Bayern Neun Jäger offenbar an Hasenpest erkrankt

Bei einer gemeinsamen Jagd sollen sich in Bayern neun Männer mit dem Erreger der Hasenpest angesteckt haben - sie werden bereits im Krankenhaus behandelt. Wie häufig sind die Infektionen und was hilft?
Feldhasen

Feldhasen

Foto: Boris Roessler/ picture-alliance/ dpa

In Bayern haben sich offenbar neun Jäger mit der sogenannten Hasenpest infiziert. Die Männer sollen Medienberichten zufolge bei einer gemeinsamen Jagd bei Nabburg mehrere Hasen geschossen, ihnen das Fell abgezogen und sie ausgenommen haben. Dabei könnten sie sich mit den Bakterien infiziert haben, die die Hasenpest auslösen. Derzeit befinden sich die Männer offenbar zur Behandlung in verschiedenen Kliniken.

Ausgelöst wird die Hasenpest, auch Tularämie genannt, von Bakterien der Art Francisella tularensis. Die Erreger befallen vor allem Feldhasen. Ebenso sind Kaninchen und Nagetiere hochempfänglich, schreibt ein Team von Infektiologen und Veterinären im "Schweizer Archiv für Tierheilkunde" .

Übertragung von Tier auf Mensch

Katzen, Hunde, Schafe, Rinder, Pferde, Vögel - und Menschen - erkranken normalerweise nicht so leicht. In Deutschland werden dem Robert Koch-Institut (RKI) pro Jahr etwa 20 bis 30 Tularämie-Fälle bei Menschen gemeldet. Das Institut geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Krankheit kann - wie offenbar im Fall der infizierten Jäger - beim Kontakt mit kranken Tieren auf den Menschen übertragen werden. Ebenso sind Übertragungen durch belastete Lebensmittel, Wasser oder Staub (etwa bei Heuarbeiten) oder durch Zeckenbisse bekannt. Von Mensch zu Mensch wird die Krankheit nach heutigem Kenntnisstand nicht übertragen.

Typisch sind grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Unwohlsein. Daneben sind die Beschwerden aber von Fall zu Fall oft sehr unterschiedlich: Mal entstehen Hautwunden, mal schwellen die Lymphknoten an. Der Hals schmerzt oder der Bauch tut weh, es kann auch zu Atemnot, Brustschmerzen und Lungenentzündungen kommen.

Wird die Infektion nicht behandelt, endet sie dem RKI zufolge in 30-60 Prozent der Fälle tödlich. Es gibt jedoch eine Reihe wirksamer Antibiotika, die möglichst früh genommen werden sollten. Zum Schutz vor der Hasenpest rät das RKI  beim Kontakt mit toten Wildtieren dazu, Handschuhe zu tragen und gegebenenfalls eine Atemmaske. Außerdem solle Fleisch von Hasen und Kaninchen nur gut durchgegart verzehrt werden.

hei/wbr
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