DER SPIEGEL

Quecksilber und Blei Frau durch Ayurveda-Medikamente vergiftet

Eine Hamburgerin hat sich laut SPIEGEL-Informationen infolge einer Ayurveda-Kur eine lebensgefährliche Vergiftung zugezogen. Die traditionellen indischen Mittel, die sie einnahm, enthielten große Mengen Quecksilber und Blei.

Die Einnahme von Ayurveda-Medikamenten kann zu lebensgefährlichen Vergiftungen mit Schwermetallen führen. Davor warnt Tobias Meyer, Chefarzt der Nephrologie der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In seiner Abteilung hat er eine 55-jährige Frau aus Hamburg behandelt, die beinahe an einer Vergiftung mit Quecksilber und Blei gestorben wäre. Sie kam im Juli mit schweren neurologischen Schäden in die Notaufnahme.

Die Schwermetalle in ihrem Körper stammen aus verschiedenen Ayurveda-Medikamenten, welche die Frau im April in einem Kurhotel auf Sri Lanka verschrieben bekommen und mit nach Deutschland gebracht hat.

"Die Frau kann froh sein, dass sie noch lebt"

In einem Medikament lag der Quecksilbergehalt um das 566.110-fache über der zulässigen Norm, wie Analysen des Hamburger Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin ergaben. "Das ist Rekord", sagte Chefarzt Meyer dem SPIEGEL.

Er geht davon aus, dass die Frau insgesamt 213 Gramm Quecksilber geschluckt hat. "Damit können Sie einen Menschen umbringen. Die Frau kann froh sein, dass sie noch lebt", sagte Meyer. Der traditionellen indischen Heilslehre zufolge werden bestimmte ayurvedische Medikamente aus Arzneipflanzen, Edelsteinen, Mineralien und Schwermetallen hergestellt.

Im Video erklärt Nephrologe Tobias Meyer, wie es zur Quecksilbervergiftung kam, und zeigt die gefährlichen Ayurveda-Medikamente.

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