanntes Spirometer ein und aus, welches das Atem- und Lungenvolumen misst. Ein Allergietest kann eine Allergiebereitschaft feststellen und möglicherweise auslösende Allergene ermitteln. Da als Asthmasymptom auch leichter, gelegentlicher Hustenreiz auftritt, kann es bei Kleinkindern passieren, dass Asthma mit einer Bronchitis oder Erkältungskrankheit verwechselt wird.

Was ist Anstrengungsasthma?

Als Anstrengungsasthma werden Asthmaattacken bezeichnet, die durch körperliche Anstrengung hervorgerufen werden. Es ist keine eigenständige Asthmaform und entsteht in den allermeisten Fällen auf Grundlage einer bereits bestehenden Asthmaerkrankung, die nicht ausreichend behandelt ist. Beim Sport wird mehr durch den Mund als durch die Nase geatmet. Deswegen ist die Luft, die in die Lunge gerät nicht so warm und feucht wie bei normaler Atmung. Zu Entzündungen neigende Atemwege können sich dann verengen. Während des Winters ist dieser Effekt besonders ausgeprägt, weil die Umgebungsluft von vornherein sehr kühl ist. Ein Anfall tritt hier zumeist erst fünf bis zehn Minuten nach Ende der sportlichen Aktivität auf und kann rund 30 bis 45 Minuten andauern.

Wie diagnostiziert man ein Anstrengungsasthma?

Ein Belastungstest reicht. Die Betroffenen laufen entweder einige Minuten auf dem Laufband oder fahren auf einem Heimtrainer. Vor und nach der Anstrengung erfolgen Tests, die zeigen, wie sich die Anstrengung auf die Atmung auswirkt.

Wie kann man Anstrengungsasthma medikamentös vorbeugen?

Die wirksamsten Präparate hierfür sind kurzwirksame Beta-2-Mimetika als Spray. Sie sind rund 30 Minuten nach ihrer Anwendung am wirksamsten. Die Wirkung hält für etwa drei bis fünf Stunden an. Weiterhin sind auch Leukotrienantagonisten, Cromone und Anticholinergika einsetzbar. Was für Sie am besten ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Quelle: Gesundheitsinformation.de

Gerlinde Gukelberger-Felix



insgesamt 11 Beiträge
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Christoph Bauer 04.05.2013
1. Diese Therapievorschläge sind nur Linderung
Da Asthma meist hervorgerufen wird durch Besetzung von Verstorbenen und sich dadurch die Atemwege entzünden, können enzündungshemmende Mittel nur lindern aber nicht heilen. Erst wenn die Besetzung herausgenommen wird, kann der Mensch heilen. Wenn die Redaktion des Spiegel interessiert ist, darüber einen fundierten Bericht zu veröffentlichen, sind wir gern bereit. Wir arbeiten seit über 10 Jahren mit dieser Problematik mit sehr großem Erfolg.
DörteLudwig-Averdunk 04.05.2013
2. Die Buteyko-Atemmethode kann die Asthma Symptome erheblich lindern
Der russische Arzt Dr. Buteyko fand heraus, dass Asthma durch zu vieles Atmen verursacht ist. Er entwickelte eine Atemarbeit, bei der mal lernt weniger zu atmen und dadurch u.a. eine Entspannung erfolgt. Die einfach zu erlernende Methode ist wissenschaftlich belegt und in der Leitlinie für Ärzte empfohlen. So geht es auch ohne, oder mit weniger, Medikamenten!
theo_meyer66 01.10.2013
3. Neue natürliche Salzluft-Therapie für Zuhause
Ihr Artikel ist gut, doch wäre es schön, wenn auch neuere, natürliche Therapieformen Berücksichtigung fänden. Dass Salzluft Asthmatikern gut tut ist altbekannt. Man denke nur an die Klimakuren an Nord- und Ostsee. In Osteuropa hat man schon lange die heilende wirkung von aufenthalten in Salzstollen untersucht. Vor über 10 Jahren hat nun ein rumänischer Wissenschaftler und Tüftler eine geniale Methode erfunden, für die er vielfache internationale Preise gewonnen hat, mittels derer sich die Luft zuhause mit allerfeinsten Salzteilchen (1-5 µ) anreichern läßt. Diese Salzpartikel sind so klein, daß sie die Atemwegsbarriere überwinden. Da Salz Schleim lösend, entzündungshemmend, abschwellend und antibakteriell wirkt, stellt diese Methode (Markenname: Salin) eine tolle Innovation gerade für Asthmatiker dar. In Irland, UK, Australien und Neuseeland, wo es überproportional viele Asthmatiker gibt, ist Salin schon lange ein großer Erfolg, deren Wirksamkeit durch viele klinische Studien bewiesen wurde. In Deutschland und Österreich kann man die kleinen Geräte erst seit neuestem erwerben. Inzwischen sogar auch in allen Apotheken, auch wenn die Pharma-Lobby diese natürliche Methode zu behindern versucht. Wenn der Apotheker zum Bestellen keine Lust haben sollte, gibts auch noch den direkten Weg: www.salin-medicair.de
richardfriedel 13.09.2016
4. Asthma: laut durch die Nase einatmen
Gegen Asthma: lautes Einatmen durch die Nase. Als aufklärender Blogger ohne finanzielle Interessen will ich Kenntnisse über das System von Atemübungen nach Frau A.N.Strelnikova unter die Leute bringen. Kerngedanke ist tiefes scharfes Einatmen durch die Nase und nicht selbstzerstörerisch und asthmatisch durch den Mund mit grässlichem Geräusch (Stridor, sagt der Arzt) im verkrampften Kehlkopf.. Von daher ist das System nach Strelnikova zielführend und eine edle Wahrheit.. Aber man muss die starke Neigung zur Mundatmung im Asthmaanfall überwinden. Bei Strelnikova wird das durch gleichzeitige Bewegungen der Hände oder Kopfes usw. bewerkstelligt. Weil ich als Asthmatiker über die Bemühungen der Schulmedizin sehr misstrauisch war, gelang es mir im Nu mit den vorgeschriebenen Hand- oder anderen Bewegungen, das Asthma vollkommen auszuschalten. [...] mfG. Richard Friedel
richardfriedel 02.06.2017
5. Ein Medizinskandal bei Asthma. Lippeneflexe.
Hallo Frau Gukelberger-Felix zusammendrücken der Lippen erleichtert asthmawirksam die Einatmung durch Reflex. Aernet.so wortwörtliche steife Oberlippe bei der Einatmung durch die Nase. Siehe "strelnikova reduce asthma" im Int
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